Claire Demoulin | Doktorandin Stipendiatin

Mobilität, Migration und räumliche Neuordnung
Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, D-10117 Berlin
E-Mail: claire_demoulin  ( at )  hotmail.fr Tel: +49(0) 30 / 20 93 70700 or 70707
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Mutterinstitut : Paris 8 Vincennes-Saint-Denis | Position : Doctorante associée | Fachbereich : Kunstgeschichte , Kulturgeschichte |

Biographie

2017 - 2018 : Lauréate bourse Fulbright, Yale University (New Heaven - Etats-Unis)

2015 - 2019 : Doctorante (contractuelle 2015-2018) en études cinématographiques à l'université Paris 8 et doctorante rattachée à l'IHTP 

2014 - 2015 : Master 2 Recherche « Théorie, Histoire, Esthétique, option Cinéma » (Paris 8)

Stipendium

2019 Bourse de recherche du DAAD

2018 Prix Arthur King Peters Memorial Award

2017-2018 Lauréate Fulbright programme doctorant

2015-2018 Contrat doctoral de l’EDESTA (Paris 8) en études cinématographiques

Titel der Dissertation

Die verfilmte Biografie bei William Dieterle (1935-1942). Migrationen, Kulturtransfers und kinematographische Tribünen

Zusammenfassung der Dissertation

Die im Moment im Entstehen befindliche Doktorarbeit befasst sich mit den transatlantischen kulturellen Bewegungen (Frankreich – Deutschland und den Vereinigten Staaten von Amerika) zwischen den beiden Weltkriegen und nehmen als Ausgangspunkt zu dieser Beobachtung das Auftauchen der in Hollywood verfilmten Biographie des ausgewanderten deutschen Filmemachers, Wiliam Dieterle, dem man auch die Urheberschaft zuschreibt.

Meine Forschungen zielen ebenfalls darauf ab, die Rolle von William Dieterle als zentrales Bindeglied zwischen den deutschen, nach Kalifornien emigrierten Künstlern und Intellektuellen klarzustellen. Seine Biopics nähern sich spürbar den von deutschen Schriftstellern in ihrem amerikanischen Exil verfassten historischen Biographien – in einem solchen Masse, dass die zwei Ideenträger – filmische und literarische – eine gemeinsame Perspektive des geschichtlichen Stoffes als eine Art der Ansprache an die Zeitgenossen teilen. Deutlich gekennzeichnet durch das Exil und das Engagement der Jahre 1930 – 1940 stellen die Filme von William Dieterle kinematographischen Tribünen dar und antworten damit auf das Ansteigen des Faschismus in Europa.

Die Inanspruchnahme des Biographischen verfolgt somit ein dreifaches Ziel:  Die Biopics sichern die Zugehörigkeit, besser noch die Rehabilitierung von bestimmten Meilern der geplünderten europäischen Kultur. Sie erarbeiten erzählerische Strategien als Antwort auf die von Hollywood offiziell auferlegte Neutralität. Schließlich belebt die Dialektik, die die Vergangenheit und die Gegenwart herausarbeitet, eine historische Funktion als Aufruf an die Zeitgenossen, wobei der letztere oft durch den filmischen Blick der Schlussszene mobilisiert wird. Jeder Film übernimmt die Begriffe des Erbes, der Universalität und der Verantwortung, die die „großen Männer“ durchdringen und die die  zu Rednern und zugleich Helden gewordenen Gestalten bewohnen und dies mit der Absicht, die Passage einer gefilmten Wortergreifung zu hinterfragen – was einen Sprechakt des Filmes bedeuten würde.

Institution der Dissertation

Paris 8 Vincennes Saint-Denis

Betreuer

Christian Delage et Suzanne Liandrat-Guigues

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Publikationen

DEMOULIN Claire, « Les traversées du jazz au cinéma. Guerre, mobilisation culturelle et question raciale », in : Jazz et Cinéma (dir. Robert Bonamy et Patrick Louguet ), Circav, n°28, 2019.

Dieser Artikel interessiert sich für die Formen der kulturellen Bewegungen, die die Jazz-Musicals zwischen den Jahren 1941 und 1943 verbreiten und besonders für die Beziehung der Rassenfrage durch die Gegenwart der afro-amerikanischen Musiker. Indem die Komplementarität zwischen Jazz und der Begleitung der Truppen in den Kampf in den Zusammenhang eines erneuten Kriegsaufwandes untersucht wird,  geht es darum, wie die Musiknoten des Jazz und die Darstellungen der mythischen Orte dieser Musik eines der   grundlegenden Substrate einer Kriegskultur, die als Bindeglied funktionieren soll, zu verstärken.  In der harten Schule des Krieges zeigt das „Wiederbeleben des Jazz“  im Kino auf andere Weise die eingesetzten Mechanismen der Integration in der amerikanischen Gesellschaft und dem transatlantischen Raum zwischen den zwei Kriegen. Die dreiseitige Analyse des gefilmten Jazz/ der Rassenfrage/ der den Filmen eigene Kriegskontext, den wir zurückbehalten haben, offenbart eine Geschichte als eine Art Spiegel der rassischen Diskrimination und der kulturellen Verschmelzung zwischen den Vereinigten Staaten und Europa.

