Veronika von Wachter
VITA
Biografie
Ich habe einen deutsch-französischen Doppelstudiengang in Politikwissenschaften zwischen der Katholischen Universität Eichstätt und dem Institut d’Etudes Politiques Rennes, sowie den einjährigen Philosophiemaster „Philosophies allemande et française: genèses, devenirs“ an der Université Toulouse Jean Jaurès absolviert, und mir in diesem Rahmen ein interdisziplinäres Forschungsprofil mit feministisch-gesellschaftstheoretischem Fokus erarbeitet. Meine beiden Masterarbeiten (französisch- und deutschsprachig) verhandeln die Diskussionen in und um die neuen Materialismen, insbesondere hinsichtlich einer etwaigen neomaterialistischen Überwindung des Natur/Kultur-Dualismus und deren Folgen für ein Denken des Politischen. Mein an diese Überlegungen anschließendes, laufendes Promotionsprojekt wurde durch das Elsa-Neumann-Stipendium des Landes Berlin gefördert.
Zusammenfassung
In meinem Dissertationsprojekt beschäftige ich mich mit der Möglichkeit, das Politische jenseits des Natur/Kultur-Dualismus zu denken. Meine Referenzautor*innen sind dabei insbesondere Donna Haraway, Sylvia Wynter und Karen Barad. Vor meiner Promotion habe ich in Eichstätt, Rennes und Toulouse einen deutsch-französischen Studiengang in Politikwissenschaften, Soziologie und Philosophie studiert.
Mutterinstitut:
Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung, TU Berlin
Forschung
Forschungsthemen
Feministische, soziologische und politische Theorie;
insbes. Neue Materialismen und Neue Politische Ökologie (im Sinne von Bruno Latour/Isabelle Stengers)
Stipendium
Elsa-Neumann-Promotionsstipendium des Landes Berlin (bis 12/2024)
Titel der Dissertation:
Die Praxis des Welt(en)schaffens. Politik bei Donna Haraway, Sylvia Wynter und Karen Barad
Institution der Dissertation:
Zentrum für interdisziplinäre Frauen- und Geschlechterforschung, TU Berlin
Betreuer*in
Hanna Meißner
Publikationen
- Veronika von Wachter (2025), Translating Intrasections. In: Jennifer Haase, Kathrin Thiele (Hrsg.), Intra/Sections. Towards Post-Anthropocentric Concepts of Multiplicity, Fink/Brill, S. 139-147. https://doi.org/10.30965/9783846767344_013
- Veronika von Wachter (2024), Feministische Politik in more-than-human worlds. Bestandsaufnahme einer Suchbewegung, In: Christine Klapeer et al. (Hrsg.), Politik und Geschlecht. Perspektiven der politikwissenschaftlichen Geschlechterforschung, Verlag Barbara Budrich, S. 121-132. DOI: 10.3224/pg.2024.fpimthwvw.1-o
- Veronika von Wachter (2024), „Was ist (queer_feministische) Politik? Inga Nüthen: Geschlecht, Sexualität, Politik: Aspekte queer_feministischer Politikverständnisse“, Open Gender Journal Vol. 8. DOI: 10.17169/ogj.2024.286
- Veronika von Wachter, „Katharina Hoppe, Donna Haraway zur Einführung. Hamburg: Junius 2022, 228 S., kt., 15,90 €“, Soziologische Revue, 2024. DOI: 10.1515/srsr-2024-2049
Forschungsprojekt
Mein in der interdisziplinären feministischen Theorie angesiedeltes literaturbasiertes Promotionsprojekt möchte anhand der Arbeiten von Donna Haraway, Sylvia Wynter und Karen Barad Möglichkeiten eines postdualistischen Verständnisses von Politik ausloten. Es reagiert auf eine in den Diskussionen um die sogenannten „neuen Materialismen“ anklingende politisch-theoretische Problemlage, in der ökologische Um- und Einbrüche eine vermehrte Auseinandersetzung mit Materialität jenseits des (nur) Menschlichen bedingen, der moderne Zuschnitt des Politischen es aber nicht vermag, derartige Unternehmungen als politisch – d.h. auch als relevant für gesellschaftsemanzipatorisches Denken – zu begreifen. Dem zugrunde liegt ein Denken, das die Unterscheidung zwischen unverfügbarer (ahistorischer) Natur und verfügbarer (menschlicher) Kultur als primäre ontologische Gegebenheit, und damit als vor- bzw. apolitisch, setzt. Meine Arbeit verhandelt die Frage, was mit „Politik“ passiert, wenn diese Teilung von Wirklichkeit in zwei Sphären nicht länger vorausgesetzt wird. Stoßrichtung ist ein Verständnis des Politischen, das mittels eines Begriffs von mehr-als-nur-menschlicher, wirklichkeitsstiftender Praxis eine gewissermaßen ‘umfängliche’ Politisierung von Wirklichkeit ermöglicht.