{"id":22852,"date":"2025-08-05T10:00:43","date_gmt":"2025-08-05T08:00:43","guid":{"rendered":"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/Drittmittelprojekte\/madaf\/"},"modified":"2025-08-05T10:00:43","modified_gmt":"2025-08-05T08:00:43","slug":"madaf","status":"publish","type":"dm_projekte","link":"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/fr\/Drittmittelprojekte\/madaf\/","title":{"rendered":"MaDaF"},"content":{"rendered":"<section class=\"header-section\">\n    <h1 class=\"block-headline\">MaDAf<\/h1>\n\n<\/section>\n\n\n\t<section class=\"subheadline_section\">\n\t    <h2 class=\"block-subheadline\">A History of Madness in Africa: Governing Mental Disorder during Decolonisation (1940s \u2013 1970s)<\/h2>\n\t<\/section>\n\n\n\n<section class=\"one-box-text-section\">\n    \n    <div class=\"box-container full\">\n                    <div class=\"text-box\">\n                <p><strong>Projektleitung:<\/strong>\u00a0Romain Tiquet (CMB)<br \/>\n<strong>F\u00f6rdermittelgeber:<\/strong>\u00a0ERC Starting Grant<br \/>\n<strong>Projektpartner:\u00a0<\/strong>Institut des Mondes Africains (IMAF),\u00a0CMB<br \/>\n<strong>Laufzeit:<\/strong>\u00a02020 \u2013 2025<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<p><strong><a href=\"https:\/\/madaf.hypotheses.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">https:\/\/madaf.hypotheses.org\/<\/a><\/strong><\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<div>\n<p>Das Thema Wahnsinn auf dem afrikanischen Kontinent, das besonders von der Soziologie oder der Anthropologie analysiert wird, stellt bislang einen blinden Fleck in der historischen Forschung dar.<\/p>\n<p>Dieses Forschungsprojekt schafft die Grundlage f\u00fcr die erste vergleichende und vernetzte Studie zum Thema Wahnsinn in mehreren afrikanischen L\u00e4ndern. Der Vergleich erm\u00f6glicht es, \u00fcber einen langen Zeitraum und in Gebieten des ehemaligen franz\u00f6sischen und britischen Kolonialreichs die Vielfalt der lokalen Situationen, die Verbindungen und die Zirkulation von Diskursen, Praktiken und Akteuren zu untersuchen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wahnsinn ist in erster Linie als Kategorie zu verstehen, auf die \u00dcberzeugungen und (klinische, politische usw.) Kenntnisse projiziert werden und \u00fcber die soziale Kontrolle ausge\u00fcbt wird. Im Mittelpunkt des Projektes steht es, den Prozess der Etikettierung und Kennzeichnung von Wahnsinn zu betrachten. Im weiteren Sinne soll es dazu anregen, die vielf\u00e4ltigen Vorstellungen von Wahnsinn miteinander in Beziehung zu setzen. Das hei\u00dft, diejenigen Vorstellungen, die von den (post-)kolonialen Beh\u00f6rden in einer Dynamik der Abwertung konstruiert wurden, und die vielf\u00e4ltigen Vorstellungen der afrikanischen Gesellschaften, die zumeist Akzeptanz und einen kollektiven Umgang mit dem Wahnsinn angestreben, welcher als heiliges, mystisches oder magisches Ph\u00e4nomen verstanden wird.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2>Das Projekt<\/h2>\n<p>Dieses Projekt m\u00f6chte den begrenzten Rahmen der psychiatrischen Einrichtungen verlassen und die Vielzahl der Orte hinterfragen, an denen psychische St\u00f6rungen auftreten (Stra\u00dfe, Gericht, Gef\u00e4ngnis, Polizeistation, Dorf usw.). Es hinterfragt das Gew\u00f6hnliche des Wahnsinns durch eine Studie auf \u00ab\u00a0Quellenniveau\u00a0\u00bb und \u00ab\u00a0Bodenniveau\u00a0\u00bb, indem es die Analyse auf mehreren Ebenen, von lokal bis transnational, einbezieht, um die Kluft zwischen Diskursen, Praktiken und individuellen Erfahrungen mit dem Wahnsinn zu erfassen. Ich mobilisiere eine Vielzahl von schriftlichen Quellen (Verwaltungsarchive, Presse), von denen einige im afrikanischen Kontext noch nie erforscht wurden (psychiatrische Archive, Patientenakten), aber auch ikonografische und m\u00fcndliche Quellen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das Projekt ist in drei komplement\u00e4re Forschungsbereiche gegliedert. Der erste befasst sich vergleichend und \u00fcber einen l\u00e4ngeren Zeitraum mit den unterschiedlichen Darstellungen, der Entstehung und der Verwendung verschiedener Definitionen