Vortrag

Ende des Staatssozialismus – Ende des Sozialstaats? Sozialpolitik im langen 20. Jahrhundert

30. Mai 2017 18:00 Uhr

Im Rahmen der Vortragsreihe "Nach dem Ende der Illusion: Was bleibt vom Kommunismus im 21. Jahrhundert"

Ende des Staatssozialismus – Ende des Sozialstaats? Sozialpolitik im langen 20. Jahrhundert

Im Manifest der kommunistischen Partei formulierte Marx eine grundlegende Kritik der sozialen Reform: “Ein Teil der Bourgeoisie wünscht den sozialen Mißständen abzuhelfen, um den Bestand der bürgerlichen Gesellschaft zu sichern.“ Die kommunistischen Parteien und Regime griffen diese Kritik auf und taten bis in die 1960er Jahre „Sozialpolitik“ als eine „Krücke des Kapitalismus“ ab. Zugleich aber begünstigte die Angst vor einer revolutionären Ansteckung in Europa seit 1919 die Entstehung einer internationalen sozialpolitischen Agenda. Während des Kalten Kriegs sorgte die Systemkonkurrenz auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs für ein weiteres Anwachsen der Ausgaben für Sozialpolitik. Lässt sich im Umkehrschluss folgern, dass Niedergang und Sturz des kommunistischen Modells das Ende des westlichen Wohlfahrtsstaats verursacht haben?

 

Sandrine Kott, Historikerin. Professorin für Europäische Zeitgeschichte an der Université de Genève. Arbeitsgebiete: Geschichte des Sozialstaats und des Arbeitsrechts im 20. Jh. in Frankreich und Deutschland, Alltagsgeschichte der DDR. Publikationen u.a.: L’État social allemand. Représentations et pratiques, Belin: Paris 1995; Histoire de la société allemande au XXe siècle, Bd. 3: La RDA, 1949 – 1989, La Découverte: Paris 2011; Communism Day-to-Day. State Enterprises in East German Society, University of Michigan Press: Ann Arbor 2014.

 

Moderation: PD Dr. Winfried Süss (ZZF Potsdam)


Kontakt:

Catherine Gousseff


Ort:
Salle Germaine Tillion
Friedrichstrasse 191

10117
Berlin
Deutschland