Podiumsdiskussion

ONLINE - Marcos Cueto - The Backlash against Global Health: Brazil and Aids, 2007-2019

28. Januar | 18:00

Bitte beachten Sie, dass diese Veranstaltung nur online stattfindet. Externe Interessierte können sich für die ZOOM-Veranstaltung unter folgender Adresse anmelden und bekommen die Zugangsdaten zugeschickt: anmeldung@cmb.hu-berlin.de

Mit: Marcos Cueto (Wissenschaftshistoriker an der Fiocruz, Rio de Janeiro, Brasilien)

This presentation will examine the decline of the AIDS Program in Brazil, the Latin American country most affected by the epidemic and for many years a model in Global Health. Up to 2007 the program was based on an alliance between the government and health activists and the supported life-saving drugs as public goods rather than commodities. The backlash was a result of a progressive government trying to appease neoliberals, a fragmented left, authoritarian and religious conservative political forces that came into power in 2016 and the contradictory influence of multilateral and bilateral agencies. The decline of anti-AIDS policies in Brazil also coincided with the end of the exceptional status AIDS enjoyed in many countries and organization since the late 1980s.

Diese Podiumsdiskussion wird gemeinsam mit Patricia Clavin, dem "Modern History Seminar"  und dem "Latin American Seminar" der History Faculty of Oxford University veranstaltet

Im Rahmen der Reihe

Systemrelevant? Was die Krise mit unserer Gesellschaft macht. Deutsch-französische und europäische Perspektiven.

Zurzeit erleben wir eine nie dagewesene globale Gesundheitskrise. Die durch COVID-19 ausgelöste Ausnahmesituation hat unsere gesellschaftliche Ordnung tiefgreifend verändert. Sie beeinträchtigt unser geistiges Wohlbefinden, sie beeinflusst unser soziales Leben, stellt bestehende politische Zusammenhänge infrage und erschüttert unsere Finanzsysteme. Die Verschiebung der Grenzen zwischen privatem und öffentlichem Leben hat die Rolle der Technologie in unserem Alltag intensiviert. Die Krise zwingt uns, unser Verhältnis zur Wissenschaft, aber auch zur Umwelt zu überdenken. Politik, Forschung und Medien versuchen, die Welt nach der Krise zu imaginieren – was von apokalyptischen Prophezeiungen bis hin zum Entwurf ökologischer Utopien reicht. Doch nicht allein die Zukunft, auch die heutigen Auswirkungen der Krise auf unzählige Bereiche unserer Gesellschaften müssen in aller Dringlichkeit reflektiert werden.

In diesem Kontext will das Centre Marc Bloch, deutsch-französisches Forschungszentrum für Geistes- und Sozialwissenschaften, das sich hauptsächlich mit den Transformationen Europas und dessen Platz in einer globalen Welt beschäftigt, seine Debatten einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen: Ein neues, offenes Online-Seminar bringt jeweils Forscherinnen und Forscher aus unterschiedlichen Disziplinen – wie der Geschichte, der Philosophie, der Soziologie, den Politikwissenschaften, der Anthropologie, den Kulturwissenschaften oder den Gesundheits- und Umweltwissenschaften – zu thematischen Diskussionen zusammen, um die Auswirkungen der Pandemie auf unsere Gesellschaften in medias res zu beleuchten. Hierbei sind wir davon überzeugt, dass die Vergangenheit zum Verständnis der aktuellen Situation beitragen kann, unabhängig davon, ob diese außerordentlich ist oder sich in eine lange Dauer einschreibt, ob sie unsere gesellschaftlichen und politischen Strukturen verfestigt oder umwälzt oder ob sie tatsächlich zu einer Neubewertung dessen führt, was als „wesentlich“ oder „relevant“ für die Gesellschaft begriffen wird. Gesellschaftsanalyse in Krisenzeiten mithilfe der Geistes- und Sozialwissenschaften kann so zum Verständnis dessen beitragen, was mit uns geschieht, und uns dabei helfen, die sich aufdrängenden gesellschaftlichen Veränderungen einzuschätzen.

Kontakt

Noa Levin
noa.levin  ( at )  cmb.hu-berlin.de

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History Faculty of Oxford University

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