Erneuerbare Energien im postsowjetischen Raum
Vom spätsowjetischen Erbe zum Wegbereiter der Dezentrierung und neuer Verflechtungen
Projektleitung: Benjamin Beuerle
Fördermittelgeber: DFG
Teilprojekt der Forschungsgruppe ‚Energien der Vernetzung. Akteure, Räume und Narrative in Osteuropa‘
Projektpartner: Centre Marc Bloch, FU Berlin, HU Berlin, Leibniz-Zentrum für Literatur- und Kulturforschung.
Laufzeit: 2026-2030
Projektwebseite: https://www.energy-entanglements.de/Projekte/Erneuerbare-Energien/index.html
Das Teilprojekt baut auf Forschungen zum spätsowjetischen Programm zur Entwicklung und dem Einsatz erneuerbarer Energien (EE) auf. Es untersucht, inwieweit in verschiedenen postsowjetischen Staaten (Ukraine, Usbekistan, Armenien, Russland) nach 1991 Ergebnisse dieses Programms genutzt oder vernachlässigt wurden, welche Debatten es hierzu gab, wie sich EE-Politiken seither entwickelt haben, welche Perspektiven es für den weiteren Ausbau gibt und welche ökologischen, gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und (geo)politischen Implikationen damit verbunden sind. Durchweg wird hierbei auch nach Motiven, Wahrnehmungen und Bewertungen der Akteur:innen, wichtigen Wegmarken und Wendepunkten sowie nach Verbindungen zwischen den Entwicklungen in den untersuchten Staaten gefragt. Nicht zuletzt befasst sich das Teilprojekt mit der Bedeutung von erneuerbaren Energien als potenziell dezentraler Energiequelle und als Faktor der Entflechtung in einem post-imperialen Kontext – wie auch als Moment neuer oder verstärkter Verflechtungen sowohl zwischen postsowjetischen Staaten als auch zwischen ihnen und den Staaten der Europäischen Union.
DFG-Forschungsgruppe "Energien der Vernetzung"

Die DFG-Forschungsgruppe 5856 „Energien der Vernetzung. Akteure, Räume und Narrative in Osteuropa“ begreift Energien als polyfunktionale Treibstoffe kultureller, politischer, sozialer und ökonomischer Entwicklungsdynamiken. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Aushandlungsprozesse um die Gewinnung, Zirkulation und Nutzung von Energien, mit denen sich tiefgreifende Transformationen von Lebenswelten verbinden. Die dabei entstehenden Herausforderungen untersucht der Forschungsverbund – unter Einbeziehung benachbarter Regionen – mit Blick auf das östliche Europa. Denn trotz ihrer immensen Bedeutung als Produzent und Transferraum von Energie, aber auch als Schauplatz eskalierender Energiekonflikte, spielt die Region in den Energy Humanities bisher kaum eine Rolle.
