Fotoausstellung: „La voie est libre“

13.10.2014
16:00

Skulpturen, die Europa von West nach Ost durchziehen – Symbol der Einheit und transregionale und transnationale Annäherung: Im Jahr 1978 hört der Bildhauer Leo Kornbrust von der Existenz des Projekts einer Friedensstraße des Künstlers Otto Freundlich und seiner Lebensgefährtin Jeanne Kosnick-Kloss. Daraufhin integriert er seine Straße der Skulpturen, die er seit 1971 in St. Wendel im Saarland aufbaut, in das Projekt und setzt diese in einen europäischen Zusammenhang. Die Idee ist folgende: Künstler aus allen Nationen sollen Werke schaffen, die einen direkten Bezug zur jeweiligen Umgebung haben. Die Straße, die sich von nun an von der Normandie bis nach Moskau ausbreitet und dabei die Ukraine, Polen und auch Luxemburg durchquert, macht Halt in Berlin. Der Fotojournalist Julien Tack ist sie abgefahren und lässt uns an seinen Eindrücken teilhaben. Die Ausstellung vergegenwärtigt gleichzeitig auch die Ursprünge der Straße des Friedens. 1936 beschreibt Otto Freundlich seine Vision: „auf weiten Ebenen kann man Skulpturen errichten. […] Man könnte sie moderne Menhire nennen.“ Er verbindet sie kurz nach seiner Deportation 1943 mit dem Projekt eines „Leuchtturms der sieben Künste“. Auf Grundlage seiner Ideen erwägt Jeanne Kosnick-Kloss 1959 die Ausarbeitung von zwei Straßen – die eine „vertikal“, die andere „horizontal“. Diese letzte „würde von Manche nach Belgien über den Rhein und Polen und später nach Russland führen“ und würde „die menschliche Solidarität in Erinnerung an die Befreiung“ symbolisieren. Die Kreuzung der beiden Straßen in Auvers-sur-Oise – zeitweise Lebensmittelpunkt von Van Gogh und zwei anderen Künstlern – wäre durch einen Leuchtturm gekennzeichnet worden, der „Leuchtturm des Friedens der Sieben Künste“ getauft worden wäre. Von nun an „befindet sich dieser unter dem Zeichen der Versöhnung und der Begegnung“, schreibt Joachim Heusinger von Waldegg – ganz wie die aktuelle europäische Straße des Friedens. Ab dem 13. Oktober macht sich das Centre Marc Bloch zur Berliner Stimme und Zeichen der europäischen Kooperation.

Programm

Vernissage und Podiumsdiskussion am 13. Oktober 2014 um 18 Uhr im Center Marc Bloch in Berlin. Anwesend werden André Dubuisson (Vizepräsident des Conseil Général de l’Orne), Bertrand Ney (stellvertretender Präsident des Vereins Straße des Friedens), Julien Tack (Fotograf) und Geneviéve Debien (Doktorandin am CMB, Spezialistin über Otto Freundlich) sein.