Forschungsseminar

Lucie Lamy : Catégorisations soviétiques et (im)mobilités forcées : les »Allemands« en Lettonie soviétique

22. Juni | 10:00

Mobilität, Migration und räumliche Neuordnung

Trotz einer fast vollständigen Auswanderung der "Deutsch-Balten" (der deutschsprachigen Minderheit Estlands und Lettlands) in den Jahren 1939-1941 in das "Dritte Reich", stuften die Behörden der Sozialistischen Sowjetrepublik  Lettland in der Nachkriegszeit Sowjetbürger als "Deutsche" ein. Diese ethnische Kategorie, die Personen unabhängig von ihrer Selbstidentifikation zugewiesen wurde, hatte in vielen Fällen große (oft dramatische) Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen. Im Kontext der Zwangsregulierung von Mobilitäten konnte die Zuschreibung des "Deutschseins" einen starken Einfluss auf die Lebenswege (im buchstäblichen Sinn) der "Deutschen" im sowjetischen Lettland haben: Von der Deportation nach Sibirien bis zur (seltenen) Möglichkeit, nach Deutschland zu emigrieren, über Zuzugsverbote in eine bestimmte Stadt oder den Zwang, eine Wohnung zu verlassen. Der Vortrag wird verschiedene Formen von Zwangsmobilitäten und -immobilitäten beleuchten, sowie einer daraus resultierenden Reihe von - weder völlig freien, noch völlig erzwungenen - Reaktionen, Entscheidungen und Strategien auf Seiten der betroffenen Individuen nachgehen. Ziel ist es, Wege herauszustellen, die die verschiedenen Auswirkungen der Kategorisierung und Überwachung "deutscher" Sowjetbürger aufzeigen.

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