Vortrag

ONLINE – Etienne François: "Pandemie und Nation. Historische Perspektiven"

06. Juli | 14:00

Bitte beachten Sie, dass diese Veranstaltung nur online stattfindet. Externe Interessierte können sich für die ZOOM-Veranstaltung unter folgender Adresse anmelden und bekommen die Zugangsdaten zugeschickt: anmeldung@cmb.hu-berlin.de

Mit: Etienne François ( Prof. em. Freie Universität Berlin, Université Paris -1 Sorbonne )
Kommentar: Hedwig Richter ( Universität der Bundeswehr München )

Der Vortrag   behandelt  die Corona-Pandemie und vor allem den Umgang mit ihr, die entscheidende Bedeutung der Nation(en) in ihrer politischen, wirtschaftlichen, kulturellen und subjektiven Realität bestätigt haben - und gleichzeitig ihre durch die longue durée geprägte Aktualität nachweisen.

Etienne François, directeur du Centre Marc Bloch (1992-1999), professeur émérite d'histoire à l'Université Paris-I et à la Freie-Universität Berlin, Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Hedwig Richter ist Professorin für Neuere und Neueste Geschichte an der Universität der Bundeswehr München. Ihre Forschung wurde unter anderem mit dem Anna-Krüger-Preis des Wissenschaftskollegs zu Berlin ausgezeichnet. Zu ihren Arbeitsschwerpunkten gehören Demokratie- und Diktaturgeschichte, deutsche, europäische und transatlantische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert und Geschlechterforschung. Zuletzt erschien von ihr bei Suhrkamp „Aufbruch in die Moderne. Reform und Massenpolitisierung im Kaiserreich. Berlin 2021“.​


Im Rahmen der Reihe

Systemrelevant? Was die Krise mit unserer Gesellschaft macht. Deutsch-französische und europäische Perspektiven.

Zurzeit erleben wir eine nie dagewesene globale Gesundheitskrise. Die durch COVID-19 ausgelöste Ausnahmesituation hat unsere gesellschaftliche Ordnung tiefgreifend verändert. Sie beeinträchtigt unser geistiges Wohlbefinden, sie beeinflusst unser soziales Leben, stellt bestehende politische Zusammenhänge infrage und erschüttert unsere Finanzsysteme. Die Verschiebung der Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Leben hat die Rolle der Technologie in unserem Alltag intensiviert. Die Krise zwingt uns, unser Verhältnis zur Wissenschaft, aber auch zur Umwelt zu überdenken. Politik, Forschung und Medien versuchen, die Welt nach der Krise zu imaginieren – was von apokalyptischen Prophezeiungen bis hin zum Entwurf ökologischer Utopien reicht. Doch nicht allein die Zukunft, auch die heutigen Auswirkungen der Krise auf unzählige Bereiche unserer Gesellschaften müssen in aller Dringlichkeit reflektiert werden.

In diesem Kontext will das Centre Marc Bloch, deutsch-französisches Forschungszentrum für Geistes- und Sozialwissenschaften, das sich hauptsächlich mit den Transformationen Europas und dessen Platz in einer globalen Welt beschäftigt, seine Debatten einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen: Ein neues, offenes Online-Seminar bringt jeweils Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen – wie der Geschichte, der Philosophie, der Soziologie, den Politikwissenschaften, der Anthropologie, den Kulturwissenschaften oder den Gesundheits- und Umweltwissenschaften – zu thematischen Diskussionen zusammen, um die Auswirkungen der Pandemie auf unsere Gesellschaften in medias res zu beleuchten. Hierbei sind wir davon überzeugt, dass die Vergangenheit zum Verständnis der aktuellen Situation beitragen kann, unabhängig davon, ob diese außerordentlich ist oder sich in eine lange Dauer einschreibt, ob sie unsere gesellschaftlichen und politischen Strukturen verfestigt oder umwälzt oder ob sie tatsächlich zu einer Neubewertung dessen führt, was als „wesentlich“ oder „relevant“ für die Gesellschaft begriffen wird. Gesellschaftsanalyse in Krisenzeiten mithilfe der Geistes- und Sozialwissenschaften kann so zum Verständnis dessen beitragen, was mit uns geschieht, und uns dabei helfen, die sich aufdrängenden gesellschaftlichen Veränderungen einzuschätzen.

Kontakt

Chloé Risbourque
risbourque  ( at )  cmb.hu-berlin.de

Ort

Zoom