30 Jahre Centre Marc Bloch

Veranstaltungsübersicht
 

Gesprächsreihe

Europa: Herausforderungen in Vergangenheit und Gegenwart
20. September 2022 | 18:00 
Französische Botschaft in Berlin

  • Patricia Clavin, Univeristy of Oxford
  • Jean-Marc Ferry, Université de Nantes (tbc)
  • Gwendolyn Sasse, Zentrum für Osteuropa- und internationale Studien (ZOiS), Berlin
  • Balazs Trencsenyi, Central European University, Budapest

Was ist und wo liegt eigentlich Europa? Was auf den ersten Blick eine rhetorische Frage zu sein scheint, stand gesellschaftlich und politisch selten so zur Diskussion wie in den letzten Jahren. Finanzkrise und Brexit, populistische Bewegungen, humanitäre Hilfseinsätze im Kontext einer strikten Grenzsicherungspolitik an den EU-Außengrenzen, der Streit um die Haltung gegenüber der Trump-Administration, Klima-Krise und nicht zuletzt der Krieg in der Ukraine stell(t)en die europäischen Gesellschaften vor eine Vielzahl von Herausforderungen. Die Lösungsansätze sind genauso komplex wie die Probleme, reichen sie doch von einer Reform der EU-Institutionen über Vorschläge zur Ausbildung einer postnationalen Identität bis zum Rückzug in eine streng national ausgerichtete Politik. Die Podiumsdiskussion greift diese widersprüchliche Vielfalt an Themen, Anforderungen und Erwartungshaltungen auf und diskutiert sie aus einer deutsch-französischen Perspektive: Vor welchen Herausforderungen stehen die europäischen Gesellschaften heute und wie unterscheiden sich west- und osteuropäische Perspektiven auf die Probleme und Herausforderungen? Bei der Beantwortung dieser und anderer Fragen wird die Bedeutung, die den deutsch-französischen Beziehungen hierbei zukommt, eine besondere Rolle spielen und die Frage, was diese Herausforderungen konkret für die geistes- und sozialwissenschaftliche Europaforschung bedeuten.

 

Herausforderung Klimawandel: Die sozialwissenschaftliche Expertise in der internationalen Klimapolitik
(im Rahmen des Festakts)
25. Oktober 2022 | 17:00
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

  • Stefan Aykut, Universität Hamburg
  • Marc Fleurbeay, CNRS / Paris School of Economics
  • Magali Reghezza-Zitt, Ministère de l’Enseignement et de la Recherche (MESR), École Normale Supérieure, Paris
  • Safietou Sanfo, WASCAL (West African Science Service Centre on Climate Change and Adapted Land Use)

Die Auseinandersetzung mit dem Thema Klimawandel wird von einer intensiven Diskussion darüber geprägt, wie der klimaneutrale Umbau unserer europäischen Gesellschaften aussehen sollte und was er für die Menschen praktisch bedeuten könnte. Dabei geht es um Transformationsprozesse, die tief in gesellschaftliche Strukturen, in individuelle Routinen und kollektive Vorstellungswelten eingreifen und diese grundlegend verändern. Spätestens hier zeigt sich, dass die Herausforderung Klimawandel nur bewältigt werden kann, wenn noch stärker die sozialen und politischen Implikationen von Klimatechnologien ins Auge gefasst werden. Dafür muss das Gespräch zwischen der natur-, technik- und erdwissenschaftlichen Expertise und einer sozialwissenschaftlichen Forschung intensiviert werden, die die Auswirkungen des Klimawandels auf unser Zusammenleben zu verstehen versucht und Strategien entwirft, um den klimabedingten, durchaus konflikthaften Wandel unserer Gesellschaften aktiv und bewusst zu gestalten. Genau darum geht es in der Podiumsdiskussion: Welche Expertise bringen die Geistes- und Sozialwissenschaften als Expert:innen für soziale Prozesse und Zusammenhänge in die Gestaltung des Klimawandels ein? Wie sieht dieser gesellschaftswissenschaftliche Blick auf die Veränderungen aus und wie kann die sozialwissenschaftliche Expertise noch besser für die nationale und internationale Klimapolitik fruchtbar gemacht werden?

