Marius Bickhardt

Marius Bickhardt

Assoziierte Promovierende

Forschungsschwerpunkt:

Umwelt Klima, Energie

Disziplin

Philosophie, Politikwissenschaften

E-Mail

marius.bickhardt@cmb.hu-berlin.de

Website

https://www.sciencespo.fr/centre-etudes-europeennes/fr/chercheur/marius-bickhardt.html

VITA

2020 – Masterabschluss in der Philosophie an der Universität Paris Nanterre

Seit September 2021 – Promotion in Politischer Theorie in Sciences Po Paris / Centre Marc Bloch.
Betreuung: Pierre Charbonnier

 

Mutterinstitut:

Institut d'études politiques de Paris (Sciences Po)

Forschung

Forschungsthemen

Politische Theorie;

Geschichte politischer Ideen;

Umweltgeschichte;

Environmental Humanities;

Malthusianismus;

Ökologischer Marxismus;

Kritische Theorie der Natur

Forschungsprojekt

Ausgehend von der longue durée der Kontroverse zwischen malthusianischem Finitarismus, liberalem Cornucopianismus und ihrer sozialistischen Kritik entwerfe ich in meiner Dissertation  eine sozialökologische Ideengeschichte des Bevölkerungsdenkens vom langen 19. Jahrhundert bis zum Kalten Krieg. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei zunächst der unvollendeten Kritik von Karl Marx, die im Gefolge von Thomas Robert Malthus’ Modell einer organischen Ökonomie und von Archibald Alisons cornucopianischer Erwiderung im Zeitalter des fossilen Industriekapitalismus formuliert wird. In einem zweiten Schritt wird die geopolitische Metamorphose von Malthus‘ »unaufhörlichem Kampf um Raum und Nahrung« im imperialen Zeitalter (1880–1945) sowie die sozialistische Kritik der politischen Geografie beleuchtet. Zuletzt belebte die seit 1945 einsetzende ›Große Beschleunigung‹ die Malthus-Kontroverse neu. Malthusianische Biologen wie William Vogt und Fairfield Osborn warnten vor ökologischen Katastrophen, plädierten für bevölkerungspolitische Zwangsmaßnahmen in ehemals kolonisierten Ländern und prägten maßgeblich die alarmistischen Schriften Paul Ehrlichs und Garrett Hardins bis in die 1960er Jahre. Der liberale Cornucopianismus reagierte auf den ökologischen Malthusianismus mit der Theorie relativer Knappheit und universeller Substituierbarkeit der Natur.  Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der antikommunistischen Rhetorik malthusianischer Diskurse zur ›Bevölkerungsexplosion‹ in der Dritten Welt, die als Katalysator von Hungerkrisen und kommunistischen Revolutionen dargestellt wurde, positionierte sich der sozialistische Block strikt antimalthusianisch. 

Titel der Dissertation:

Malthus und Marx. Bevölkerungsdenken und Kapitalismus im Anthropozän

Institution der Dissertation:

Institut d'études politiques de Paris (Sciences Po)

Betreuer*in

Pierre Charbonnier

Publikationen

– « Le marxisme écologique en contexte(s). Une histoire en cinq épisodes », avec Cannelle Gignoux, Critique, n°939-940
– « Kritik der Demografiekritik. Bevölkerungstheorie nach Marx und Malthus / The Critique of Antidemographic Reason. Population Theory After Marx and Malthus », in: PROKLA. Zeitschrift für kritische Sozialwissenschaft
– « L’Unité du monde. Carl Schmitt inédit », Le Grand Continent, introduction avec Pierre Charbonnier
– « Le cumul des énergies. À propos de : Jean-Baptiste Fressoz, Sans transition. Une nouvelle histoire de l’énergie, Seuil », in: La Vie des Idées / « The accumulation of energies. About: Jean-Baptiste Fressoz, More and More and More: An All-Consuming History of Energy, Penguin Books », in: Books and Ideas
– « Terre, capital, population : le poids du nombre », in: Économie politique du monde contemporain 
– « Half Earth Socialism : planification écosocialiste contre technocratie verte? », in: Terrestres