von psychischen St\u00f6rungen zur Charakterisierung, Identifizierung und Kontrolle der Bev\u00f6lkerung w\u00e4hrend der Kolonial- und Postkolonialzeit. Dieses Projekt befasst sich sowohl mit den von der Politik und den Gesellschaften produzierten Diskursen und Praktiken \u00fcber den Wahnsinn in Afrika, fragt aber auch danach, was der Wahnsinn \u00fcber die Politik und die Gesellschaft auf dem Kontinent aussagt. In einem zweiten Forschungsbereich interessiere ich mich f\u00fcr die verschiedenen Formen des Umgangs mit Wahnsinn, sei es im Rahmen psychiatrischer Kliniken und asylartiger Einsperrung oder im Rahmen des repressiven und polizeilichen Umgangs mit geistiger Unordnung durch verschiedene Beh\u00f6rden. In einem dritten Forschungsbereich schlie\u00dflich nimmt dieses Projekt einen Ma\u00dfstabwechsel vor und konzentriert sich auf die Individuen, auf die \u00ab\u00a0Verr\u00fcckten\u00a0\u00bb, die nicht als blo\u00dfe Objekte eines politischen oder medizinischen Wissens betrachtet werden, sondern als Subjekte und Akteure ihrer eigenen Geschichten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die Geschichte des Wahnsinns auf dem afrikanischen Kontinent erm\u00f6glicht eine doppelte Dezentrierung mit vielf\u00e4ltigen heuristischen Potenzialen. Erstens erm\u00f6glicht eine Geschichte des Wahnsinns von Westafrika aus, die Geschichte des Staates und der westafrikanischen Gesellschaften w\u00e4hrend der kolonialen und postkolonialen Zeit von den R\u00e4ndern her zu beleuchten. Zweitens erm\u00f6glicht die Untersuchung psychischer St\u00f6rungen in Westafrika au\u00dferhalb ihres streng psychiatrischen Aspekts eine erneuerte Analyse der Geschichte des Wahnsinns und f\u00fcgt sie in eine globalere Perspektive ein.<\/p>\n<\/div>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Team<\/h2>\n<div>\n<p>Das MaDAf-Forschungsteam besteht aus Dr. Romain Tiquet, Forschungsleiter (CNRS- CMB Berlin); drei Post-Doktoranten: Dr. Gina A\u00eft Mehdi (CNRS \u2013 IMAF Marseille), Dr. Camille Evrard (CNRS \u2013 IMAF Marseille) und Dr. Paul Marquis (CNRS \u2013 IMAF Marseille); Und assoziierten Forschern: Dr. Papa Mamadou Diagne (Institut Pasteur), MA. Cecilia Dracchio (Sapienza Universit\u00e4t Rome), Dr. M\u00e9lanie Henry (EHESS-IIAC), Dr. Katie Kilroy-Marac (University of Toronto), Dr. Olivia Legrip Randriambelo (LARHRA, Lyon), MA. Frederic Macia (Lyon II), MA. Gaia Manetti (Universit\u00e9 de Gen\u00e8ve \/ Pisa Universit\u00e4t), Dr. Nana Quarshie (University of Yale), Dr. Misha Suter (IHEID Gen\u00e8ve) und MA. Annigje Van Dijk (KU Leuven). Nancy Rose Hunt (University of Florida) ist die Ethikberaterin des Projekts.<\/p>\n<p>Dr. Lucile Debras (Berlin) ist die finanzielle Projektleiterin. Dieses transnationale Forschungsprojekt wird mit Mitteln des Europ\u00e4ischen Forschungsrates erm\u00f6glicht (StG- 852448-MaDAf).<\/p>\n<\/div>\n            <\/div>\n              \n    <\/div>\n<\/section>\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"400\" height=\"134\" src=\"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/csm_1500x500_1__4be8ec95ac.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-18389\" style=\"width:433px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/csm_1500x500_1__4be8ec95ac.jpg 400w, https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/wp-content\/uploads\/2025\/08\/csm_1500x500_1__4be8ec95ac-300x101.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 400px) 100vw, 400px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"featured_media":0,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"categories":[181,183],"class_list":["post-22852","dm_projekte","type-dm_projekte","status-publish","hentry","category-aktuelle-drittmittelprojekte","category-europaeische-mittel"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/dm_projekte\/22852","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/dm_projekte"}],"about":[{"href":"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/dm_projekte"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22852"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22852"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}