algodiv

Wissenschaftliche Leitung: Camille Roth

Welcher Logik folgen Internet-Algorithmen, die bestimmte Informationen gezielt auswählen und andere vernachlässigen? Wie lässt sich dieser Auswahlmechanismus messen, überprüfen und kontrollieren? Algorithmen gewinnen zunehmend an Bedeutung, wenn es um die Organisation und Hierarchisierung digitaler Informationen im Internet geht. Wie sollten ForscherInnen auf die zunehmende Verunsicherung der NutzerInnen angesichts dieses Trends reagieren? Können Algorithmen „neutral“ sein? Was ist die Absicht derer, die diese Art von Algorithmen entwickeln? Was sind die Konsequenzen dieser Entwicklung für die Autonomie und Entscheidungsfreiheit der InternetnutzerInnen?

Das interdisziplinäre Projekt „algodiv“ hat den Anspruch, sich aus einer wissenschaftlichen Perspektive heraus diesem politisch, wirtschaftlich und kulturell relevanten Thema zu widmen. Dabei soll es einerseits um die verschiedenen Bedeutungen des Begriffs der Informationsvielfalt und andererseits um die Erfassung entsprechender Metriken gehen. Des Weiteren soll empirisch und experimentell untersucht werden, welche Auswirkungen die Selektion von Informationen durch Algorithmen auf die NutzerInnen und deren Verhalten hat und welche Alternativen NutzerInnen zur Verfügung stehen.

Durch die Zusammenarbeit von InformatikerInnen und ForscherInnen aus den Sozialwissenschaften befasst sich das Projekt algodiv mit dem Thema der Informationsvielfalt im Rahmen der Untersuchung von drei verschiedenen Algorithmenkonfigurationen, die auf folgende Bereiche abzielen: die Struktur von Weblinks, die sozialen Verbindungen der NutzerInnen sozialer Netzwerke und das Konsultieren bestimmter Websites. Zur Untersuchung dieses letzten Bereiches wird eine spezifische Datenmenge bearbeitet, die dem Projekt im Rahmen einer Zusammenarbeit mit der Firmengruppe „Le Monde“ zur Verfügung steht.

Diese drei Themenfelder bilden den Hintergrund für informationstechnologiespezifische und soziologische Untersuchungen, die mit dem Ziel durchgeführt werden, die vom System produzierte Informationsselektion den digitalen Praktiken gegenüberzustellen. In einigen Fällen werden spezifische Experimente durchgeführt, um noch direkter den Zusammenhang zwischen der angebotenen und genutzten Informationsvielfalt messen zu können.

Für weiterführende Informationen und Veranstaltungshinweise besuchen Sie hier die Homepage des Projekts.