Research Seminar

Mobilität und Freizügigkeit – Produktion und Politisierung von Europawissen

November 12, 2018 10:00 AM - 12:00 PM

Vortrag: Nikola Tietze (CMB)

Mobilität und Freizügigkeit stellen zwei Grundbegriffe Europas dar. Sie charakterisieren nicht nur das Selbstverständnis der Europäischen Union. Auch dienen sie dazu, die verschiedenen Instanzen und Akteure im transnationalen europäischen Raum aufeinander zu beziehen. Gewissermaßen als Proxy-Server vermitteln sie zwischen europäischen Institutionen, Mitgliedstaaten, Arbeitsmärkte, Unionsbürgern, Migranten, internationalen Organisationen, nationale und europäische Gerichte etc. Warfen Mobilität und Freizügigkeit in der Gründungsphase der Europäischen Gemeinschaften zunächst eher technische Fragen und Problemstellungen auf, bilden sie heute zentrale Topoi politischer Kontroversen über Europa. Der Vortrag greift die Spannungen und Widersprüche zwischen symbolischer Gestaltung sowie politischer Konstruktion des transnationalen europäischen Raums und seiner institutionellen sowie technisch-administrativen Organisation auf. Anhand dessen will er einen Einblick zum einen in die Formate und Instrumente der Beschreibung Europas, zum anderen in die spezifisch europäischen Maßstäbe öffentlichen Handelns (action publique) geben. Er baut auf die gemeinsam mit Kollegen entwickelten Vorüberlegungen zu einem soziologisch-historischen Forschungsprojekt über die Produktion und Politisierung von Europawissen auf.


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Nikola Tietze