{"id":22881,"date":"2025-08-04T15:53:00","date_gmt":"2025-08-04T13:53:00","guid":{"rendered":"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/Drittmittelprojekte\/dream\/"},"modified":"2025-08-04T15:53:00","modified_gmt":"2025-08-04T13:53:00","slug":"dream","status":"publish","type":"dm_projekte","link":"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/fr\/Drittmittelprojekte\/dream\/","title":{"rendered":"DREAM"},"content":{"rendered":"<section class=\"header-section\">\n    <h1 class=\"block-headline\">DREAM<\/h1>\n\n<\/section>\n\n\n\t<section class=\"subheadline_section\">\n\t    <h2 class=\"block-subheadline\">Drafting and Enacting the Revolutions in the Arab Mediterranean. In Search for Dignity \u2013 from the 1950&#039;s until today<\/h2>\n\t<\/section>\n\n\n\n<section class=\"one-box-text-section\">\n    \n    <div class=\"box-container full\">\n                    <div class=\"text-box\">\n                <div>\n<p>Projektleitung:\u00a0Leyla Dakhli (CMB)<br \/>\n<strong>F\u00f6rdermittelgeber:\u00a0<\/strong>ERC Consolidator Grant<br \/>\n<strong>Projektpartner:<\/strong>\u00a0Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis (IISG-KNAW), Centre d\u2019histoire sociale des mondes contemporains (CHS),\u00a0CMB<br \/>\n<strong>Laufzeit:<\/strong>\u00a02018 \u2013 2024<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/dream.hypotheses.org\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mehr Information auf der Webseite des ERC-Projekts DREAM<\/a>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wenn \u00fcber die Revolution im arabischen Mittelmeerraum gesprochen wird, gibt es immer noch zwei gro\u00dfe zeitliche Perioden, die den historischen Horizont zu tr\u00fcben versuchen: Als Erstes w\u00e4ren da die Bewegungen von 2010 bis 2011 zu nennen, deren Status als Revolution\/-en in den verschiedenen Diskussionen um Jahreszeiten von Fr\u00fchling und Winter verschlungen wurden; als Zweites w\u00e4ren da die Revolutionen zu nennen, die mit der Entkolonialisierung und den nationalen Emanzipationsk\u00e4mpfen der 1930er bis 1960er Jahre zusammenhingen. Die meisten dieser Revolutionen beschr\u00e4nkten sich auf nationale Bezugsrahmen und wurden zu Instrumenten autorit\u00e4rer Regime, wie wir heute anhand den Nachz\u00fcgen der Algerischen Revolution, dem Staatsstreich der Baath-Partei in Syrien, der Libyschen Revolution der \u00ab\u00a0Volksdemokratischen Republik\u00a0\u00bb, oder der Nasserianische Revolution in \u00c4gypten sehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zwischen diesen beiden Perioden (1930er-60er und 2010-2011), so wird uns suggeriert, sei nichts passiert. Dieses Projekt jedoch versucht einen Weg zu ebnen, der es uns erm\u00f6glichen soll zu verstehen, was wir meinen, wenn wir von \u00ab\u00a0Revolutionen\u00a0\u00bb sprechen. In diesem Projekt setzen wir weniger auf den \u201e\u00dcberraschungsmoment\u201c einer Revolution oder den Diskurs von \u201ePl\u00f6tzlichkeit\u201c. Stattdessen hei\u00dfen wir es willkommen, dass politischer Ausdruck weit mehr umfasst als das, was \u00fcblicherweise angenommen wird. Wir wollen einen Diskurs \u00fcber unser Verst\u00e4ndnis von Revolution in Gang bringen, der das K\u00f6rperliche, sowie Emotionen, Schweigen und Auslassungen mitbetrachtet. Unsere neue Herangehensweise veranlasst\u00a0 uns somit Revolution als einen anhaltenden Prozess in Zeit und Raum zu betrachten und nicht nur als ein Ereignis in der Geschichte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Es werden \u00f6ffentliche und private Archive der revolution\u00e4ren Zeiten von DREAM genutzt. Indem DREAM die Forschung zu den \u00ab\u00a0Ungovernables\u00a0\u00bb\/ den \u201eUnregierbaren\u201c nutzt und somit Formen des gew\u00f6hnlichen