Research Seminar

Zwischen 'Deutschen', 'Russen' und 'Migranten': Die Aushandlung russlanddeutscher Zugehörigkeiten im Spannungsfeld nationalstaatlicher Kategorisierungen

January 22, 2018 10:00 AM - 12:00 PM

»Zwischen 'Deutschen', 'Russen' und 'Migranten': Die Aushandlung russlanddeutscher Zugehörigkeiten im Spannungsfeld nationalstaatlicher Kategorisierungen«
Die Besonderheit der sogenannten ko-ethnischen Migrationen von Russlanddeutschen aus der ehemaligen Sowjetunion im Vergleich zu anderen Migrationsbewegungen ist, dass die betroffenen Personen vom deutschen Staat nicht als ausländische Migrant_innen, sondern als in ihr „Heimatland“ zurückkehrende, „deutsche Volkszugehörige“ kategorisiert werden. Aufgrund einer angenommenen gemeinsamen ethnischen Zugehörigkeit wird ihnen zum Zeitpunkt ihrer Aufnahme in Deutschland die deutsche Staatsangehörigkeit zuerkannt. Diese staatliche Definition des „Deutschseins“ steht jedoch oftmals in starkem Gegensatz zu den transnationalen, alltagsweltlichen Erfahrungen der betroffenen Migrant_innen. Die große Mehrheit der seit den 1990er Jahren zugewanderten Russlanddeutschen wurde in einem russischsprachigen Kontext sozialisiert und kehrt somit in ein Land „zurück“, in dem sie selbst nie gelebt haben. Vor diesem Hintergrund nimmt mein Beitrag das Spannungsverhältnis zwischen nationalstaatlicher Kategorisierung und ethnischer Identifikation von Russlanddeutschen in den Blick. Er fragt danach, wie russlanddeutsche Zugehörigkeiten im Kontext wirkmächtiger, institutionalisierter Deutungsmuster des „Deutschseins“ oder „Migrantseins“ „gemacht“, d.h. performativ hergestellt und interaktiv ausgehandelt werden.
 
Der Vortrag wird in deutscher Sprache gehalten. Den Kommentar spricht Regina Römhild (Humboldt Universität zu Berlin)
Sie sind/ Ihr seid herzlich eingeladen! Au plaisir de vous y retrouver nombreux-ses.

Contact:

Caroline Garrido


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Georg-Simmel Saal
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Berlin
Deutschland