Dr. Sophie Lambroschini
VITA
Nach Abschluss ihrer Doktorarbeit über den postkommunistischen Wandel sowjetischer Wirtschaftseliten führte Sophie Lambroschini ein vom Marc-Bloch-Zentrum finanziertes Postdoktorandenprojekt durch, um die Kontinuität und Neuordnung von Netzwerken und wirtschaftlichen Verbindungen in der Konfliktzone in der Ostukraine zu untersuchen. Vor Ort, nahe der Frontlinie, beobachtet sie, wie sich die wirtschaftlichen und alltäglichen Praktiken der Bevölkerung und der Unternehmen infolge des Krieges verändern. Im Jahr 2018 verteidigte sie an der Universität Paris Nanterre eine Dissertation im Fach Slawistik über die Werdegänge und Praktiken sowjetischer Banker auf „kapitalistischen“ Märkten während des Kalten Krieges (1971–) und deren Vermächtnis im postsowjetischen Russland. Sie ist Spezialistin für die heutige Ukraine und hat während ihres zehnjährigen Aufenthalts in Kiew zahlreiche Feldstudien durchgeführt. Das Buch „The Ukrainians“ (Hrsg. Henry Dougier, 2014 und 2016) ist das Ergebnis dieser Arbeit und spiegelt ihre Erfahrungen auf diesem Gebiet wider, die sie zunächst als Journalistin in Russland und der Ukraine gesammelt hat. Ihre aktuelle Forschung befasst sich damit, wie sich wirtschaftliche Interaktionen, Strategien und Netzwerke von Eliten und gewöhnlichen Akteuren im Kontext geopolitischer, militärischer, ideologischer Konflikte oder Krisen verändern, am Beispiel des Konflikts im Donbass und russischer transnationaler Infrastrukturnetzwerke.
Sophie Lambroschini ist Expertin für das heutige Russland und die Ukraine mit Schwerpunkt auf Elitenetzwerken, gewöhnlichen Wirtschaftsakteuren und der Wirtschaftssoziologie von Konflikten. Im Jahr 2018 begann sie im Rahmen anthropologischer Forschungen zur Wasserversorgung über die Frontlinien hinweg zu untersuchen, wie der Krieg in der Ostukraine lokale wirtschaftliche Interaktionen verändert. Ihr neues, vom Centre Marc Bloch gefördertes Projekt erweitert diese „Geopolitik von unten“ um die Frage, wie lokale wirtschaftliche und politische Dynamiken in Mittel- und Osteuropa durch transnationale Infrastruktur- und Vernetzungsprojekte in Eurasien – insbesondere durch russische Gas- und Ölexportnetzwerke – beeinflusst werden. Im Jahr 2018 verteidigte sie an der Universität Paris Nanterre eine Dissertation in Slawistik über transnationale sowjetische Eliten im Kontext globaler Transformation, in der sie die Werdegänge und Praktiken sowjetischer Bankiers auf „kapitalistischen“ Märkten während des Kalten Krieges (1971–) sowie deren Vermächtnis im postsowjetischen Russland untersuchte. Zuvor war sie als Journalistin in Moskau und Kiew tätig (1994–2008) und veröffentlichte ein Buch (Les Ukrainiens, Hrsg. Henry Dougier, 2014 und 2016), in dem sie die Ukraine-Krise von 2014 aus historischer, politischer und sozialer Perspektive einordnet. Zu ihren weiteren aktuellen Beiträgen zählen Gastkommentare für ZOIS und das Kennan Institute, Artikel sowie die Teilnahme an Konferenzen und anderen internationalen wissenschaftlichen Veranstaltungen.
Mutterinstitut:
Université Paris Nanterre
Forschung
Forschungsthemen
Themen: Ukraine und Russland 20.-21 Jahrhundert;
Osteuropa / transnationale Wirtschaftskultur und Wirtschaftsgeschichte;
Eliten-Wandel;
Konflikt Dynamiken
Stipendium
Université Paris Ouest Nanterre La Défense, France. PhD Researcher contract Nov. 2011- Nov. 2014 Deutsche Historische Institut Moskau. Short-term field research grant. Moscow, May-June 2015 Centre Marc Bloch, Berlin. Short-term research grant, October 2015. Centre Marc Bloch, Berlin. PhD completion writing grant, February-April 2017.;
Université Paris Ouest Nanterre La Défense, France. PhD Researcher contract Nov. 2011- Nov. 2014 Deutsche Historische Institut Moskau. Short-term field research grant. Moscow, May-June 2015 Centre Marc Bloch, Berlin. Short-term research grant, October 2015. Centre Marc Bloch, Berlin. PhD completion writing grant, February-April 2017.
