Opening speech

Das Finanzregime (Prof. Dr. Joseph Vogl)

April 16, 2018 10:00 AM - 12:00 PM

Das Centre Marc Bloch eröffnet in jedem Semester sein Forschungskolloquium mit dem öffentlichen Vortrag einer/eines renommierten deutschsprachigen Wissenschaftlerin/Wissenschaftlers. In dieser Reihe haben zuletzt Horst Bredekamp, Jürgen Trabant und Eva Geulen gesprochen.

 

Wir freuen uns sehr, dass das Kolloquium des diesjährigen Sommersemesters am 16. April 2018, um 10 Uhr, von Joseph Vogl, Professor für Neuere deutsche Literatur, Literatur- und Kulturwissenschaft/Medien an der Humboldt-Universität zu Berlin, eröffnet werden wird.

 

Prof. Dr. Joseph Vogl hält einen Vortrag zum Thema:

 

Das Finanzregime

Die Neuzeit hat nicht nur souveräne Staatsapparate, international operierende Handelskompagnien, einflussreiche Financiers und dezentrale Märkte hervorgebracht. Es hat sich auch ein spezifischer Machttypus formiert, der weder durch politische Strukturen noch durch ökonomische Strategien hinreichend beschreibbar ist. Er konstituiert sich allein über das Ineinanderwirken beider Pole. Von der Integration privater Gläubiger in die Politik frühneuzeitlicher Staaten über die Entstehung von Zentralbanken und öffentlichem Kredit bis hin zum gegenwärtigen ‚Finanzmarktkapitalismus‘ lässt sich ein Typus ökonomischen Regierens verfolgen, ein Finanzregime, das sich schließlich gegen die Demokratisierung politischer Macht immunisierte.

 

Der Vortrag ist öffentlich. Er findet im Georg Simmel-Saal des Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, 3. Stock, statt.

 

Joseph Vogl, geb. 1957, ist Professor für Neuere deutsche Literatur, Literatur- und Kulturwissenschaft/Medien an der Humboldt-Universität zu Berlin und Permanent Visiting Professor an der Princeton University. Promotion in Neuerer deutscher Literatur an der LMU München (1990), Habilitation für Neuere deutsche Literaturwissenschaft ebendort (2001). Seit 1998 Professor für Theorie und Geschichte künstlicher Welten an der Bauhaus- Universität Weimar, seit 2006 an der HU Berlin. Forschungsschwerpunkte: Geschichte und Theorie des Wissens; Geschichte von Gefahr und Gefährlichkeit in der Neuzeit; Diskurs- und Medientheorie; Literaturgeschichte vom 18. bis 20. Jahrhundert. Zuletzt erschienen: Der Souveränitätseffekt (diaphanes 2015), Das Gespenst des Kapitals (diaphanes 2010), Soll und Haben. Fernsehgespräche (mit Alexander Kluge, diaphanes 2009), Über das Zaudern (diaphanes 2007), Kalkül und Leidenschaft. Poetik des ökonomischen Menschen (diaphanes 2002).


Contact:

Markus Messling


Location:
Salle Germaine Tillion
Friedrichstrasse 191

10117
Berlin
Deutschland