Ethik des Care und Care-Politk
5.12.2006
11:00
Diese Tagung ist der Anlass eines doppelten Treffens. Es handelt sich dabei einerseits um ein Deutsch-französisches Treffen aber es handelt sich auch um ein Treffen zwischen Philosophen und Policy-Forschern. Mit anderen Worten, Analysen zu den Justizprinzipien und deren Anwendungsgebiete (In wiefern ist die Gültigkeit dieser Prinzipien universell? Was ist die Bedeutung der Universalität im Alltagslebens?) Sollen hier mit Analysen zusammenkommen, die aus empirischen lokalen politischen Arrangements des Care entstandenen sind.Zwei neuere konkrete Umsetzungen dieser Forschungsinteressen werden zur Diskussion anregen. Zum Einen haben zwei Referentinnen, Sandra Laugier und Patricia Paperman neulich eine Sondernummer der Zeitschrift Raisons Pratiques herausgegeben – Le souci des autres, Die Besorgnis um die Anderen. Die beiden Herausgeberinnen, Joan C. Tronto, Marily Friedman, Annette C. Baier, Elsa Dorlin, Susan Moller Okin, Claude Gautier, Stéphane Haber, Luca Pattaroni, Marlène Jouan, Frédérique Plot, Layla Raïd, Bruno Ambroise und Pascale Molinier, haben Beiträge verfasst zu folgenden Themen: care und Geschlecht; care und Justiz; Metaphysik und ‚Carologie’; care, Verantwortlichkeit und Verwundbarkeit.Zum anderen haben Barbara Lucas und Olivier Giraud vor wenigen Monaten ein Forschungsprojekt im Rahmen eines nationalen Forschungsprogramms des Schweizer SNF fertig gestellt. Die Forschungsergebnisse beleuchten die Vielfalt der politischen und sozialen care Arrangements in verschiedenen Städten der Schweiz. Die Forschung beschreibt zum einen lokale Care-Regimes – wer betreut Kinder, Behinderte, ältere Menschen? Wer trägt dafür die Verantwortung? Und wer finanziert diese Leistungen? Zum anderen, lassen sich jedoch diese konkreten Arrangements sehr wohl anhand abstrakter Modelle interpretieren, die aufgrund von Werten, Justizprinzipien, Verantwortungsmodellen, oder auch Leistungsfähigkeitskriterien zusammengestellt sind.Die Thematik „Ethik des care, Care-Politik“ erlaubt es verschiedene Themen aufzugreifen, die über die Frage der Institutionalisierung von universellen und letztlich einzigartigen Formen des Care hinausgehen. Ziel könnte es z.B. sein, Pluralismus und Partizipation bei Pflege und Betreuung in diese Debatte einzubringen.
Programm
Matinée : Ethique du care9h – 12h 30 Animation : Danny Trom (EHESS, Centre Marc Bloch)Communications : Patricia Paperman (Université Paris 8) : Care, genre, justiceSandra Laugier (CURAPP, Université de Picardie Jules Verne) : Care, perception et attention 10h45 – 11h : pause caféFrançoise Collin (philosophe, écrivain) : Repenser le politique : care et / ou justice ?Christina von Braun (Humboldt Universität) : Kommentare und DiskussionPause midi : 12h 30 – 13 h 30Après-midi : Politiques du careAnimation : Olivier Giraud (CNRS, Centre Marc Bloch)Communications : Helen Kohlen (Universität Hannover) : Troubled voices of care – Formen der Regulierung durch Krankenhaus-Ethikkomitees.Barbara Lucas (Université de Genève) et Olivier Giraud : Politiques du care en Suisse : modes de régulation et enjeux normatifs15h15 – 15h30 : pause caféHildegard Maria Nickel (Humboldt Universität) : Care – Black-box betrieblicher Arbeitspolitik ?Chiara Saraceno (Wissenschaftszentrum Berlin) : Activation, individualisation and defamilisation in welfare state restructuring. Tensions and ambivalences16h30 – 17h30 : Discussion générale.