Juliette COURMONT : L’imaginaire olfactif , un miroir de la culture de guerre française en 1914-1918 ?
23.05.2013
16:00
Ein Vortrag im Rahmen des Deutsch-Französischen Kolloquiums. In Kooperation mit dem Forschungskolloquium zur Neueren Geschichte von Prof. Dr. Oliver Janz und „1914-1918-Online. International Encyclopedia of the First WorldWar“. Vortrag in französischer Sprache, Diskussion in deutscher und französischer Sprache. Die Veranstaltung findet im Rahmen des Deutsch-Französischen Kolloquiums statt. Es präsentiert und diskutiert Frankreichforschung in vergleichender Perspektive und findet im Semester einmal im Monat statt. Den aktuellen Flyer zum DFK finden sie hier. Veranstalter: Anne Kwaschik, Juniorprofessorin für Westeuropäische Geschichte, FU Berlin/Frankreich-Zentrum Peter Schöttler, Directeur de recherche CNRS-IHTP Paris /Honorarprofessor, FU Berlin Patrice Veit, Directeur de recherche CNRS, Directeur du Centre Marc Bloch Kontakt: a.kwaschik@fu-berlin.de, peter.schoettler@ihtp.cnrs.fr, patrice.veit@cmb.hu-berlin.de
Programm
Viele Historikerinnen und Historiker sind im Verlauf ihrer Forschungen zum Ersten Weltkrieg in ihren Quellen auf den Vorwurf gestoßen, dass die Deutschen einen kaum erträglichen Gestank verströmen würden. Der Vortrag widmet sich mit dem Fokus auf diesem Teil des „Geruchsgedächtnisses des Ersten Weltkriegs“ einem Thema, das auf den ersten Blick abwegig erscheinen mag. Trägt man aber die verschiedenen Dokumente zusammen und liest sie mit- und gegeneinander, wird deutlich, dass es sich bei diesen Diskursen nicht um einzelne Anekdoten, sondern um einen wichtigen Bestandteil der französischen Kriegskultur und der deutsch-französischen Perzeptionsgeschichte handelt. Ziel dieses Vortrags ist es, einerseits die « olfaktorischen Schmähungen » erstmals im Zusammenhang zu rekonstruieren und zu kontextualisieren und andererseits die Repräsentationen und Deutungsmuster zu decodieren, die man ihnen während des Krieges in Frankreich zugeschrieben hat. Au fil de leur travail, beaucoup d’historiens de la Première Guerre mondiale ont rencontré ici et là des témoignages reprochant aux Allemands d’exhaler une odeur nauséabonde. Pris isolément, ces propos peuvent sembler fantasmés ou apparaître comme des aberrations. Pourtant, en les rassemblant et en les confrontant, on mesure que leur nombre et leur cohérence ne permettent pas de les écarter de la culture de guerre française, bien au contraire. Cette conférence se proposera donc d’identifier les principaux traits de la dénonciation olfactive, de regarder quel sens on peut leur donner, et d’examiner comment ils s’articulent aux représentations qui ont cours en France pendant la guerre. Zur Person: Juliette Courmont, Dozentin für Geschichte und Erdkunde, lehrt an einem Gymnasium in Paris. Ihre Arbeiten, die von Stéphane Audoin-Rouzeau an der Ecole des hautes études en sciences sociales (EHESS) betreut wurden, wurden 2008 von der Französischen Gesellschaft der Geschichte der Medizin ausgezeichnet. Im Jahr 2010 erschien eine erste Synthese ihrer Forschungen unter dem Titel « L’odeur de l’ennemi. L’imaginaire olfactif en 1914-1918 » (Paris 2010). Das Vorwort zu dem Buch hat Alain Corbin geschrieben.