Claire Mélot | Doktorandin Stipendiatin

Kritisches Denken im Plural. Begriffliche Wege der Sozialforschung
Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, D-10117 Berlin
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Mutterinstitut : Université Toulouse – Jean Jaurès | Position : Doktorandin | Fachbereich : Philosophie |

Biographie

Claire Mélot ist Architektin und Übersetzerin.

Sie ist Doktorandin für Philosophie am ERRaPhis (École doctorale Allpha, Université Toulouse – Jean Jaurès) und assoziierte Doktorandin im Centre Marc Bloch. Sie studierte Architektur (École Nationale Supérieure d’Architecture de Toulouse, ENSA Nantes, ENSA Paris La Villette, Technische Universität Berlin) und wurde 2017 Stipendiatin des Goldschmidt-Programmes für deutsch- und französischsprachige LiteraturübersetzerInnen. Sie arbeitet seit 2009 mit dem Archiktektenkolletiv Collectif mit (Nantes) zusammen.

Lebenslauf als Datei
Stipendium

DAAD Kurzstipendium (09 -12/2018)

Stidendiatin DFH/UFA Deutsch-Französische Doktorandenkollegs "Zeitgenössische europäische Philosophien im deutsch-französischen Raum" (09 - 12/2018 und 01 - 07/2019)

Forschungsthema

Der Begriff accueil in der Philosophie und ihre Fähigkeit, ein Verständnis des physischen und politischen Raums zu erneuern.

Titel der Dissertation

Die Momente der Zusammensetzung. Für eine andere Phänomenologie des Raumes.

Zusammenfassung der Dissertation

Im Schatten der hospitalité (Gastfreundschaft) war der Begriff accueil (Begegnung) in der Philosophie bislang kaum Gegenstand der Forschung. Über die aktuelle Entwicklung des Begriffes und seiner Besonderheiten hinaus (im Gegensatz zu hospitalité trägt der Begriff accueil im Französischen keine Tradition der Abstammung mit sich, die Ort und Identität verbindet), untersucht diese Arbeit das Paradoxon zeitgenössischer Diskurse, die das Nicht-Verbundene (non-assemblé) als Form des Zusammenlebens (Nancy) und den immer noch dominanten Einfluss einer Architektur der Anordnung der Welt (im Sinne eines Archē, das sowohl die physische, soziale als auch die politische Form des Raumes ordnet) feiern.

Ausgehend von der Überwindung der axiomatischen Beziehung zwischen Identität und Raum geht es dieser Arbeit um eine Aktualisierung der Phänomenologie des Raumes, die seit Husserl eine Gleichzeitigkeit multipler Identitäten zulassen und Raum für konstituierende Co-Präsenzen schaffen musste: eine Verschiebung, die stets, kontinuierlich ist. Von den A-Topismen, Irrfahren oder Ausschlüssen des politischen Raums der Griechen (Heraklit, Gorgias) bis hin zur verstörenden „Struktion“ bei Nancy, versucht diese Forschungsarbeit zu verstehen, was die Infragestellung der Dekonstruktion der Archē für die Architektur bedeutet – von Letzterem wird noch immer die Herstellung von Bedingungen des accueil erwartet. Durch eine Studie über die Momente des Zusammensetzens (moments de l’assemblage) wird sich die Forschung darauf konzentrieren, wie die Herausforderung der Benennung des Nicht-Verbundenen (non-assemblé) über die sprachliche Übung hinausgeht und nicht nur das betrifft, was wir als Raum&Zeit, unsere Beziehungen oder die Welt bezeichnen, sondern vor allem und mit einiger Dringlichkeit das soziale Projekt des Aktes des Aufbaus und unserer Fähigkeit, eine Gesellschaft zu sein bzw. zu gestalten.

Auf der Ebene der Geste, des Tuns oder der Ausführung, kann der Moment des Zusammensetzens nicht erfasst oder bewertet werden: Was sind die theoretischen und politischen Ressourcen dieser Schwelle, des Momentes, in dem sich die Dinge berühren, in dem Figuren erfunden werden, die, weder kausal noch autoritär, nicht mehr auf einem ersten Prinzip basiert sind? Die Zusammensetzung (assemblage) hinterfragt die Materialität und die sie konstituierende Handlung in einer „Zersplitterung der Erscheinung, das keine Möglichkeit des Wiederzusammentragens zulässt„ (Nancy), das aber paradoxerweise eine der Möglichkeiten ist, über die philosophischen Erzählungen der Pluralität nachzudenken.

Institution der Dissertation

Université Toulouse - Jean Jaurès

Betreuer

Jérôme Lèbre

Die Momente der Zusammensetzung. Für eine andere Phänomenologie des Raumes.

Der Begriff accueil in der Philosophie und ihre Fähigkeit, ein Verständnis des physischen und politischen Raums zu erneuern.

Publikationen

Le Mythe de l’homme derrière la technique, José Ortega y Gasset, zusammen mit Mathias Rollot et Frederic Bourgeois (Übersetzung de>fr), éditions Allia, Januar 2016.


An-Institut

© Centre Marc Bloch 2018 - Deutsch-Französisches Forschungszentrum für Sozialwissenschaften, Berlin

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