Nicolas Mariot: Reisen machen Präsidenten. Die französische Republik und ihre Staatschefs 1848-2007

5.06.2008
10:00

Nicolas MariotNicolas Mariot, Politologe, promovierte 1999 an der Ecole des Hautes Etudes en Sciences Sociales (EHESS) über die politische Nutzung von Ritualen am Beispiel der Reisen französischer Präsidenten in die Provinz. Er ist Forscher erster Klasse am Centre National de la Recherche Scientifique (CNRS) und Redakteur der Zeitschrift „Genèses. Sciences Sociales et Histoire“.Publikation:Nicolas Mariot (2007), C’est en marchant qu’on devient president. La République et ses chefs d’Etat, 1848-2007, Aux lieux d’être, Paris 2007.Die politische Kultur Frankreichs ist von einem festen Kanon öffentlicher Auftritte des Präsidenten geprägt. Nicolas Mariot bietet mit seinem Buch eine Geschichte dieser Auftritte während Zeremonien und offizieller Reisen, Besuchen in Krankenhäusern und auf Landwirtschaftsausstellungen und erschließt damit eine historiographisch neue Perspektive auf den Versuch, das Amt des Präsidenten stärker in der Gesellschaft zu verankern. Zugleich weist Mariot nach, wie das Amt durch die Schaffung eines Repertoires präsidentieller Gesten und Formeln anonymisiert wird. Präsident zu sein hängt dadurch nicht mehr von persönlichen Qualitäten ab, sondern von der Wiederholung festgelegter Rituale.Der Vortrag findet in französischer Sprache mit Simultanübersetzung ins Deutsche statt.