Jérémie Poiroux | Doktorand

Staat, Recht und politischer Konflikt
Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, D-10117 Berlin
E-Mail: poiroux  ( at )  cmb.hu-berlin.de Tel: +49(0) 30 / 20 93 70700 or 70707

Mutterinstitut : EHESS & CMB | Position : Derzeit Doktorand in Soziologie an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (Paris) und am Centre Marc Bloch (Berlin), studiere ich die Entwicklung von Algorithmen unter dem Prisma des Designs und der Auswirkungen in Organisationen. | Fachbereich : Soziologie |

Biographie

Derzeit Doktorand in Soziologie an der École des Hautes Études en Sciences Sociales (Paris) und am Centre Marc Bloch (Berlin), studiere ich die Entwicklung von Algorithmen unter dem Prisma des Designs und der Auswirkungen in Organisationen. Darüber hinaus bin ich als Lehrbeauftragter für digitale Soziologie und Design tätig. Ich bin auch Designer von Mediationsgeräten. Parallel zu meiner professionellen Tätigkeit bin ich Co-Präsident von Éditions Kaïa und dem Designers Éthiques Kollektiv.

Lebenslauf als Datei
Titel der Dissertation

Die Herstellung von Algorithmen: Design und Auswirkungen in Organisationen

Zusammenfassung der Dissertation

Die Rolle von Algorithmen bei unseren Entscheidungen, Aktionen und Schlussfolgerungen scheint immer wichtiger zu werden. Empfehlungsalgorithmen, zum Beispiel, leiten unsere Wahlmöglichkeiten beim Konsum von Waren, Dienstleistungen und Informationen. Algorithmisches Management hilft bei der Organisation, Verwaltung und Rationalisierung der Arbeit, um die Produktivität zu steigern. Hier besteht eine wachsende Spannung zwischen einerseits einem Diskurs, der darauf abzielt, die Wirksamkeit oder gar Objektivität von Algorithmen zu preisen, und andererseits einer kritischeren Sichtweise, die sich auf die Opazität dieser Instrumente konzentriert, sowohl in Bezug auf ihre Prinzipien als auch auf ihre Auswirkungen. Dies betrifft unter anderem potenzielle diskriminierende Abweichungen, die Einschränkung von Empfehlungsalgorithmen und die Rolle von Verwaltungsalgorithmen bei der Automatisierung der Bürokratie und der Erweiterung der wissenschaftlichen Arbeitsorganisation.
Während sich die Frage der Algorithmustransparenz oft auf die Schwierigkeit des Zugriffs auf den Source-Code und der Öffnung von "Black Boxes" konzentriert, scheint es, dass die Untersuchung der Absichten von Entwicklern, die Herstellung von Algorithmen, ihre verwaltungstechnische Nutzung und ihre Auswirkungen einer noch begrenzten Literatur entsprechen. Mit anderen Worten, eine empirische Studie darüber, wie Organisationen Algorithmen herstellen und umgekehrt, wie Algorithmen in Organisationen integriert werden und helfen, ihr tägliches Funktionieren zu gestalten. Daher erscheint es uns notwendig, diejenigen zu treffen, die diese Algorithmen einerseits und diejenigen, die mit oder unter den Anweisungen von Algorithmen arbeiten, andererseits herstellen. In diesem Zusammenhang schlagen wir vor, als Bereich mehrere Organisationen auszuwählen, die Empfehlungsalgorithmen (für Waren und Dienstleistungen) entwickeln und/oder sich auf algorithmisches Management verlassen. Wir werden sicherstellen, dass wir alle an der Umsetzung dieser Algorithmen in Organisationen beteiligten Akteure treffen, einschließlich Führungskräfte, Manager, Designer und Mitarbeiter. Diese Studie wird die Absichten hinter Algorithmen, neue Management- und Organisationsarbeitspraktiken und, allgemeiner gesagt, die Transparenz und Ethik von Algorithmen hinterfragen.

Institution der Dissertation

EHESS

Betreuer

Francis Chateauraynaud & Camille Roth

Aktivitäten

- Vertretung der Doktoranden am Centre Marc Bloch
- Beteiligung an der Organisation des Forschungskolloquium des Centre Marc Bloch

Die Herstellung von Algorithmen: Design und Auswirkungen in Organisationen

Die Rolle von Algorithmen bei unseren Entscheidungen, Aktionen und Schlussfolgerungen scheint immer wichtiger zu werden. Empfehlungsalgorithmen, zum Beispiel, leiten unsere Wahlmöglichkeiten beim Konsum von Waren, Dienstleistungen und Informationen. Algorithmisches Management hilft bei der Organisation, Verwaltung und Rationalisierung der Arbeit, um die Produktivität zu steigern. Hier besteht eine wachsende Spannung zwischen einerseits einem Diskurs, der darauf abzielt, die Wirksamkeit oder gar Objektivität von Algorithmen zu preisen, und andererseits einer kritischeren Sichtweise, die sich auf die Opazität dieser Instrumente konzentriert, sowohl in Bezug auf ihre Prinzipien als auch auf ihre Auswirkungen. Dies betrifft unter anderem potenzielle diskriminierende Abweichungen, die Einschränkung von Empfehlungsalgorithmen und die Rolle von Verwaltungsalgorithmen bei der Automatisierung der Bürokratie und der Erweiterung der wissenschaftlichen Arbeitsorganisation.
Während sich die Frage der Algorithmustransparenz oft auf die Schwierigkeit des Zugriffs auf den Source-Code und der Öffnung von "Black Boxes" konzentriert, scheint es, dass die Untersuchung der Absichten von Entwicklern, die Herstellung von Algorithmen, ihre verwaltungstechnische Nutzung und ihre Auswirkungen einer noch begrenzten Literatur entsprechen. Mit anderen Worten, eine empirische Studie darüber, wie Organisationen Algorithmen herstellen und umgekehrt, wie Algorithmen in Organisationen integriert werden und helfen, ihr tägliches Funktionieren zu gestalten. Daher erscheint es uns notwendig, diejenigen zu treffen, die diese Algorithmen einerseits und diejenigen, die mit oder unter den Anweisungen von Algorithmen arbeiten, andererseits herstellen. In diesem Zusammenhang schlagen wir vor, als Bereich mehrere Organisationen auszuwählen, die Empfehlungsalgorithmen (für Waren und Dienstleistungen) entwickeln und/oder sich auf algorithmisches Management verlassen. Wir werden sicherstellen, dass wir alle an der Umsetzung dieser Algorithmen in Organisationen beteiligten Akteure treffen, einschließlich Führungskräfte, Manager, Designer und Mitarbeiter. Diese Studie wird die Absichten hinter Algorithmen, neue Management- und Organisationsarbeitspraktiken und, allgemeiner gesagt, die Transparenz und Ethik von Algorithmen hinterfragen.


An-Institut

© Centre Marc Bloch 2018 - Deutsch-Französisches Forschungszentrum für Sozialwissenschaften, Berlin

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