infra-politischen Widerstands (Scott, 1990) beleuchten kann, wird DREAM zweierlei zeigen k\u00f6nnen: 1) Dass Mikro-Widerst\u00e4nde nicht von Momenten revolution\u00e4rer Explosion getrennt werden k\u00f6nnen, und 2) dass eine \u00ab\u00a0revolution\u00e4re \u00dcberraschung\u00a0\u00bb durch ein Phantasma konstruiert wird, dass \u00ab\u00a0unbewegliche\u00a0\u00bb Perioden zwischen \u00ab\u00a0revolution\u00e4ren Ereignissen\u00a0\u00bb fantasiert. DREAM wird allerdings mit seiner Forschung zeigen, dass diese Perioden ebenso reich an revolution\u00e4rem Potenzial und Verlangen nach sozialem Wandel sind, wie die Perioden w\u00e4hrend und nach den sogenannten \u00ab\u00a0revolution\u00e4ren Momenten\u00a0\u00bb.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<\/div>\n<div>\n<h2>Das Projekt<\/h2>\n<p>Durch die Geschichtsschreibung, die in diesem Projekt geschehen wird, wollen wir \u00ab\u00a0die enorme Herablassung der Nachwelt\u00a0\u00bb aufgeben (Thompson, 1963\/1991: 12), die sich durch die Metaphern zum sogenannten Arabischen Herbst und Globalisierungstheorien zeigen, die dazu tendieren, Revolutionen als \u00ab\u00a0Spielzeug der Geschichte\u00a0\u00bb darzustellen. Revolution, verstanden als die Aneignung von Politik durch Menschen, die so zu einer Gruppe werden, liegt nicht nur in Protesten und Barrikaden, sondern auch in deren \u00ab\u00a0Zwischenzeit\u00a0\u00bb (\u00ab\u00a0L&rsquo;entre-temps\u00a0\u00bb, vgl. Boucheron, 2013). Die Periode, in der die Ver\u00e4nderungen einer Revolution reifen und ihre Fr\u00fcchte tragen, ist ebenso entscheidend wie alles andere. Das DREAM Projekt stellt somit folgende Hypothese auf: Wenn Geschichte von der reinen Erz\u00e4hlung des Kampfes befreit werden kann &#8211; wenn sie beschlie\u00dft, sich auf Ged\u00e4chtnisl\u00fccken und blinde Flecken genauso zu konzentrieren, wie auf die \u00dcberf\u00fclle des Diskurses &#8211; dann kann sie zu einem Verst\u00e4ndnis der nicht so weit entfernten Vergangenheit gelangen, auch wenn die revolution\u00e4ren Ereignisseselbst damit drohen, laut und m\u00e4chtig wie sie nun mal sind, alles andere zu \u00fcbert\u00f6nen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>F\u00fcr uns reicht es nicht aus, die Geschichte der Revolten und die repressiven oder unterdr\u00fcckenden Reaktionen, die sie hervorrufen, zu untersuchen, da Revolten und Antworten miteinander verflochten sind. Es wird auch nicht ausreichen zu beobachten, dass diese Aufst\u00e4nde lediglich Ausdruck von Unzufriedenheit mit autorit\u00e4ren Regimen sind und eine Reihe von Perioden oder \u201eann\u00e9es de plomb\u201c bilden, gefolgt von mehr oder weniger stabilen Fr\u00fchlingen. Stattdessen ist es an der Zeit, die Geschichte geduldig zu rekonstruieren, zur\u00fcckzugehen und zu untersuchen, wie sich diese Ereignisse gegenseitig widerspiegeln, zum Teil widerspr\u00fcchliche Erinnerungen hervorzurufen, wie interne Wege und ihre Besonderheiten zu verstehen sind, und was es f\u00fcr Sprachen sind, die genutzt wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Innerhalb von DREAM bem\u00fchen wir uns, Geschichte zu schreiben um vor allem zu lokalisieren, zu datieren und zu identifizieren, was wir unter Revolution und der Zeit davor verstehen k\u00f6nnen. Der n\u00e4chste Schritt besteht darin, Typologien zu etablieren, akzeptierte und bestehende Terminologien zu verfeinern oder zu kritisieren. Sobald Archive identifiziert und gesammelt wurden m\u00fcssen wir sie bearbeiten, die Stimmen und Ger\u00e4usche darin hervorheben, die bisher von anderen, die lauter sprachen, \u00fcbert\u00f6nt wurden. Zwischen dem Schweigen und den \u00fcberw\u00e4ltigenden Worten von F\u00fchrern und Siegern, gibt es Projektionen und Hoffnungen, Fl\u00fcstern und Stimmen von unvollendeten