Zeitgeschichte und Ihre Nachbarn: Zwischen Inter-, Pluri- und Transdisziplinaritä

7.06.2013 – 8.06.2013
7:00

Die „Gegenwart“ ist zu einem attraktiven Forschungsfeld für eine Reihe von Disziplinen geworden. Sie ist das Forschungsfeld der Ethnologen (die ebenso im Sinne con Claude Levi Strauß „kalte“ wie „warme“ Gesellschaften untersuchen26), der Soziologen (welcher aktuelle Gesellschaftsysteme erforschen), der Wirtschaftswissenschaftler (die heute aufgrund der scheinbaren Bedeutung ökonomischer Themen die Expertise in Massenmedien bestimmen), den Politologen, der Geographen, der Philosophen, der Literaturwissenschaftler und natürlich auch der Zeithistoriker. Der Unterschied zwischen den jeweiligen disziplinären Zugängen liegt natürlich im jeweiligen Blick auf die Gegenwart und damit in der Art und Weise wie sie betrachtet, erfasst und erklärt wird. Um ein Bild des Historikers Reinhard Koselleck aufzunehmen, so hat jede Sozialwissenschaft einen besonderen, einen eigenen Blick. Jede dieser „Gegenwartswissenschaften“ besitzt eine bestimmte Art einen Untersuchungsgegenstand zu erfassen – ähnlich den verschiedenen Linsen eines Fotoapparates.27 Trotz eines disziplinär geordneten Wissenschaftssystems mit einer mehr oder weniger starken normativen und identitätsstiftenden Grenzziehung,28 haben sich Verbindungen zwischen der Geschichte, der Soziologie, den Kulturwissenschaften und der Politikwissenschaft teilweise auch der Philosophie und der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften entwickelt. Das Aufeinandertreffen der Fächer hatte oft stürmisch geführte Debatten zur Folge und war oft fruchtbar und anregend für alle Beteiligten.

Programm

Freitag, den 7. Juni 2013, Centre Marc Bloch, Georg Simmel Saal • 9.00-9.15 Uhr : Begrüßungswort und Einleitung von Prof. Dr. Patrice Veit (Centre Marc Bloch), Prof. Dr. Gabriele Metzler (HU zu Berlin) und Prof. Dr. Hélène Miard-Delacroix (Paris Sorbonne) • 9.15-10.45 Uhr : 1. Panel «Zeitgeschichte in der Welt der Sozialwissenschaften » Moderation : Dr.Emmanuel Droit (Universität Rennes 2) Impulsreferat von Dr. Kim Priemel (HU zu Berlin) : « Zeitgeschichte und die Sozialwissenschaften : Zwischen Kapitulation und Rekapitulation ? » anschließend Diskussion mit den Teilnehmern • 10.45-11.00 Uhr : Pause • 11.00-12.30 Uhr : 2.. Panel « Die Auswirkungen des Prozesses der Transdisziplinarität auf die Sozialwissenschaften seit 1989 » Moderation : Prof. Dr. Gabriele Metzler (HU zu Berlin) angegfragt Impulsreferat von Dr. Tanja Bogusz (Centre Marc Bloch) : „Transdisziplinarität und ‚Public Sociology‘. Eine zeitgeschichtliche Verortung“ anschließend Diskussion mit den Teilnehmern • 12.30-14.00 Uhr : Mittagsessen (Restaurant „Der Thüringer“) • 14.00-15.30 Uhr : 3.. Panel « Zeitgeschichte und die Historizität des Wissens » Moderation : Dr. Frank Reichherzer (HU zu Berlin) Impulsreferat von Prof. Dr. Philipp Felsch (HU zu Berlin) : « Zeitgeschichte und Theorie in Action » anschließend Diskussion mit den Teilnehmern • 15.30-16.00 Uhr : Pause • 16.00h-17.30 Uhr : 4. Panel « Zeitgeschichte und Politikwissenschaften : ein ungenügender Dialog? » Moderation : Dr. Magali Gravier (Centre Marc Bloch) Impulsreferat von Dr. Jay Rowell (CNRS-SAGE) : « Die Wahlverwandtschaften zwischen der französischen « Socio-Histoire » des Politischen in Frankreich und der deutschen Zeitgeschichte » anschließend Diskussion mit den Teilnehmern Samstag, den 8. Juni 2013, Centre Marc Bloch, Georg Simmel Saal • 9.00-9.15 Uhr : Begrüßung der Teilnehmer des Workshops • 9.15-10.45 Uhr : 5. Panel « Gedächtnis als interdisziplinäres Forschungsobjekt» Moderation : Prof. Dr. Hélène Miard-Delacroix (Paris Sorbonne) Impulsreferat von Dr. Christian Gudehus (Center for Interdisciplinary Research, Flensburg) : « Interdisziplinarität in der Gewalt- und Erinnerungsforschung – Problematische Theorie und erfolgreiche Praxis » anschließend Diskussion mit den Teilnehmern • 10.45-11.00 Uhr : Pause • 11-12h30 : Abschlussdiskussion