Julia Pohle wird stellvertretende Direktorin des Centre Marc Bloch

01.06.2026

Ab dem 01. Juni 2026 übernimmt Julia Pohle die Funktion der stellvertretenden Direktorin des Centre Marc Bloch (CMB). Sie folgt auf die Historikerin Esther Möller und komplettiert als Vertreterin der deutschen Wissenschaftskultur die Leitung des Instituts an der Seite von Fabien Théofilakis und dem Direktor Jay Rowell. Das gesamte Team am Centre Marc Bloch heißt sie herzlich willkommen und blickt mit Vorfreude auf die kommenden Jahre. 

Die Kommunikations- und Kulturwissenschaftlerin Julia Pohle beschäftigt sich in ihrer Forschung seit Jahren mit Internet Governance, globaler Kommunikationspolitik und europäischer Digitalpolitik. Zuletzt war sie Co-Leiterin der Forschungsgruppe „Politik der Digitalisierung“ am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB). In ihren letzten Publikationen und zahlreichen Einlassungen in den Medien äußert sie sich zu dem aktuell stark diskutierten Thema der „digitalen Souveränität“ und bearbeitet die damit verbundenen zentralen Fragen: Wie strukturieren geopolitische Dynamiken und wirtschaftlicher Wettbewerb digitale Infrastrukturen? Welchen Einfluss hat die technologische und wirtschaftliche Dominanz der USA auf die digitale Transformation in Europa und weltweit? Wie nutzen Nationalstaaten und transnationale Technologieunternehmen ihre Macht im digitalen Raum?  Welche Risiken bergen die politischen Forderungen nach „digitaler Souveränität“?

Julia Pohle wechselt von einer Berliner außeruniversitären Forschungseinrichtung, dem WZB, zu einer weiteren Institution des BR50-Netzwerks. Die Stelle als Direktorin am deutsch-französischen CMB ist dabei für sie eine Rückkehr in die frankophone Wissenschaftswelt sowie die interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit. Nach einem Magisterabschluss in Kulturwissenschaft, Informatik und Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin war sie einige Jahre bei der UNESCO in Paris tätig. Anschließend promovierte sie in Kommunikationswissenschaft an der Vrije Universiteit Brussel, in enger Kooperation mit der Université Sorbonne Nouvelle – Paris 3, zu den frühen zwischenstaatlichen Auseinandersetzungen über die Ausgestaltung des globalen Internets.

Als Academic Editor des interdisziplinären Open-Access-Journals Internet Policy Review und Co-Chair der Sektion für Kommunikations- und Technologiepolitik der International Association for Media and Communication Research (IAMCR) engagiert sich Julia Pohle seit Jahren für die Etablierung des noch jungen Forschungsfeldes der Digitalpolitikforschung und freut sich darauf, dieses nun auch ans CMB tragen zu können. Sie ist zudem assoziierte Forscherin an der Brussels School of Governance und am Centre Internet et Société des CNRS in Paris, und leitet derzeit das internationale Kooperationsprojekt (Re-)claiming digital sovereignty in discourse, policy and practice (ClaimSov) gemeinsam mit KollegInnen aus Paris und Montréal. Ihre digitalpolitische Expertise bringt Julia Pohle regelmäßig in gesellschaftliche Debatten und politische Prozesse ein, aktuell beispielsweise als Leiterin einer wissenschaftlichen Expertengruppe zum Thema Digitale Souveränität im Auftrag der Europäischen Kommission.

Zu ihrer neuen Rolle am Centre Marc Bloch äußert sich Julia Pohle wie folgt: „Das CMB verkörpert, was mir als Wissenschaftlerin am Herzen liegt: interdisziplinäre Zusammenarbeit, deutsch-französische und europäische Wissenschaftskooperation sowie eine historisch und theoretisch fundierte Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Gegenwartsfragen. Ich freue mich darauf, zur weiteren Stärkung und Sichtbarkeit dieser Wissenschaftskultur am CMB und darüber hinaus beitragen zu können.“

 

 Das Centre Marc Bloch ist ein deutsch-französisches Forschungszentrum für Geistes- und Sozialwissenschaften in Berlin. Das Institut ist von seiner binationalen Struktur geprägt und wird vom französischen Außenministerium, dem CNRS sowie dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) getragen. Es beherbergt Forschendebeider Länder, deren Projekte in fünf Forschungsschwerpunkte eingebettet sind und zeichnet sich durch seine Interdisziplinarität aus. Als Schaltstelle ersten Ranges zur Vernetzung von Forschungseinrichtungen und Wissenschaftler*innen fungiert das CMB nicht zuletzt auch als wichtiger Mittler zwischen den Wissenschaftskulturen Frankreichs und Deutschlands. https://cmb.hu-berlin.de

Pressekontakt
Camille Colleu und Philon Griesel
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