Den 1. Weltkrieg erzählen oder Geschichte als Legitimationswissenschaft
13.01.2016
15:00
3. Seminarsitzung der Seminarreihe: Das „rote Erbe der Front“: Der 1. Weltkrieg als Fronterlebnis für Kommunisten (1914-1989) Den 1. Weltkrieg erzählen oder Geschichte als Legitimationswissenschaft Prof. Dr. Gangolf Hübinger (Universität Viadrina) : Fritz Klein, Historiker des 1. Weltkrieges Prof. Matthew Stibbe (Sheffield Hallam University): Die DDR-Historiker und der 1. Weltkrieg Als „gewaltiger Transformator“ veränderte der 1. Weltkrieg tiefgreifend die europäischen Gesellschaften und stellte die Weichen für eine Verlagerung der weltpolitischen Ordnung mit dem Aufstieg der USA und der Sowjetunion auf der Weltbühne. Viele historische Untersuchungen haben bewiesen, wie der 1. Weltkrieg fundamental für die Entwicklung Deutschlands bis 1945 war. Einerseits hat das Trauma von 1918 das politische Klima der jungen Weimarer Republik stark polarisiert. Andererseits hat sich das Dritte Reich als die Verkörperung und Fortsetzung des radikalen Kriegsnationalismus definiert. Jenseits der jüngsten Debatten in Westeuropa über die Bewertung des Ersten Weltkriegs, seine Ursachen und Folgen, seine Bedeutung für das 20. Jahrhundert und seinen höchst unterschiedlichen Platz im kollektiven Gedächtnis der beteiligten Nationen wird hier im Rahmen des Forschungsseminars eine neuartige Frage gestellt, nämlich die nach der Kontinuität zwischen dem 1. Weltkrieg als „Fronterlebnis“ und die DDR als politisches Experimentierfeld. Inwieweit ist ein Teil des kommunistischen Denkens und Handelns in den Gräben geschmiedet? Wie wichtig war diese Erfahrung für das politische Handeln von Kommunisten von der Weimarer Republik bis hin zur Gründung der DDR? Jede thematische Sitzung findet einmal pro Monat an einem Mittwochnachmittag statt, jeweils in Abwechslung zwischen dem Centre Marc Bloch in Berlin und der Universität Viadrina an Frankfurt/Oder. Kontakt: Dr. Nicolas Offenstadt: nicolas.offenstadt@univ-paris1.fr Dr. Emmanuel Droit: dem@cmb.hu-berlin.de