Der Mille-feuille europäischer Solidaritäten im Wirbel der Covid-19 Krise
14.07.2021
17:00
„Border-Crossing Solidarities: Globaler Zusammenhalt nach der Corona-Krise“ (14. Juli, 17.00 Uhr bis 18.30 Uhr) Im Rahmen des Leipziger Wissenschaftsfestivals 2021. Der Mille-feuille europäischer Solidaritäten im Wirbel der Covid-19 Krise Ein Gespräch über Herausforderungen und Notwendigkeiten in der grenzüberschreitenden Produktion von Wissen mit Stefanie Börner, Soziologin, Universität Magdeburg; Vincent Gengnagel, Soziologe, Europa-Universität Flensburg; Michael Knipper, Mediziner, Justus-Liebig-Universität Giessen; Patrick Jouin, Koordinator für grenzüberschreitende Kooperationen, Agence Régionale de Santé Grand Est organisiert von Olivier Giraud (Lise, CNRS Cnam-Paris) und Nikola Tietze (Centre Marc Bloch, Berlin) Der Mille-feuille, Tausend-Blatt, ist ein französischer Kuchen mit einer feingliedrigen Blätterteigstruktur, die durch eine mehr oder minder konsistente Creme zusammengehalten wird. Er stellt ein passendes Bild für die Komplexität und Fragilität von europäischen Solidaritäten dar und verdeutlicht, dass deren Herstellung von dem Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure, multipler Handlungsbühnen und verschiedener territorialer Ebenen abhängt. Im nach innen dicht vernetzten und nach außen multilateral verknüpften Europa spielt hierbei grenzüberschreitende Koordination von disparaten Informationen und heterogenen Kenntnissen eine entscheidende Rolle, wie die Covid-19-Pandemie vor Augen geführt hat. Die Podiumsveranstaltung richtet den Fokus auf die Herausforderungen und Brüche in der Wissensproduktion und im Austausch von Kenntnissen im Mille-feuille europäischer Solidaritäten während der Covid-19-Krise. Nach welchen Maßstäben wird das Wissen produziert und ausgetauscht, das über eine politische Maßnahme im Gesundheitsschutz, über die Schließung oder Öffnung von regionalen oder nationalen Grenzen, über Unterstützung des Wirtschafts- oder Finanzmarkts, über die Sozialhilfe für eine spezifische Bevölkerungsgruppe etc. entscheidet? Auf welchen wissenschafts- wie auch wirtschaftspolitischen Kontext bauen solidaritätsorientierte Wissensproduktion und -austausch in der Covid-19-Krise auf? Welche Verflechtungen und Brüche hat die Pandemie im Mille-feuille der europäischen Solidaritäten insbesondere im gesundheits- und sozialpolitischen Bereich aufgezeigt? Diese und ähnliche Fragen wollen wir in dem Podiumsgespräch aufgreifen und anhand von konkreten Beispielen vertiefen, wobei Situationen in Frankreich und die Koordination der Pandemiebekämpfung an der deutsch-französischen Grenze eine besondere Berücksichtigung finden wird. Es geht darum, die Organisation und Gewährleistung von Gesundheit während der Pandemie im Zusammenhang mit sozialen Problemstellungen und gleichzeitig in einer transnationalen europäischen Perspektive zu betrachten. Unser Ziel ist es, den Spannungen zwischen lokalen, nationalen, europäischen oder auch globalen Wissensformaten, zwischen marktwirtschaftlichen und sozialpolitischen Kenntnissen wir auch zwischen wissenschaftlichen, politischen oder auch rechtlichen Maßstäben nachzugehen.