Titel der Dissertation:
On the Cold War's Financial Frontline Soviet capitalist bankers from 1971 onward: trajectories, practices, and post-Soviet conversion.; On the Cold War’s financial frontline: Soviet capitalist bankers from 1973 onward: trajectories, practices and Post-Soviet conversion. [soutenue en février 2018, Université Paris Ouest] Die Doktorarbeit analysiert die Erfahrung auf kapitalistischen Finanzmärkten sowjetischer Banker der im Westen ansässigen Banken der Außenhandelsbank der UdSSR, und was diese transsystemischen Interaktionen im Kontext der Perestroika-Reformen und des Zerfalls der Planwirtschaft bedeuten. Unter anderem, untersuchte ich wie die Beziehungen zwischen der politischen Macht in Moskau (Politbüro Zentralkommittee), der bürokratischen Instituten (Gosplan, Staatsbank…) auf der einen, und den sowjetischen Bankern in Paris, London, Zürich auf der anderen Seite, funktionierten und wie sie sich über die Zeit hinweg änderten. Hauptergebnisse dieser Forschung Sie trägt in erster Linie dazu bei, die Prozesse des Austritts aus dem Kommunismus als Prozesse auf unterschiedlichen Ebenen und Geschwindigkeiten zu analysieren. Außerdem habe ich versucht hervorzuheben dass Wirtschaft und transnationalen Eliten der Sowjetunion tiefer in eine globale Welt mehr integriert waren als das monochrome Narrativ einer "geteilten Welt" vorgibt. Diese Forschung wurde durch einen Artikel (Peter Lang, 2015) valorisiert. Seit der Verteidigung habe ich zwei Artikel durch Vorträgen auf Konferenzen und Workshops, einschließlich des Centre d´histoire de SciencesPO (Oktober 2018) und des Jordan Center for the Advanced Study of Russia and der NY University angespitzt.
Institution der Dissertation:
Université Paris Nanterre
Betreuer*in
Pr. Jean-Robert Raviot
Publikationen
Books:
2014. Les Ukrainiens : Lignes de vie d’un peuple. Paris : Ateliers Henry Dougier.
In preparation:
„The USSR’s capitalist bankers: from Financial Cold warriors to Russian State Bankers, the Genealogy of a Managerial Elite“ (working title). Final drafting of PhD dissertation in book form.
Book chapters:
Raviot, J.-R., Lambroschini, S. 2016. “Post-Empire. La Russie Au Miroir de Son Voisinage.” Russie: Une Nouvelle Guerre Froide?. Paris: La Documentation française , 2016 : 75-102.
Peer-reviewed:
2008. “Genèse, apogée et métamorphoses du présidentialisme clientéliste en Ukraine”. Revue d’études comparatives Est-Ouest39 (2): 117–48
Research papers and online articles :
2019. “Winter War in Eastern Ukraine: The Everyday Drama of Water and Heating Infrastructure Collapse.” Focus Ukraine(blog), February 7, 2019. https://www.kennan-focusukraine.org/winter-war-in-eastern-ukraine-the-everyday-drama-of-water-and-heating-infrastructure-collapse/.
2018. War and water in the Donbas.”. ZOIS-Spotlight35/2018. https://en.zois-berlin.de/publications/zois-spotlight/war-and-water-in-the-donbas/.
2018. „When Financial Statecraft Goes to War: Western Sanctions and Russian Reaction.“. TRAFO Blog for Transregional Research(blog). 24 mai 2018. https://trafo.hypotheses.org/10301
2018. „Ukraine: entre deux feux. Le poids d’un conflit toujours ouvert“. Annuaire Ramses. IFRI: 228-231
2018. “In the Borderlands of War of Eastern Ukraine. Making Borders by Mapping Needs and Social Practices.” TRAFO – Blog for Transregional Research(blog). 7 février 2018. https://trafo.hypotheses.org/8928.
Eckert, D., Lambroschini, S. 2017. “La Ligne de Démarcation Entre Séparatistes Du Donbass et Reste de l’Ukraine“. M@ppemonde. http://mappemonde.mgm.fr/119lieu1/.
2016. “Porochenko et les oligarques”. CERI-Alternatives Économiques, January 1, 2016: 34-35.
2014. “Civiliser l’oligarchie – Une Condition à la Stabilisation de l’Etat Ukrainien”. Note stratégique 6. IRSEM. https://www.defense.gouv.fr/content/download/257790/3126653/file/NRS%20UKRAINE.pdf
istoriâ strany, 1961-1991 Pub. Vnešekonombank, Moskva,
2012. „Télévision, la levée des tabous“. In: coll: : URSS : fin de parti(e). Les années Perestroîka. 22-30 Editions Fage
2011. „La grande famine en Ukraine : la ritualisation de la mémoire du Holodomor par le pouvoir“Ouvrage coll. Commémorer les victimes en Europe, coll. David El Kenz et François-Xavier Nérard, Editions Champ Vallon:
2011. “Ukraine : La « colonisation économique » russe, mythe ou menace ?“. N11/2011. Lettre de la Fondation Robert Schuman. https://www.robert-schuman.eu/fr/questions-d-europe/0217-l-ukraine-en-proie-a-la-colonisation-economique-russe
2008. „Caviar“. „Cosaques“ „Télévision“. Dictionnaire de la Russie. Larousse: 122-126;
156-160;
454-459
2005. “L’Ukraine un an après La Révolution orange : quels enjeux pour les législatives de mars 2006”. Lettre de la Fondation Robert Schuman : 1-12.