Adolphe Badiel
VITA
Adolphe Badiel ist Anthropologe und spezialisiert auf die Beziehungen zwischen Arbeit, Kultur und Globalisierung. Nach einem forschungsorientierten Masterstudium in Philosophie an der Universität Straßburg (2018–2020) unter der Betreuung von Franck Fischbach, das sich auf Fragen der Anerkennung und der Wirtschaftsethik im Anschluss an Axel Honneth konzentrierte, setzte er seine Promotion am Laboratoire interdisciplinaire en études culturelles (UMR 7069, Universität Straßburg / CNRS) fort. Seine Dissertation, betreut von Roger Somé, untersucht kulturelle Arbeitspraktiken anhand zweier multisituierter ethnographischer Felder: Rood‑Woko, der große Markt von Ouagadougou (Burkina Faso), und das kooperative Ökosystem Tera in Frankreich.
Seine Forschung verbindet Ethnographie, Sozialtheorie und Wirtschaftsanthropologie, um zu analysieren, wie zeitgenössische Gesellschaften ihre Arbeitskulturen im Kontext der Globalisierung produzieren und transformieren. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der erneuten theoretischen Ausarbeitung des Konzepts der Kokulturation, das er nutzt, um Dynamiken kultureller Ko‑Produktion sowie pluraler Wirtschaftsformen innerhalb einer sich herausbildenden Weltgesellschaft zu beleuchten.
Neben seiner wissenschaftlichen Tätigkeit verfügt Adolphe Badiel über einen Masterabschluss in Innovationsprojektmanagement und entwickelt eine Expertise an der Schnittstelle von Forschung, Innovation und Wissens‑ bzw. Technologietransfer. Seit September 2024 ist er als Referent für Wissens‑ und Technologietransfer bei der CNRS‑Delegation Elsass tätig, wo er die Identifizierung, den Schutz und die Verwertung von Forschungsergebnissen begleitet.
Für die Qualität seiner Arbeiten wurde er 2025 mit dem Preis der Académie des sciences, arts et belles‑lettres de Dijon ausgezeichnet.
Forschung
Forschungsthemen
Anthropologie der Arbeit
– Kulturelle Arbeitspraktiken
– Aushandlung, Öko‑Produktion, moralische Ökonomie
– Soziale Repräsentationen der Arbeit und ökonomische Imaginarios
Globalisierung und kulturelle Transformationen
– Dynamiken der Globalisierung und lokale Neukonfigurationen
– Zirkulation von Techniken, Werten und Narrativen
– Nationalismen, Identitäten und kulturelle Spannungen
Kokulturation und kulturelle Ko‑Produktion
– Interkulturelle Interaktionen und Hybridisierungen
– Pluralität von Wirtschaftsformen und Gemeingütern
Wirtschaftsanthropologie und Politik der Dinge
– Politische Institutionalisierung von Objekten und Werten
– Geld, Umwelt, Gemeingüter
– Post‑Wachstum, Ökologie und alternative Wirtschaftsmodelle
Forschungsprojekt
Für eine Ökologie des Wertes: Grundlagen einer Post‑Wachstums‑Ökonomie
Stipendium
1/2021 : Kurzzeitstipendium des Centre Marc Bloch (CMB, Berlin)
2020–2023 : Forschungsstipendium des Staates Burkina Faso
Titel der Dissertation:
Arbeit, Kultur und Globalisierung
Institution der Dissertation:
Universität Straßburg
Publikationen
2024 – « L’émancipation du travail dans la dynamique de la globalisation : quels enjeux pour l’Afrique noire contemporaine », Cahiers de l’IREA, n°51, L’Harmattan.
2024 – « Bernard Formoso, 2021, La production des cultures. Ethnicité, médiations et coculturations », Anthropologie et sociétés, vol. 47, n°3. DOI : https://doi.org/10.7202/1110613ar
2024 – « Denis, Jérôme, Pontille, David, 2022, Le soin des choses. Politiques de la maintenance », L’Homme, 250. URL : http://journals.openedition.org/lhomme/50097
2023 – « Au delà de la binarité Nord Sud : la neutralité sociale comme éthique de la marchandise dans la mondialisation », Cahiers du CRINI, n°4. URL : https://crini.univ-nantes.fr/cahierscrini4-badiel