Fernand Braudel : Geschichte als Schlüssel zur Welt

29.05.2013
17:00

Ein einzigartiges Dokument der Geschichtswissenschaft – Eine -echte Entdeckung! Braudels Vorlesungen in deutscher Kriegsgefangenschaft sind ein Schlüssel zur -Geschichtsschreibung des 20. Jahrhunderts. Ein unerlässliches Buch für das Verständnis eines der bedeutendsten Historiker. 1940 geriet Leutnant Fernand Braudel in deutsche Kriegsgefangenschaft. Fünf Jahre lang, zuerst in Mainz, dann in einem Lager bei -Lübeck, wartete der Historiker auf die Befreiung – und füllte gleich-zeitig hunderte Notizhefte. So entstand sein berühmtes Buch »Das Mittelmeer und die mediterrane Welt in der Epoche Philipps II.«, das die Geschichtsschreibung revolutionierte. Aber Braudel hielt auch Vorträge im Rahmen der »Lager-universitäten«. Zufällig wurde ein Teil dieser Manuskripte kürzlich wiedergefunden, aus denen Braudel noch vor Kriegsende ein Einführungsbuch in die Geschichtswissenschaft zusammenstellen wollte. In diesen Texte wird zum -ersten Mal sichtbar, wie sich der Historiker die Geschichte als Wissenschaft und Handwerk vorstellte, wie sich aktuelle »Zeit-geschichte« und die »Geschichte der langen Dauer« zueinander verhalten. Diese Vorträge dienten ihm in den Kriegswir ren und in trostloser Gefangenschaft als »Schlüssel zur Welt«. Fernand Braudel (1902-1985) wird weltweit als einer der großen Historiker unseres Jahrhunderts angesehen. Seit er die Herausgeberschaft der epochemachenden Zeitschrift »Annales« übernahm (1946), galt er als führender Kopf der »Nouvelle Histoire«.Er habilitierte sich 1946 mit seiner bahnbrechenden Studie über den Mittelmeerraum zur Zeit Philipps II.1949 wurde er auf den Lehrstuhl für Zivilisationsgeschichte am Collège de France berufen, wo er 20 Jahre lehrte.Er war Präsident der 6. Sektion der Ecole des Hautes Etudes, zwanzigfacher Ehrendoktor, Mitglied von zwölf Akademien (darunter die Bayerische Akademie der Wissenschaften), Träger fünf hoher Orden. 1962 gründete er das „Maison des sciences de l’homme“ in Paris. Am 30. Mai 1985 wurde er in die Académie Française aufgenommen.Im November 1985 verstarb Fernand Braudel im Alter von 83 Jahren.

Programm

Buchvorstellung und Podiumdiskussion Mit Peter Schöttler Maurice Aymard Jürgen Kocka Peter Schöttler ist Forschungsdirektor am CNRS in Paris und Professor für neuere Geschichte an der Freien Universität Berlin. Er gilt als einer der besten Kenner F. Braudels und der »Annales«-Geschichtsschreibung.