Lange Nacht der Wissenschaften

Das Programm des Centre Marc Bloch im Rahmen der Berliner LNDW

6.06.2026
17:00 – 0:00

Centre Marc Bloch

La Lange Nacht der Wissenschaften (Longue Nuit des Sciences) de Berlin a lieu chaque année depuis 2001. De 17 h à minuit, plus de 1 000 activités attendent les visiteur·euse·s. Le Centre Marc Bloch participera pour la première fois à cet événement en 2026 et présentera les travaux des chercheur·euse·s de l’institut. Le 6 juin, 16 activités différentes réparties dans l’ensemble des locaux du CMB seront à découvrir. Entre expositions, visites guidées, performance et vidéos, mais aussi conférences, lectures et stands d’information, cette soirée illustrera de manière ludique et variée l’étendue de la recherche interdisciplinaire en sciences humaines et sociales. Le programme est entièrement en allemand et anglais.

La LNDW est en grande partie organisée et financée par les institutions scientifiques participantes elles-mêmes. Elle bénéficie en outre du soutien de nombreux partenaires.

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Programm

Blind Spot Intervention – exhibition by scientist rebellion
18:00-20:30 I 3. Etage, Vorraum

Mit Anne Baillot. What do statues and scientists have in common? Not so much at first glance. Statues stand in the public space commemorating former influencers, while scientists are busy in their offices or labs. But some scientists look for new ways to raise awareness for what scientific knowledge has been confirming for decades: we are in the middle of an irreversible climate breakdown and a devastating biodiversity loss which will keep increasing injustices and decreasing freedom, health and global well-being.

 

Angewandter Klimaschutz in einem sozial- und geisteswissenschaftlichen Forschungsinstitut – Quiz und Infostand
18:00-20:30 I 3. Etage, Küche

Mit der AG Klimaschutz. Wie andere Forschungseinrichtungen auch, bemüht sich das Centre Marc Bloch, seine Arbeit mit dem Klimaschutz in Einklang zu bringen. Was bedeutet das konkret? Welche Elemente in der Arbeit von Sozial- und Geisteswissenschaftler:innen und in den Abläufen eines Forschungsinstituts sind besonders treibhausgasintensiv? Auf welche Weise lässt sich ihr ökologischer Fußabdruck verringern? Welches Konfliktpotential ist damit verbunden und wie lässt es sich entschärfen? Nach einer Einführung nähert sich die Veranstaltung diesen Fragen auf spielerische Weise in Quizform.

 

Kausalität untersuchen in den Sozialwissenschaften: Das Umfrageexperiment
18:00 und 19:00 I 3. Etage, Büro 1

Mit Juillette Corbi. In der Wissenschaft wird oft ein Unterschied zwischen Korrelation und Kausalität gemacht. Die erste beschreibt, dass zwei Variablen gemeinsam variieren, die zweite zeigt, dass eine Variable A die Variable B beeinflusst. Doch wie wird das eigentlich nachgewiesen und gemessen? Eine der Methoden, die in den Sozialwissenschaften verwendet werden, um Kausalität zu untersuchen, sind Umfrageexperimente. In dieser interaktiven Session werden wir genauer betrachten, was Korrelation und Kausalität bedeuten, wie Umfrageexperimente funktionieren und welche Erkenntnisse so gewonnen werden können.

 

Why the Look Matters : How We See Asylum Seekers in Europe
19:00 und 20:30 I 3. Etage, Büro 1

With Giulia Scalettaris. This presentation aims to analyze and compare several visualizations (two existing maps and two created as part of my research on Afghans in Europe) in order to question dominant representations of asylum seekers and refugees in Europe. It explores how different modes of visualization shape the perception of migration, highlighting both what is made visible and what remains obscured.

