Vortrag

ONLINE - Catherine Malabou: A Reading of Freud's Beyond the Pleasure Principle: COVID-19 and the Death Drive

01. März | 18:00

Bitte beachten Sie, dass diese Veranstaltung nur online stattfindet. Externe Interessierte können sich für die ZOOM-Veranstaltung unter folgender Adresse anmelden und bekommen die Zugangsdaten zugeschickt: anmeldung@cmb.hu-berlin.de

Catherine Malabou (Kingston University London / University of California Irvine)

At the time when Freud wrote Beyond the Pleasure Principle (1920), the First World War's scars were still very visible, and the Spanish flu (1918-2020) had killed millions of people. This extraordinary work was the written in the wake of a post-war and post-pandemic context. Hence its reflection on trauma, the compulsion to repeat and the death drive. Freud's leading question is to determine what kind of — symbolic, psychic, political — order takes over when the quest for pleasure and the tendency to avoid unpleasure cease to be the laws of the psyche, and repetition, suffering, despair, and obsession take over. Is it anarchy (as the expression beyond the principle, as a perfect translation of the Greek "anarkhia" induces) or the expression of an absolute drive for mastery (Bemächtigungstrieb)?


Kommentar: Amy Allen (Penn State University).

Im Rahmen der Reihe :

Systemrelevant? Was die Krise mit unserer Gesellschaft macht. Deutsch-französische und europäische Perspektiven.

Zurzeit erleben wir eine nie dagewesene globale Gesundheitskrise. Die durch COVID-19 ausgelöste Ausnahmesituation hat unsere gesellschaftliche Ordnung tiefgreifend verändert. Sie beeinträchtigt unser geistiges Wohlbefinden, sie beeinflusst unser soziales Leben, stellt bestehende politische Zusammenhänge infrage und erschüttert unsere Finanzsysteme. Die Verschiebung der Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Leben hat die Rolle der Technologie in unserem Alltag intensiviert. Die Krise zwingt uns, unser Verhältnis zur Wissenschaft, aber auch zur Umwelt zu überdenken. Politik, Forschung und Medien versuchen, die Welt nach der Krise zu imaginieren – was von apokalyptischen Prophezeiungen bis hin zum Entwurf ökologischer Utopien reicht. Doch nicht allein die Zukunft, auch die heutigen Auswirkungen der Krise auf unzählige Bereiche unserer Gesellschaften müssen in aller Dringlichkeit reflektiert werden.

In diesem Kontext will das Centre Marc Bloch, deutsch-französisches Forschungszentrum für Geistes- und Sozialwissenschaften, das sich hauptsächlich mit den Transformationen Europas und dessen Platz in einer globalen Welt beschäftigt, seine Debatten einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen: Ein neues, offenes Online-Seminar bringt jeweils Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen – wie der Geschichte, der Philosophie, der Soziologie, den Politikwissenschaften, der Anthropologie, den Kulturwissenschaften oder den Gesundheits- und Umweltwissenschaften – zu thematischen Diskussionen zusammen, um die Auswirkungen der Pandemie auf unsere Gesellschaften in medias res zu beleuchten. Hierbei sind wir davon überzeugt, dass die Vergangenheit zum Verständnis der aktuellen Situation beitragen kann, unabhängig davon, ob diese außerordentlich ist oder sich in eine lange Dauer einschreibt, ob sie unsere gesellschaftlichen und politischen Strukturen verfestigt oder umwälzt oder ob sie tatsächlich zu einer Neubewertung dessen führt, was als „wesentlich“ oder „relevant“ für die Gesellschaft begriffen wird. Gesellschaftsanalyse in Krisenzeiten mithilfe der Geistes- und Sozialwissenschaften kann so zum Verständnis dessen beitragen, was mit uns geschieht, und uns dabei helfen, die sich aufdrängenden gesellschaftlichen Veränderungen einzuschätzen.

Kontakt: noa.levin@cmb.hu-berlin.de

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Online