 

Die Welt von morgen: Ungleichheit und Teilhabe als wirtschaftspolitische Herausforderungen der Gegenwart
17. November 2022 | 18:00
Ort: tbc

  • Thomas Piketty, Sciences Po Paris
  • Laura Rischbieter, Universität Konstanz
  • Nikolaus Wolf, Humboldt-Universität zu Berlin

Forced Migration in Europe: On the History of a Contemporary Problem
8. Dezember 2022 | 18:00
Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung

  • Catherine Gousseff, CNRS / CEREC, Paris
  • Norman Naimark, Standford University

Nach 1945 schienen Zwangsmigration, Flucht und Vertreibung von ethnisch und national definierten Gruppen aus der europäischen Geschichte verschwunden. Der Kontinent gab sich in einem anderen, friedvolleren Licht: wachsender Wohlstand und die Machtverhältnisse (das atomare Patt) im Ost-West-Konflikt bewirkten, dass Staatsgrenzen zwar in vielen Regionen der Welt, nur nicht mehr in Europa gewaltsam verschoben wurden. Das Leid der unmittelbar betroffenen Bevölkerungen schien weit weg. Erst die Jugoslawienkriege in den 1990er Jahren weckten erneut das Bewusstsein dafür, dass politische und soziale Ordnungen reversibel sind. Aktuell stellen der russische Angriffskrieg auf die Ukraine und die damit einhergehende größte Fluchtbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg das europäische Selbstverständnis grundsätzlich infrage. Die Osteuropa- und Russlandhistoriker Catherine Gousseff (Paris) und Norman Naimark (Stanford) diskutieren über das Thema Gewalt, Flucht und Vertreibung in der europäischen Geschichte. Im Gespräch spüren sie den (verborgenen) Kontinuitäten dieser Phänomene nach und fragen nach ihrer Bedeutung für die Formierung der europäischen Staaten und Gesellschaften vom 20. Jahrhundert bis heute.

 

Die europäischen Gesellschaften und ihre koloniale Vergangenheit
1. März 2023 | 18:00
Ort: tbc

  • Bénédicte Savoy, Technische Universität Berlin
  • Souleymane Bachir Diagne, Columbia University

 


Festakt

25. Oktober 2022 | 14:00
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften

Begrüßungen

  • Christoph Markschies, Präsident der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
  • Jakob Vogel, Direktor des Centre Marc Bloch

Aktuelle Herausforderungen der geistes- und sozialwissenschaftlichen Forschung in Deutschland, Frankreich und Europa

  • Bettina Stark-Watzinger, Bundesministerin für Bildung und Forschung
  • Sylvie Retailleau, Ministre de l’Enseignement supérieur et de la Recherche (tbc)
  • Julia von Blumenthal, Präsidentin der Humboldt Universität zu Berlin

Deutsch-französische Perspektiven in der europäischen Forschungslandschaft. Potenziale, Herausforderungen, Visionen

  • Christophe Duhamelle, Centre interdisciplinaire d'études et de recherches sur l'Allemagne (CIERA), Paris
  • Eva Martha Eckkrammer, Deutsch-Französische Hochschule (DFH-UFA)
  • Barbara Stollberg-Rilinger, Wissenschaftskolleg zu Berlin
  • Cornelia Woll, Hertie School of Governance, Berlin

 


Science Slam

7. November 2022 | 18:00
Centre français de Berlin
Mit Unterstützung der Deutsch-Französischen Hochschule (DFH-UFA) und dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW-OFAJ).
In Zusammenarbeit mit dem Centre français de Berlin und Science Slam.

 


Ciné-Club in Kooperation mit ARTE

"Europa. Kontinent im Umbruch"
23. Mai 2022 | 18:00
Centre Marc Bloch
Andreas Pichler (Headwriter), Pierre-Olivier François (Regisseur), Kornelia Theune (Produzentin)

"Der Staat und sein Geld – Die Geschichte der Steuern“
4. Juli 2022 | 18:00
Centre Marc Bloch
Xavier Villetard (Regisseur)

 


Ausstellung

Les voies.x de la carte
7. Januar 2023
Institut français de Berlin

Cartographie sonore de Berlin
Marion Picker / Julio Velaso

 

 

Kontakt
Sébastien Vannier