Gender Studies am CMB

Sarah Kiani (CMB - Uniersité de Neuchâtel), Estelle Ferrarese (Université de Picardie Jules Verne). Moderation : Yasemin Ural (Leibniz Universität Hannover / CMB)

19.10.2026
10:00 – 12:00

Germaine Tillion Saal & Online

Die Gender Studies haben sich in den vergangenen Jahrzehnten sowohl in Frankreich als auch in Deutschland als ein wichtiges interdisziplinäres Forschungsfeld etabliert. Gleichzeitig wurden sie zunehmend auch zum Gegenstand kritischer Stimmen und gesellschaftlicher Kontroversen. Begriffe, Debatten und theoretische Traditionen zirkulieren zwar über nationale Grenzen hinweg, werden jedoch in unterschiedlichen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Kontexten aufgenommen, übersetzt und kontrovers diskutiert. Die Veranstaltung nimmt diese Entwicklungen zum Ausgangspunkt und richtet den Blick darauf, wie die Geschichte und Gegenwart der Gender Studies in Frankreich und Deutschland am Centre Marc Bloch aufgegriffen, reflektiert und weitergedacht werden. Anhand der Forschungen von Esther Ferrarese uns Sarah Kiani werden dabei unterschiedliche Zugänge zu feministischer Theorie, Geschlechterverhältnissen und gesellschaftlichen Transformationsprozessen sichtbar. Im Mittelpunkt stehen dabei die Veränderungen des Forschungsfeldes, seine theoretischen Entwicklungen sowie die gesellschaftlichen und politischen Kontexte, in denen Gender Studies heute betrieben werden. Die Diskussion wird von Yasemin Ural, Gleichstellungsbeauftragte des Centre Marc Bloch, moderiert.

 

Estelle Ferrarese ist Professorin für Philosophie an der Université de Picardie Jules Verne und Mitglied des Institut Universitaire de France. Sie leitete das Institut du Genre.

Sie war Gastprofessorin an der New School for Social Research in New York, Stipendiatin der Alexander von Humboldt-Stiftung an der Humboldt-Universität zu Berlin und Wissenschaftlerin am Centre Marc Bloch in Berlin.

Zu ihren Publikationen zählen unter anderem Les incandescences bourgeoises, Paris, Rivages, 2026 (erscheint im Oktober); Une philosophie des sanglots, Paris, Rivages, 2025 (Prix du meilleur essai de philosophie Philomonaco 2026); Le Marché de la vertu. Critique de la consommation éthique, Vrin, 2023; Vulnerability and Critical Theory, Brill, 2018; La Fragilité du souci des autres. Adorno et le care, Éditions de l’ENS, 2018; sowie Éthique et politique de l’espace public. Habermas et la discussion, Paris, Vrin, 2015.

 

Sarah Kiani ist Historikerin und Dokumentarfilmerin. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen insbesondere in der Geschichte der Geschlechterverhältnisse und Sexualitäten, der sozialen Bewegungen und der Migration. Derzeit forscht sie zur Überwachung von Homosexualitäten in der DDR nach deren Entkriminalisierung und arbeitet dabei unter anderem mit den Archiven der Stasi. Sie lehrt an der Universität Neuchâtel und ist assoziierte Wissenschaftlerin am Centre Marc Bloch.