Dr. Andrew Tompkins | Assoziierter Forscher

Mobilität, Migration und räumliche Neuordnung
Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, D-10117 Berlin
E-Mail: tompkins  ( at )  cmb.hu-berlin.de Tel: +49(0) 30 / 20 93 70700 or 70707

Mutterinstitut : University of Sheffield | Position : Lecturer (Dozent) | Fachbereich : Geschichte | former Abteilung : Department of History

Biographie

Andrew Tompkins arbeitet derzeit als Lecturer an der University of Sheffield, wo er deutsche und europäische Geschichte unterrichtet und zum Thema transnationaler Geschichte Europas des 20. Jahrhunderts forscht. Von 2013 bis 2016 war er Humboldt Post-Doc Fellow an der Humboldt-Universität zu Berlin, gefördert durch die Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder.

Sein aktuelles Forschungsprojekt untersucht die Erfahrungen der französischen, polnischen und deutschen Grenzlandbewohner am Rhein und an der Oder nach dem Zweiten Weltkrieg anhand sozial-, umwelt- und raumgeschichtlicher Ansätze. Seine Dissertation an der Universität Oxford behandelte den grenzüberschreitenden Protest gegen Atomkraftwerke in Frankreich und Westdeutschland in den 1970er Jahren. Sie erschien 2016 bei Oxford University Press.

Stipendium

2013-2016 Humboldt Post-Doc Fellow (Humboldt-Universität zu Berlin)

2012-2013 Bourse du Centre Marc Bloch

2011-2012 Michael Foster Memorial Scholarship (DAAD)

Forschungsthema

Fließende Grenzen? Der Rhein und die Oder-Neiße Linie seit 1945

Titel der Dissertation

'Better Active Today than Radioactive Tomorrow!': Transnational Opposition to Nuclear Power in France and West Germany, 1968-1981

Institution der Dissertation

Université de Sheffield

Betreuer

Robert Gildea and Jane Caplan

Fließende Grenzen? Der Alltag entlang des Rheins und der Oder-Neiße-Linie im Kalten Krieg

Territoriale Grenzen festigen die scheinbare Permanenz der Nationalstaaten räumlich in der Landschaft und verankern somit zwischenstaatliche Beziehungen in das Leben ihrer Einwohner. Jedoch sind Grenzen, wie jede soziale Konstruktion, veränderbar, und wenige Grenzen haben sich im Laufe des 20. Jahrhunderts so gewaltig verändert wie die Deutschlands zu seinen größten Nachbarn Frankreich und Polen. Die Grenzen entlang des Rheins und der Oder-Neiße-Linie nach 1945 waren zugleich Quellen alter Feindseligkeiten, neuer Ungleichheiten und gemeinsamer Probleme. Nichtdestotrotz schufen sie die Rahmenbedingungen für die Aufarbeitung des Zweiten Weltkrieges sowie für Integrationsversuche der beiden Blöcke des Kalten Krieges. „Fließende Grenzen“ analysiert, wie französische und westdeutsche Grenzlandbewohner einerseits sowie polnische und ostdeutsche andererseits die gemeinsamen Flussgrenzen in ihre Alltagspraktiken integrierten. Durch die gemeinsame Analyse von Ost- und Westeuropa werden Verflechtungen zwischen diesen Grenzregionen über den sogenannten „Eisernen Vorhang“ hinaus zum Vorschein gebracht. Das Projekt analysiert somit, wie Grenzlandbewohner Diskurse um „Europa“ und „sozialistische Brüderschaft“ in lokalen Konflikten umsetzten; wie sie umweltpolitische, ökonomische und soziale Probleme in ihrer nahen Umgebung in „internationale“ Konflikte umwandelten; und wie ihre positiven wie auch negativen Begegnungen miteinander zur Konstruktion eines „Europas von unten“ beitrugen.

Publikationen

Better Active than Radioactive! Anti-Nuclear Protest in 1970s France and West Germany, Oxford University Press, 2016.

"Grassroots Transnationalism(s): Franco-German Opposition to Nuclear Energy in the 1970s", Contemporary European History, 25, 1 (2016), 117–42.

with Robert Gildea, "The Transnational in the Local: The Larzac as a Site of Transnational Activism since 1970", Journal of Contemporary History 2015, Vol. 50(3), 581-605.

"Transnationality as a Liability? The Anti-Nuclear Movement at Malville", Revue Belge de Philologie et d'Histoire 2011, 89(3-4), 1365-1379.


An-Institut

© Centre Marc Bloch 2018 - Deutsch-Französisches Forschungszentrum für Sozialwissenschaften, Berlin

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