Nouvelles cuisines: Maà¯té Vissault „Der Beuys-Komplex“
30.11.2010
11:00
Programm
Maïté Vissault (Ecole des Beaux Arts de Cambrai) Vortrag in deutscher Sprache Als zentrale Figur innerhalb der zeitgenössischen Kunst – angesehen entweder als Genie oder Scharlatan seiner Zeit – verkörperte Joseph Beuys wie kein anderer die "Renaissance" deutscher Kunst, welche den Wiederaufbau der westdeutschen Gesellschaft nach dem zweiten Weltkrieg begleitete. Basierend auf eine kritische Reflexion über die soziale und politische Funktion des Mythos Beuys, hinterfragt Maïté Vissault welche Rolle der Aufbau dieses Mythos in der kulturellen Identitätsproblematik innerhalb der westdeutschen Gesellschaft übernimmt und wie mit Hilfe der Mythosvariation im Werk von Beuys ein komplexes und vielschichtiges Abbild der Genese einer Nation entstanden ist. Die Veranstaltung wird kommentiert und moderiert von Prof. Dr. Matthias Bleyl (Kunsthochschule Weißensee). Die Kunsthistorikerin und Kuratorin für zeitgenössische Kunst Dr. Maïté Vissault lebt und arbeitet in Brüssel und Berlin. Als diplomierte Politikwissenschaftlerin und promovierte Kunsthistorikerin unterrichtet sie an der Universität Lille 3 sowie an verschiedenen Kunsthochschulen in Frankreich, Deutschland und Belgien. Maïté Vissault veröffentlicht regelmäßig in Sammelbänden, Fachzeitschriften und Ausstellungskatalogen und hat wichtige Ausstellungen in Frankreich und Deutschland kuratiert, darunter cremers haufen (Landesmuseum Münster, 2004) welche dem alltäglichen Leben in der Kunst der 1960er Jahre bis heute gewidmet war sowie „Leere X Vision: ConneXions“ im Jahr 2006, welche in Zusammenarbeit mit dem MARTa Herford und dem HISK in Anvers entstanden ist. Ihr Beitrag zum zeitgenössischen Kunstdiskurs konzentriert sich auf die kreativen, politischen und soziologischen Zusammenhänge und Verknüpfungen zwischen Kunst und Leben.