Laura Wollenweber: „Unermüdliche Anwälte für die Menschenrechte?“ Frankreich und die Aufnahme kambodschanischer Flüchtlinge, 1975-1990
19.10.2020
10:00
In ihrem Vortrag analysiert Laura Wollenweber den Zusammenhang zwischen dem „Aufstieg der Menschenrechte“ in den 1970er Jahren und der Aufnahme südostasiatischer Flüchtlinge, spezifischer kambodschanischer Flüchtlinge in Frankreich. Dabei zeigt sie anhand dieses Falls von Flüchtlingsmigration, wie bedeutsam die Rolle des französischen Staates mit seinen aufeinanderfolgenden Regierungen für den Aufnahmevorgang war. Sie erörtert zugleich, welche Faktoren (politisch und historisch) ausschlaggebend für diese staatliche Politik der offenen Türen waren und kontrastiert diese Politik mit dem Aufstieg der „wirklichen“, also von Nichtregierungsakteuren getragenen Menschenrechte. Darüber kann sie die in der neuen Menschenrechtsgeschichte häufig evozierte Binarität zwischen Staaten und durch nichtstaatliche Akteure genutzte Menschenrechte aufbrechen. Darüber hinaus zeigt sie, wie der französische Asyldiskurs während der Aufnahme der südostasiatischen Flüchtlinge immer stärker mit einem Menschenrechtsdiskurs verflochten wurde und wie eng die Figur des südostasiatischen Flüchtlings als humanitäres Subjekt damit zusammenhing. Begrenzte Zahl an Plätze. Anmeldung bei berriane@cmb.hu-berlin.de