Claire Mélot
VITA
Claire Mélot ist Architektin und Übersetzerin. Sie ist promovierte Philosophin und assoziierte Forscherin im Forschungsteam ERRAPHIS der Universität Toulouse Jean Jaurès sowie assoziierte Forscherin am Centre Marc Bloch. Sie ist Mitglied des Verwaltungsrats der 2025 gegründeten Société Francophone de Philosophie Féministe.
Nach ihrem Architekturstudium an der ENSA Toulouse, der Technischen Universität Berlin und an der ENSA Nantes absolvierte sie die Post-Master-Ausbildung DPEA „Architektur und Philosophie“ an der ENSA Paris La-Villette, bevor sie eine Promotion in Philosophie an der Universität Toulouse-Jean Jaurès begann. Von 2018 bis 2025 war sie als assoziierte Doktorandin am Centre Marc Bloch, wo sie im Oragnaisationsteam der Forschungschwerpunkt „Pensées Critiques au pluriel“ (2019–2021) mitgewirkt hat.
2019–2022 war sie Lehrbeauftragte für Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin und 2023–2025 an der Universität Toulouse-Jean-Jaurès.
Sie arbeitet regelmäßig als Architektin und künstlerische Leiterin mit verschiedenen Kollektiven und soziokulturellen Einrichtungen in Frankreich, Belgien und Deutschland zusammen. Sie ist Mitglied des Architektenkollektivs collectif mit (Nantes/Concarneau), Mitbegründerin der sozialen Genossenschaft Champ Libre (Brüssel) und des gemeinnützigen Vereins Libertalia* e.V. (Hamburg).
Mutterinstitut:
Université Toulouse – Jean Jaurès
Forschung
Forschungsthemen
Diese Dissertation hinterfragt den Begriff „Accueil“ in der Philosophie und dessen Fähigkeit, einen sowohl physischen als auch politischen Umgang mit Raum neu zu definieren. Die Momente des Zusammenfügens, auf der Ebene der Geste, die gerade vollzogen wird und vollzogen wurde, lassen sich weder erfassen noch bewerten. Die Dissertation untersucht die theoretischen und politischen Ressourcen dieser Schwelle, dieser Momente der Schwebe, in denen sowohl das Tun als auch die Handlung ganz konkret als politisches Handeln erlebt werden können. In einer Zeit der Instrumentalisierung von Diskursen über den Raum, insbesondere nach dem Vorbild der neoliberalen Stadt seit den 1980er Jahren und im Anschluss an die von Derrida entwickelte kritische Lesart der Gastfreundschaft, untersuche die Dissertation, inwiefern der Begriff der Accueil – der in der Philosophie weniger diskutiert wird als der der Gastfreundschaft – einen Ausweg aus den der Tradition der Gastfreundschaft eigenen, konstitutiv asymmetrischen Bedingungen bietet und fruchtbar sein kann, um Relationalität durch Figuren, Formen und Nutzungen des offenen Raums zu denken.
Stipendium
2023 Stipendium zum Promotionsende Centre Marc Bloch
2019 Forschungsstipendium Centre Marc Bloch
2018 DAAD Kurzstipendium
2018 DFH/UFA Stidendium Deutsch-Französische Doktorandenkollegs „Zeitgenössische europäische Philosophien im deutsch-französischen Raum“
Titel der Dissertation:
Beyond hospitality: political spaces and gestures of assembling / Penser l'accueil: espaces politiques et gestes de l'assemblage
Institution der Dissertation:
Université Toulouse - Jean Jaurès
Betreuer*in
Jérôme Lèbre
Publikationen
« Pratiques d’assemblages. Texte – architecture – sculpture : la matière comme relation », Textimage n°18 : L’écrit et le Sculptural, 2024.
« Jacques Dégeilh. Au bord du geste », Cahier d’artiste dans Textimage n°18 : L’écrit et le Sculptural, 2024
avec Claire Tomasella et Sarah Carlotta Hechler : « Se reconnaître et s’engager » (Introduction), dans : Une conversation : Annie Ernaux et Rose-Marie Lagrave, Édition de l’EHESS, 2023
avec Claire Tomasella et Sarah Carlotta Hechler : « Les rapports de pouvoir en littérature / Machtverhältnisse in der Literatur », Dossier pour la rubrique Échos, Revue Trajectoires n°15, 2022.
avec collectif mit, Aman Iwan, Adhoc, Vlan (edd.): Unda, ré-habiter le fleuve, Éditions Aman Iwan Paris, 2019
Übersetzung:
« La recherche en chorégraphie musicale comme pratique artistique – Interférences entre musique et mouvement », de Stefanie Schroedter, dans : HEAR EYES MOVE. Dances with Ligeti: Interferences between music and movement, Elisabeth Schilling Company, Making Dances, 2024.
« Études de danse contemporaine pour Györgi Ligeti », de Stephanie Schroedter, dans : EAR EYES MOVE. Dances with Ligeti, Elisabeth Schilling Comagny, Making Dances, 2020.
avec Mathias Rollot et Frederic Bourgeois : Le Mythe de l’homme derrière la technique, de José Ortega y Gasset, Éditions Allia, 2016.