Podiumsdiskussion

Das Europa der Populisten - [Reihe "Europa: eine Utopie in der Krise?"]

29. April | 18:00

Podiumsdiskussion mit Marc Lazar (Sciences-Po Paris), Bénédicte Laumond (CMB) und Balázs Trencsényi (Central European University).

Moderation: Johanna Luyssen (Libération)

D/F mit Simultanübersetzung.

In ganz Europa sind populistische Parteien im Aufwind. Sie berufen sich auf den "Willen des Volkes" und stellen die klassische Kultur der parlamentarische Repräsentation infrage. Damit rütteln sie an wesentlichen Grundfesten der demokratischen Ordnung, wie sie sich in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg herausgebildet hatte. Was aber steht hinter diesem "Volkswillen", den rechte wie linke PolitikerInnen in ganz Europa heraufbeschwören? Wie sind Elitenfeindlichkeit und antieuropäische Polemik verbunden? Sind die europäischen Demokratien im Zeitalter der direkten Meinungsäußerung in einer globalisierten digitalen Öffentlichkeit gegen populistische Anfeindungen gewappnet, die etwa auch aus den Vereinigten Staaten an sie herangetragen werden? Wird Europa etwa gerade Zeuge der Entstehung einer neuen Form der Demokratie?

Marc Lazar, Professor für Geschichte und politische Soziologie an der Universität Sciences Po Paris und Ko-Autor des kürzlich erschienenen Bandes Peuplecratie. La métamorphose de nos démocraties (Gallimard), Balázs Trencsényi, Historiker an der Central European University Budapest und Spezialist für die politische Ideengeschichte Mitteleuropas, und Bénédicte Laumond, Politikwissenschaftlerin am Centre Marc Bloch und Expertin für Rechtsextremismus in Deutschland und Frankreich, diskutieren vor dem Hintergrund der aktuellen Entwicklungen die verschiedenen Formen des Populismus in Europa und hinterfragen die Relevanz des „Populismus“-Konzepts in den Sozialwissenschaften.

Diese Veranstaltung ist Teil der Reihe  Europa: eine Utopie in der Krise? Geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung im Dialog.

Drei wichtige Meilensteine prägen Europa im Jahr 2019: Ende Mai wählen die EU-Bürgerinnen und -Bürger ein neues Parlament, im November jährt sich zum 30. Mal der Fall der Berliner Mauer und Großbritannien plant den Brexit. Das Centre Marc Bloch, deutsch-französische Institution mit europäischem Auftrag, begleitet dieses bedeutsame Jahr mit Debatten und Reflexionen zu den aktuellen Herausforderungen Europas – aus politologischer, soziologischer, juristischer, historischer, philosophischer und literaturwissenschaftlicher Perspektive. In unterschiedlichen Formaten und im interdisziplinären Dialog mit Gästen aus Europa und der Welt zieht das CMB Bilanz aus 30 Jahren Europa nach dem Kalten Krieg, hinterfragt zeitgenössische Entwicklungen und Konjunkturen und debattiert Zukunftsperspektiven.

Diese Reihe wird von der französischen Botschaft in Deutschland unterstützt.


Mehr Information über diese Reihe finden Sie hier : https://cmb.hu-berlin.de/kalender/europa-eine-utopie-in-der-krise/

Kontakt

Sara Iglesias
iglesias  ( at )  cmb.hu-berlin.de

Ort

Salle Germaine Tillion
Centre Marc Bloch
Friedrichstrasse 191
10117 Berlin



An-Institut

© Centre Marc Bloch 2018 - Deutsch-Französisches Forschungszentrum für Sozialwissenschaften, Berlin

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