 

Demokratien auf der Straße. Eine historische Bildanalyse
18:30 und 20:00 I 3. Etage, Büro 1

Mit Christina Reimann. Selbst im digitalen Zeitalter findet Politik statt, indem sich Menschen im öffentlichen Raum begegnen. Was können Historiker*innen anhand von Fotografien über das Leben in Demokratien der Vergangenheit sagen? Welche Einblicke können Stadtfotografien der Zwischenkriegszeit in das Machen von Politik auf Straßen und Plätzen liefern? Die interaktive Präsentation vergleicht die unterschiedlichen Demokratien Schweden und Frankreich durch einen Fokus auf die Hafenstädte Göteborg und Le Havre.

 

Simone Simone – Lecture et musique
21:00; 21:30;22:00 und 22:30 I 3. Etage, Büro 1

Mit Hélisenne Lestringant. Wie lassen sich unsere Wurzeln beschreiben? Welche familiären, sozialen und kulturellen Prägungen tragen wir in uns – manchmal, ohne es zu wissen? „Die Verwurzelung ist vielleicht das wichtigste und zugleich am meisten verkannte Bedürfnis der menschlichen Seele“, schreibt Simone Weil in Die Verwurzelung (L’Enracinement, 1943). Darin untersucht sie, wie unsere Bindungen uns in der Welt verorten und sogar unsere Handlungsweisen prägen. Anhand gelesener Textauszüge, begleitet von Musik, gehen wir der Frage nach, was es bedeutet, verbunden zu sein – mit einem Ort, einer Geschichte und lebendigen Gemeinschaften. Die Installation eröffnet eine gemeinsame Reflexion über Verwurzelung, Entwurzelung und die Beziehungen, die sich in der Gegenwart neu formieren.

 

Feuer-Talk: Geschichten am Lagerfeuer
17:30-19:30 I 3. Etage, Georg-Simmel Saal

Ist Euch schon einmal aufgefallen, dass es an Universitäten Fachbereiche für Hydrologie und Geologie gibt, aber keinen für ‚Pyrologie‘? Dabei ist Feuer essentiell für unsere Kulturgeschichte und viele Ökosysteme. Bei der LNDW errichten wir – eine Künstlerin (Lisa Hoffmann, UdK), eine Geografin (Dr. Isabelle Desportes, CMB) und ein Umweltsoziologe (Marvin Heine, HU) – deshalb eine symbolische Feuerstelle. Rund um unsere Installation wollen wir Geschichten, Texte und Bilder über das Feuer teilen, sowohl aus unserer künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeit als auch aus Eurem Alltag.

 

Geschichte sucht ihren Ort. Ausstellungsführung und Lesung
20:00, 21:00 und 22:00 I 3. Etage, Georg-Simmel Saal

Mit Anaëlle Vanel, Julie Sissia und Jonas Nickel. Die Ausstellung „Geschichte sucht ihren Ort“ lädt dazu ein, den Ort des Centre Marc Bloch selbst und die Geschichten, die er heraufbeschwört, zu hinterfragen. An der Ecke Friedrichstraße und Leipziger Straße überlagern sich verschiedene Erinnerungsschichten. Unser Simmel-Saal erinnert zum Beispiel an das Geburtshaus des Soziologen Georg Simmel, das sich einst an dieser Stelle befand. Der Abend bringt die sichtbaren und unsichtbaren Erinnerungen des Ortes zum Vorschein. Nach einer Führung mit der Künstelrin werden Erinnerungsfragmente aus Literatur und Film präsentiert.

 

Haizebegi – A music festival to share our research
23:00 I 3. Etage, Georg-Simmel Saal

With Denis Laborde. Since 2022, the Marc Bloch Center has been a partner of the Haizebegi [Art – Science – Society] festival, which has been held in Bayonne (France) every October since 2014. Led by young PhD graduates from EHESS, this festival combines artistic creation and social science research to support socially oriented projects co-developed with audiences who, for social, medical, or cultural reasons, remain apart from the cultural frameworks that shape our societies. We will showcase initiatives that make music both a way to understand human societies and a tool for social change. https://haizebegi.eu

 

Wie funktioniert angewandte Forschung in Sozialwissenschaften? – Infostand zu Policy Papers
17:00-22:00 I 3. Etage, Büro 2

Mit Elsa Tulmets-Gerhardt. Angewandte Forschung wird in Naturwissenschaften oft in Unternehmen mit praktischen Ergebnissen entwickelt. Wir funktioniert sie in Sozialwissenschaften? Hier wird der Bereich Politikberatung und Wissenschaftskommunikation vorgestellt. Flyers, Policy Papers und Spielkarten wurden von Student.innen im Rahmen von forschender Lehre zu den Themen Außen- und Sicherheitspolitik, Vereinte Nationen, sowie Umwelt und Klima entwickelt. Gerne können Sie fragen, wie sie im Rahmen des UN SDG 4 entwickelt wurden und einige Exemplare nach Hause mitnehmen, bzw. online abrufen.

