Dr. Noa Levin | Assoziierte Forscherin

Ehemaliges Mitglied
Kritisches Denken im Plural. Begriffliche Wege der Sozialforschung
Centre Marc Bloch, Friedrichstraße 191, D-10117 Berlin
E-Mail: noa.levin  ( at )  cmb.hu-berlin.de Tel: +49(0) 30 / 20 93 70700

Fachbereich : Philosophie |

Biographie

Noa Levin ist Forscherin für Philosophie und Kulturwissenschaft am Centre Marc Bloch. Ihre Forschungsschwerpunkte sind französische und deutsche visuelle Kulturen, politische und ökologische Theorie und Filmphilosophie.

Lebenslauf als Datei
Titel der Dissertation

Living Mirrors of the Universe: Expression and Perspectivism in Benjamin and Deleuze after Leibniz

 

Zusammenfassung der Dissertation

This thesis argues for the significance of G.W Leibniz’s concepts of ‘expression’, ‘force’ and ‘perspective’ to the writings of Walter Benjamin and Gilles Deleuze. By triangulating the philosophical projects of Benjamin, Deleuze and Leibniz, the thesis opens up new perspectives and provides new readings of all three. Designating a structure of relations in which every simple substance or monad serves as a ‘living mirror’ of the universe, Leibniz’s concept of ‘expression’ denotes virtual inclusion or immanence. His concept of ‘force’ denotes the self-incurred drive that motivates the monad to action, while his ‘perspectivism’ defines the monads individuality through their infinite points of view on the world. Deleuze and Benjamin, I suggest, appropriate Leibniz’s concepts as part of their respective critiques of epistemology, which target Kant’s conception of experience as a hierarchic relation of representation, allowing them  to redefine experience as non-hierarchal, de-centred and embodied. At the same time, for both, Leibniz’s philosophy serves to criticize historicist views of chronological time. Leibniz’s perspectivism is reformulated by Deleuze and Benjamin as part of their respective critical theories of the image, culminating in their later formulations of the ‘dialectical’ and ‘crystal’ image, respectively. The conclusion however, highlights the diverging paths formed by their returns to Leibniz. Benjamin develops a politically effective ‘historical perspectivism’ in which the discontinuity of history enables ‘true historical time’ to replace chronological time. Deleuze, on the other hand, opts for an a-historical pure form of temporality, his ‘mannerist perspectivism’ describing a continuous, perpetually repeated ‘becoming’.

Institution der Dissertation

Centre for Research in Modern European Philosophy (CRMEP) Kingston University, London

Betreuer

Prof. Peter Osborne

Organisation von Veranstaltungen

7/2019 ‘Übersetzungen von Gewalt’ workshop on Walter Benjamins ‘Zur Kritik der Gewalt’, supported by Centre Marc Bloch and ZfL, Berlin.

6/2017 ‘Benjamin and Leibniz: On Expression’ workshop, supported by Goldsmiths University of London, The London Graduate School, and CRMEP at Kingston University.

Katastrophe und Technologie: Mit Benjamin und Arendt die Klimakrise theoretisieren

Dieses Projekt beschäftigt sich mit Walter Benjamins und Hannah Arendts Theorien über technologische Katastrophen. Beide Autoren betrachten die Moderne als ein Zeitalter der Krise und warnen vor den drohenden gewalttätigen Auswirkungen der modernen technologische Kriegsführung. Doch ihre unterschiedlichen Standpunkte in der Geschichte trennen ihre Perspektiven und Theorien. Das Projekt geht davon aus, dass die Texte der beiden Autoren in einzigartiger Weise geeignet sind, die Rolle des Menschen bei der Entwicklung der Technologien zu beleuchten, die die gegenwärtige Klimakrise herbeigeführt haben. Das Projekt verfolgt drei wissenschaftliche Ziele : Erstens sollen Benjamins und Arendts Theorien über technologische Katastrophen kritisch verglichen und die Rolle ihrer jeweiligen Theorien innerhalb der breiteren Tradition der Krisentheorie befragt werden. Zweitens soll gezeigt werden, inwiefern Benjamins und Arendts Theorien der technischen Katastrophen wichtige Reflexionen über die Zerstörung der Natur durch den Menschen enthalten, die bisher noch nicht ausreichend erforscht wurden. Das Projekt wird dadurch ein wichtiges Licht auf die Art und Weise werfen, in der Benjamins und Arendts Theorien zur zeitgenössischen Umwelttheorie beitragen können. Das dritte Ziel besteht darin, einen Beitrag zur Theorie der Klimagerechtigkeit zu leisten, die sich mit den ungleichen Auswirkungen des anthropogenen (vom Menschen verursachten) Klimawandels auf verschiedene Gemeinschaften und Bevölkerungsgruppen befasst. Die Theorien von Arendt und Benjamin sehen Gerechtigkeit in der Gegenwart als untrennbar mit dem Eingedenken und der Abrechnung mit der Vergangenheit. Zugleich legen sie zukunftsorientierte Konzepte von Gemeinschaft und Handeln vor. Diese doppelte Perspektive macht ihre Theorien in einzigartiger Weise geeignet, sich mit der Debatte um Klimagerechtigkeit auseinanderzusetzen. Das Forschungsvorhaben wird somit einen Beitrag zur Benjamin- und Arendt-Forschung sowie zu den wachsenden Bereichen der Forschung zur Klimagerechtigkeit, und derjenigen  zu Mensch-Umwelt-Beziehungen im Allgemeinen, leisten.

Publikationen

Montage Mahagonny: Walter Benjamin and Bertolt Brecht's Theatre of Interruptions. Material und Begriff. Arbeitsverfahren und theoretische Beziehungen Walter Benjamins, (Hamburg: Argument) 2019.

‘Specters of Eternal Return: Benjamin and Deleuze Read Leibniz’. Filozofski vestnik, Special Issue on “World”, 2021.

Review of Thomas Nail, Theory of the Image. Philosophy of Photography, Volume 11 Numbers 1 & 2, 2020.