Aufst\u00e4nden (die immer noch im Entstehen begriffen sind). Diese Stimmen dienen uns als roter Faden, der uns helfen kann, die Geschichte der allt\u00e4glichen Aspekte von Aufst\u00e4nden, Hoffnungssch\u00fcben und Entt\u00e4uschungen, sowie deren Ablagerungen, zu erschaffen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>DREAM schreibt die Geschichte der Revolutionen in den Mittelmeerregionen, indem wir diese als historische Objekte verstehen und nicht als Idealtypen, die von isolierten und\/oder ikonischen Akteuren verk\u00f6rpert werden. Stattdessen betrachtet DREAM Revolutionen als multidimensionale Ph\u00e4nomene. Das Projekt wird somit in einem st\u00e4ndigen Dialog mit den j\u00fcngsten Entwicklungen in der Geschichtsschreibung von Revolutionen stehen, die Emotionen und Aufruhr und das Wesen von Menschen in Bewegung untersuchen (Timothy Tackett, 1996). Obwohl wir versuchen, die Geschichte des mediterranen arabischen Raumes als einen Raum unter vielen anderen zu beschreiben, wollen wir uns trotzdem auf die besondere Produktion revolution\u00e4rer Werkzeuge des Mittelmeerraums konzentrieren und gleichzeitig Fragen und Hypothesen mit historischen Erfahrungen anderer R\u00e4ume und Zeiten teilen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Das DREAM-Forschungsteam besteht aus Dr. Leyla Dakhli, Forschungsleiterin (CNRS- CMB Berlin); drei Post-Doktoranten: Dr. Youssef El-Chazli (CNRS \u2013 CHS Paris), Dr. M\u00e9lanie Henry (CNRS \u2013 CHS Paris) und Dr. Giulia Fabbiano (CNRS \u2013 CHS Paris); Und assoziierten Forschern: Dr. Elena Chiti (Stockholm University), Dr. Samer Frangie (American University of Beirut), Dr. Loulouwa al-Rachid (Carnegie Middle East Center, Beirut), Dr. Fadi Bardawil (University of North Carolina, Chapel Hill), Dr. Kmar Bendana (Universit\u00e9 de la Manouba, Tunis), Dr. Amin Allal (CNRS \u2013 IRMC Tunis), Dr. Sophie Wahnich (CNRS \u2013 IIAC Paris) und Dr. Yann Potin (Archives nationales, Paris). Schlie\u00dflich ist Leila Mousson, Archivarin, f\u00fcr die arabische Sprachsammlung am ISSH-Amsterdam verantworlich und unsere dortige Hauptansprechpartnerin.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Um hohe Forschungsstandards gew\u00e4hrleisten zu k\u00f6nnen, besteht unsere Ethikkommission aus Dr. Myriam Catusse (CNRS &#8211; Aix-en-Provence), Dr. Jihane Sfeir (Universit\u00e9 libre de Bruxelles), Dr. Vincent Lemire (Universit\u00e9 de Marne-la-Vall\u00e9e), Dr. Jillian Schwedler (City University of New York).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dr. Lucile Debras (Berlin) ist die finanzielle Projektleiterin und Dorothee Mertz (Berlin) ist die Projektkoordinatorin. Dieses transnationale Forschungsprojekt wird mit Mitteln des Europ\u00e4ischen Forschungsrates erm\u00f6glicht (CO-771453-DREAM).<\/p>\n<\/div>\n            <\/div>\n              \n    <\/div>\n<\/section>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"","protected":false},"featured_media":18464,"template":"","meta":{"_acf_changed":false},"categories":[187,183],"class_list":["post-22881","dm_projekte","type-dm_projekte","status-publish","has-post-thumbnail","hentry","category-ehemalige-drittmittelprojekte","category-europaeische-mittel"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/dm_projekte\/22881","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/dm_projekte"}],"about":[{"href":"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/types\/dm_projekte"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media\/18464"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=22881"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/cmb.hu-berlin.de\/fr\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=22881"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}