Katrin Herms
VITA
Katrin Herms promoviert in Soziologie an der Universität Lausanne bei Laurence Kaufmann (UNIL) und Francesca Musiani (CNRS/Ecole des Mines). Von 2020 bis 2023 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Centre Marc Bloch, wo sie im ERC Projekt „Socsemics“ an mehreren Fallstudien zur möglichen Existenz von digitalen Echokammern mitgewirkt hat. Zusammen mit Paula Seidel war sie für das Doktorandenseminar verantwortlich. Sie hat zudem mehrere interdisziplinäre Kolloquien und Seminare organisiert, darunter das Forum Marc Bloch zum Thema des Imaginären in Krisenzeiten (2022).
Seit Dezember 2023 ist sie assoziierte Doktorandin, zurzeit im Pôle „Ungleichheitsdynamiken“, vorher als Mitglied im Forschungsschwerpunkt „Staat, Recht und politischer Konflikt“.
Im Jahr 2024 war sie Forschungsstipendiatin in der Forschungsgruppe „Dynamiken digitaler Information” am Weizenbaum-Institut in Berlin. Heute ist sie Mitglied des Juniorlabors „Collectif d’étude des discours sur l’écologisme en France” des LabEx SMS, Universität Toulouse, und assoziierte Doktorandin des Centre Internet et Société (CNRS) in Paris.
Seit 2024 ist Katrin Herms Dozentin für Digitalkultur am Medialab von Sciences Po Paris. Sie hatte außerdem Lehraufträge im Bereich LEA/Geschichte an der Université Paris Cité (2024) und in Sozialtheorie an der Humboldt-Universität zu Berlin (2023) inne. 2024 hat sie auf Grundlage ihrer Forschung ein Proseminar im Fachbereich Mediensoziologie an der Universität Luzern konzipiert und Seminararbeiten betreut. Derzeit arbeitet sie als Deutschlektorin an der Universität Paris Est-Créteil.
Vor Beginn ihrer Doktorarbeit war Katrin Herms als freie Journalistin (u.a. für Deutsche Welle, WDR und SR2 Kulturradio) und als Bildungsreferentin tätig. Sie hat Journalistik (B.A., TU Dortmund) und Deutsch-Französische Studien (M.A., Universitäten Saarbrücken, Metz und Luxemburg) studiert.
Mutterinstitut:
Université de Lausanne
Forschung
Forschungsthemen
Politisierungsprozesse, Soziale Medien, Öffentlichkeit, Soziale Bewegungen, quantitative und qualitative Methoden
Forschungsprojekt
Vor dem Hintergrund der Herausforderungen, die soziale Netzwerke für traditionelle Formen demokratischer Partizipation darstellen, untersucht das Promotionsprojekt das Zusammenspiel digitaler Kommunikation und politischer Mobilisierungsformen während der Covid-19-Pandemie in Deutschland und Frankreich. Angesichts der heterogenen Protestkollektive, die sich gegen die Corona-Schutzmaßnahmen auflehnten, fragt die kumulative Dissertation nach dem politisierenden Potenzial von kollektiven Emotionen und untersucht Diskurse, Netzwerke und Rollen von hybriden Meinungsführern, die sich an der Schnittstelle von Online- und Offline-Räumen bewegen. Die Ergebnisse beruhen auf teilnehmender Beobachtung und leitfadengestützten Interviews mit Straßenaktivist:innen, digitaler Ethnographie und einer qual-quant Analyse von kommentierten Zitatketten auf X (ehemals Twitter).
Stipendium
- bourse de recherche du Weizenbaum-Institut Berlin (1 Monat 2024)
- bourse de fin de thèse du Centre Marc Bloch (3 Monate 2025)
- bourse de mobilité entre le Centre Marc Bloch et Sciences Po Paris (3 Monate 2026)
Titel der Dissertation:
Polarisation et solidarité en contexte de crise : une étude mixte sur la mobilisation en ligne et hors ligne pendant la pandémie du Covid-19.
Institution der Dissertation:
Fakulté des sciences sociales et politiques, Université de Lausanne
Betreuer*in
Laurence Kaufmann, Francesca Musiani
Publikationen
Katrin Herms (2026) „Solidarité chorégraphiée. La politisation comme pratique sociale hybride pendant la pandémie de la Covid-19″, Questions de communication, Dossier 49/2026 : Politisation de publics numériques. Éditions de l’Université de Lorraine, pp. 195-224. https://journals.openedition.org/questionsdecommunication/43477#quotation
Katrin Herms (2025) „Hybride Influencer*innen im Krisenkontext: eine Gefahr für die Demokratie?“, Wissen schafft Demokratie, Band 18/2025 : Demokratiegefährdung online, Institut für Demokratie und Zivilgesellschaft (IDZ Jena), pp. 100–115. https://www.idz-jena.de/wsddet/wsd18-07
Katrin Herms et Jörg Lehmann (2025) „Seeing Like a Field?“ Revue suisse de sociologie, 51(2), Numéro spécial édité par Sebastian W. Hoggenmüller : Mégadonnées visuelles, une nouvelle forme de savoir – potentiels, défis et transformations, pp. 317-336. https://doi.org/10.26034/cm.sjs.2025.6906
Bartl, G., Hardt, J., Suttner, S., Linden, M., Ventura, R., Vogler, A., Stanley, A., Zeigermann, U., Herms, K., Zimmermann, T., Kabbej, S., Melcher, F. (2024) „Rethinking Governance in Times of Multiple Crises“, Vigoni Paper 5/2023, Villa Vigoni Editore Loveno di Menaggio. https://www.villavigoni.eu/wp-content/uploads/2024/03/Vigoni-Papers-2023_5.pdf
Roth, C., St-Onge, J., & Herms, K. (2022) „Quoting is not Citing: Disentangling Affiliation and Interaction on Twitter“, in R. M. Benito, C. Cherifi, H. Cherifi, E. Moro, L. M. Rocha, & M. Sales-Pardo (Eds.), Complex Networks & Their Applications X, Springer International Publishing, pp. 705–717. https://doi.org/10.1007/978-3-030-93409-5_58
Katrin Herms (2018) „Digitale Kollaboration. Rechtspopulismus und Social-Media-Kommunikation in Deutschland und Frankreich: Eine Analyse am Beispiel der Pegida-Bewegung und des Front National“, in J. Montemayor Gracia, V. Neusius, & C. Polzin-Haumann (Eds.), Digitalkulturen/Cultures numériques. Herausforderungen und interdisziplinäre Forschungsperspektiven/Enjeux et perspectives interdisciplinaires, transcript-Verlag, pp. 157–182. https://doi.org/10.14361/9783839442159-009.