 

Spielerischer Parcours rund um Biographie-Etappen von Frauen im Panthéon
17:00-22:00 I 3. Etage, Büro 2

Mit Aurore Lemarinier. Der Parcours soll Kindern einen Eindruck davon geben, wie Sozialwissenschaften die Lebenswege von Persönlichkeiten wie Marie Skłodowska Curie, Josephine Baker, Germaine Tillion und Simone (Vidal) Bloch erforschen.

 

Das Hochstapler-Syndrom – Video-Loop
21:00-23:15 I 7. Etage, Vorraum

WELTEXKLUSIV: Verpassen Sie nicht die einmalige Gelegenheit, den berühmten Begründer der Clownologie, Herrn Doktor Doktor Doktor Professor Lozano, kennenzulernen. Endlich wird er uns die Ergebnisse seiner seit 67 Jahren andauernden Forschung in einem völlig einzigartigen Interview vorstellen, das von der renommierten US-amerikanerin Investigativjournalistin Frau Shirley Regnaut (aka « Sharp Pencil », Preisträgerin des Goldenen Breaking News 2025) geleitet wird.

 

« Wahrheit und Lüge » – das Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte zu Gast im CMB
18:00-20:00 I 7. Etage, Germaine-Tillion Saal

Propaganda, Aufklärung, Mythen, Geschichtsbilder – das Verhältnis von « Wahrheit und Lüge » prägt die Geschichte und unsere Gegenwart. Im Zeitalter von Fake News, KI und wachsendem Autoritarismus wird das Ringen um Meinungs-, Presse-, Wissenschafts- und Kunstfreiheit zum Prüfstein der Demokratie. Das Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte widmet seine zahlreichen Veranstaltungen und Formate im Jahr 2026 daher diesem wichtigen Thema – unter anderem mit einem Kneipenquiz, mit dem wir die Berlinerinnen und Berliner schon einmal testen wollen.

 

Krieg und Affekt
20:00, 21:00 und 22:00 I 7. Etage, Germaine-Tillion Saal

Mit Déborah Brosteaux. Angesichts der Kriege, in die die europäischen Länder verwickelt sind, oszillieren unsere Gefühle ständig zwischen Anästhesie und Aufregung. Manche Kriegssituationen führen zu einer affektiven Echauffiertheit, einem „Wiederaufleben“ psychischer und sozialer Energien und zu politischer Mobilisierung. Andere hingegen werden kaum benannt, sondern in die Ferne gerückt: Der Krieg findet anderswo statt – er „muss“ anderswo stattfinden. Diese interaktive Session betrachtet diese zwiespältige Auseinandersetzung mit Krieg, anhand von literarischen Auszügen und Bildern.

 

Pop x Philosophie. Als Deleuze, Guattari und Parnet auf Bob Dylan und Patti Smith trafen.
20:00, 21:00 und 22:00 I 7. Etage, Germaine-Tillion Saal

Mit Moritz Gansen. Man mag es vielleicht nicht glauben, aber auch Philosoph*innen gehen zu Popkonzerten – und manchmal gehen die Popkonzerte dann in die Philosophie ein. In einem mit Videoausschnitten und Soundschnipseln gespickten Vortrag erzählt Moritz Gansen, wie die Philosoph*innen Gilles Deleuze, Félix Guattari und Claire Parnet 1975 auf ihrer Reise durch die USA auf Bob Dylan und Patti Smith trafen und wie die amerikanische Gegen- und Popkultur Einzug in die französische Philosophie fand.