Fogang Toyem
VITA
Ich habe Germanistik -Deutsch als Fremdsprache- studiert und nach meinem Bachelor habe ich eine Masterarbeit in deutsche kultur- und gesellschaftspolitische Geschichte absolviert. Ich habe in meinem Werdegang viele Erfahrung in Lehrerberufen für die deutsche Sprache in Sekundarschulwesen und sogar in Stiftungen für afrikanischen Studien und Kulturgutverlust gesammelt. Vergleichende Geschichte und Kolonialismus bzw. Erinnerungskultur zählen auch zu meinen Themenschwerpunkten und ich bin sehr interessiert an medizinhistorischen Publikationen und Projekten über Restitution und Provenienzforschung. Seit 2022 promoviere ich an der Humboldt-Universität zu Berlin dank einem DAAD-Stipendium in einem struktrierten Programm German Colonial Rule und ich forsche im Centre/Zentrum Marc Bloch seit 2024 als assozierter Doktorand im Forschungsschwerpunkt 3: Zirkulationen und soziopolitische Räume.
Mutterinstitut:
Humboldt-Universität zu Berlin
Forschung
Forschungsthemen
Medizingeschichte und Kolonialismus;
Medizinethik;
Ethno-und Soziomedizin;
Erinnerungsfrage;
Provenienzforschung;
Kulturgeschichte;
Kulturwissenschaften;
Germanistik;
Medienwissenschaften.
Forschungsprojekt
Die Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte setzt voraus, dass die Kolonisierung noch viel zu sagen hat und dass die Spuren und Auswirkungen im kollektiven Gedächtnis weiterhin sichtbar sind, sei es durch historische oder kulturelle Artefakte und Literature. 3 Vera Kattermann (2022) in ihrem Artikel über Menschenzoos und Kolonialausstellungen betonte sogar, diese Auseinandersetzung sei und bleibe äußerst aktuell. Diese Forschungsarbeit beschäftigt sich daher im Rahmen der Geschichtsschreibung mit der Aufarbeitung der deutschen Kolonialgeschichte und zielt darauf ab, die gesundheitlichen Maßnahmen aus kolonialer Zeit aus einer gegenwärtigen Perspektive zu analysieren. Hierbei werden postkoloniale Theorie und dekonstruktive Kritik in Bezug auf die hegemonialen Diskurspositionen bezüglich der Begriffsverwendungen miteinander verknüpft. Die Auseinandersetzung erfolgt jedoch aus einer bestimmten Position oder Perspektive.
Die vorliegende Forschungsarbeit versteht sich als postkoloniale wie auch retrospektive Analyse des Kolonialismus und untersucht die Rolle der Gesundheitspolitik während der deutschen Besatzungszeit im kolonialen Prozess. Sie geht davon aus, dass der deutsche Kolonialismus primär wirtschaftlichen Interessen diente und Zivilisierungsmission sowie Krankheitsbekämpfung nachgeordnet waren. Die Arbeit zielt auf eine neue Deutung der deutschen Kolonialpolitik, insbesondere der Gesundheitspolitik in Afrika. Im Zentrum steht eine vergleichende Analyse von Togo und Kamerun, die ähnlichen sozioökonomischen und politischen Entwicklungen von der Kolonialzeit bis zur Unabhängigkeit durchliefen.
Unter Kolonialmedizin wird eine Medizin zu den Diensten einer fremden Herrschaft bzw. einer ausländischen Heilungsphilosophie zum einen, und zum anderen als eine Medizin mit kolonialen Heilpraktiken wie die Beseitigung/Tilgung der lokalen Heilkunde (die Sozial- oder Ethnomedizin) verstanden. In Bezug auf den kolonialen Kontext wurde die „Biomedizin“ praktiziert und bezeichnete eine wissenschaftliche Branche der damaligen entstandenen Medizin, die biologische und physiologische Grundsätze zur klinischen Praxis umsetzte. Sie hatte dennoch die traditionelle lokale Heilkunde ersetzt, die in der vorkolonialen Zeit von lokalen Bevölkerungen betrieben wurde, ohne dass diese ganz und gar ausgelöscht wurde.
Stipendium
DAAD Stipendiat (2022-2026) im Programm German Colonial Rule. Cooperative Research.
Titel der Dissertation:
Kolonialmedizin und Gesundheitswesen in Kamerun und Togo unter deutscher Kolonialherrschaft (1884-1914). Aufarbeitung der Transfer der Heilpraktiken.
Institution der Dissertation:
Philosophische Fakultät
Betreuer*in
Pr. Dr. Gabriele Metzler / Pr. Dr. Kokou Azamede
Publikationen
[Wird veröffentlicht] Vom medizinischen Diskurs zur kolonialen Medikalisierung Togo unter deutscher Kolonialherrschaft (1890-1912)
(2025) Rezension zu Kathrin Kleibl (Hg.), NS-Provenienzforschung in Deutschland. Lokalspezifische Kontexte bei Raub, Verbringung und Verkauf von Kulturgut.
(2025) Richard_TSOGANG_FOSSI: Colonisations allemande, française et anglaise comme patrimoine mémoriel au Cameroun. (Recension)
[2024] Rezension zu Jens Lachmund und Gunnar Stollberg: Patientenwelten.
[2023] Zur medialen Darstellung von Krisensituationen und dieGlobalisierung des globalen Südens. Einfluss der Narrative undHerstellung der diskursiven kommunikativen Praktiken in den deutschen Medien.
[2022] Aufarbeitung deutscher Kolonialgeschichte – DAAD-Newsletter
[2018] „Les règles de l’art“ de Bourdieu. Quelle est la conception de l’art chez Bourdieu et quelle est son apport dans la linguistique du discours?
[2025] „Migration, Migrationspolitik und Integration in Deutschland 2000-2007“
[2016] L’image de la femme dans la littérature négro-africaine. De la construction à la reconstitution.
[2016] Enseignement des langues étrangères dans les lycées et collèges en Afrique : De la problématique
d’acculturation a la justification des échanges culturels dans une didactique de l’allemand en contexte
camerounais