DEMOULIN Claire, « Is Pasteur American? (The Story of Louis Pasteur, William Dieterle, 1936): from 19th-century laboratories to 20th-century trials: a transnational perspective. In : West of Everything, New Media,Visual Culture and Law, Edimbourg University Press, Edimbourg, 2019.

In Anlehnung  an das von Albert Edelfalter  gemalte Portrait, untersucht The story of Louis Pasteur die Analogien zwischen Künstlern und Wissenschaftlern, um die Menschen als neue große Gestalten zu charakterisieren.

Indem der Platz  von Pasteur im kulturellen amerikanischen Imaginären in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts untersucht wird, hebt die Analyse die Interaktionen zwischen den Künstlern und den Formen kultureller Hybridisierung zwischen Europa und den Vereinigten Staaten von Amerika hervor.

Was Pasteur bezüglich der sozialen Umwälzung darstellt – hier konkret am Beispiel der Fortschritte der Mikrobiologie gezeigt – wird zum Hauptthema des Filmes zugunsten der Dramatisierung neuer Substanzen: den Krankheitserregern. Der Kampf in Sicht auf den Fortschritt und gegen obskure Positionen und gegen die Bakterien entfaltet sich im Verlaufe der Szenen des Prozesses. Zu gleicher Zeit beabsichtigt er wie sie die alten rhetorischen Codes im Rahmen eines neuen kinematographischen Genres zu reproduzieren und  einen Platz des Wissenschaftlers in dem Theater der sozialen Justiz sich zu bestätigen. Der juristische Rahmen wird zum Ort der kinematographischen Tribüne, in der die Redner und Helden mit dem Auge der Kamera auf 1936 ebenso die Verantwortung des Wissenschaftlers hinterfragen wie er auch den Film durch die sanitären Gepflogenheiten und die in den USA in den 30-iger Jahren getroffenen Maßnahmen im Gesundheitswesen in den Zusammenhang stellt.

 

CASETTI Francesco, « Sur le statut de l’écran » (trad. DEMOULIN Claire), Des pouvoirs des écrans, Mauro Carbone, Anna Caterina Dalmasso, Jacopo Bodini (ed.), Editions mimésis images, mediums, 2018, p.53-68.

 

DEMOULIN Claire, « Weinstein, le producteur et la femme-produit », Libé des historien.nes (dir. Michelle Perrot) https://www.liberation.fr/planete/2018/10/10/affaire-weinstein-le-producteur-et-la-femme-produit_1684514

 

DEMOULIN Claire, ‘Seul un mot nous sépare’. Juarez, 1939 (William Dieterle), « Le film historique », L’Art du Cinéma, n°94, été 2017

Juarez umgeht die gewöhnlichen Modalitäten der biographischen Schreibweise, um mehr noch das historische Portrait des zweiten mexikanischen Kaiserreichs nachzuvollziehen als das Leben seines Helden. Wenn die Darstellungen der Volksabstimmungen und der Einmischung Napoleons III.  dem Film erlaubt,  Analogien zu der europäischen Lage zu ziehen, macht er sich durch seine Gestalt hindurch zum Fahnenträger der universellen demokratischen Ideale wie auch zum Recht der Völker,  über sich selbst zu bestimmen.

Indem er engagierte Worte zu Tage legt, ruft der Film dazu auf, über die zeitgenössischen Herausforderungen zu diskutieren, besonders der Selbstbestimmung der Völker und problematisiert den Streitgegenstand des amerikanischen Interventionismus im Zweiten Weltkrieg.

 

DEMOULIN Claire, « Les biopics d’hommes politiques : des « films de discours » ? Croisements esthétiques, rhétoriques et politiques autour du film Le Discours d’un roi », Revue LISA/LISA e-journal [En ligne], vol. XIV-n°2 | 2016, mis en ligne le 13 décembre 2016. URL : http://lisa.revues.org/8988

Dieser Artikel hat als Ziel, den Platz und die Funktion der Zeiten  der  Wortergreifung und der Reden in den politischen Biopics hervorzuheben, so sehr besetzen diese Momente des öffentlichen Lebens einen strategischen Platz in der filmischen Konstruktion. Wenn das Kino die politische Gestalt seines Helden durch seine Sprechzeit darstellt, ist die Inszenierung der Reden gleichermaßen die Gelegenheit, in die Kulissen dieser Wortergreifung zu schauen. Indem politische und außerhalb der Politik liegenden  Szenen ausgemalt werden, schreiben die Filme den Reden seiner biographischen Gestalten eine besondere ästhetische Beachtung bei und hinterfragen die Verknüpfung des Bezugs zwischen Realität und Fiktion. Anstatt sich auf die Wiederaufnahme der berühmten Formulierungen zu beschränken, reaktivieren einige der untersuchten Biopics engagierte und dynamische Worte, die sie der Legende entreißen.


An-Institut

© Centre Marc Bloch 2018 - Deutsch-Französisches Forschungszentrum für Sozialwissenschaften, Berlin

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