Die Mobilisierung des Expertenwissens im öffentlichen Handeln
20.06.2008 – 21.06.2008
10:00
Tagung im Rahmen des Forschungs- und wissenschaftlichen Ausbildungsprogramms des Centre Interdisciplinaire d’Etudes et de Recherches sur l’Allemagne (CIERA) Im Rahmen des deutsch-französischen Forschungs- und wissenschaftlichen Ausbildungsprogramms zu „Expertise und administrativem Gebrauch von wissenschaftlichem Wissen” wird die Tagung sich einer Vertiefung der theoretischen und methodischen Analyse der „Anwendung” von Wissen widmen. Neben einer Problematisierung der Stellung der Expertise zwischen Wissen/Wissensträgern und Macht/Machthabern sowie der Untersuchung (regierungs-) staatlicher Wissensproduktion, stellt sich darüber hinaus die Frage nach der Anwendung von spezialisierten Wissensformen im öffentlichen Handeln (im Sinne der französischen action publique oder des anglosächsischen public policy). Allerdings verweist der Begriff „Anwendung“ häufig auf vereinfachende Weise auf eine Wissensmobilisierung in einem rein utilitaristischen Sinne. Ziel der Tagung wird es sein, alternative Konzeptionen zu identifizieren, zu spezifizieren und zu analysieren.
Programm
FREITAG, 20. JUNI 2008Empfang der Teilnehmer 9:30 – 10 UhrBegrüßung und Vorstellung des Kolloquiums: Pascale LaborierEinleitung Philippe Bongrand (CURAPP) und Heinrich Hartmann (Frankreich Zentrum – Freie Universität)10 – 13 Uhr Panel 1: Der Einfluss der Organisation des Wissens auf seine Anwendungen- GREGORY SALLE: Les usages sélectifs d’une science incertaine: la « criminologie » [Selektive Anwendungen einer unsicheren Wissenschaft: die « Kriminologie »] – HAROLD MAZOYER : Les usages locaux des outils de la science économique: le cas de l’expertise du métro de Lyon (1963-1973) [Lokale Anwendungen von wirtschaftswissenschaftlichen Instrumenten am Beispiel der Lyoner Métro]- – ULRIKE MANZ : Jenseits der Expertenkultur. Zur Wissensmobilisierung in der Schule am Beispiel biopolitischer Fragestellungen- – KATRIN STEFFEN: Technische Expertise und nationaler Aufbau. Die Errichtung des Zentralen Industriebezirks Polens (1936-1939).Kommentar: Stefan Beck (europäische Ethnologie, Humboldt- Universität)14:30 – 17:30 Panel 2:Die Bedeutung des Wissens – FABRICE HAMELIN : Mobilisation de savoirs experts et automatisation des contrôles de vitesse en France [Mobilisierung von Expertenwissen am Beispiel der Automatisierung von Geschwindigkeitskontrollen in Frankreich]- – DANIEL FLÜCKIGER: Nachfrage abfragen. Die Mobilisierung von Ingenieurwissen für Straßenbauten im Kanton Bern 1790-1850- ETIENNE PÉNISSAT : Circulation et usages des savoirs statistiques: l’exemple des tableaux de bord et des indicateurs des politiques de l’emploi [Verbreitung und Anwendung von statistischem Wissen am Beispiel von Führungstabellen und Indikatoren der Arbeitspolitik ]- STEPHANIE RONDA : Science anthropologique et protection du patrimoine culturel au Mexique: la constitution d’un nouveau champ d’intervention publique (1900-1950) [Anthropologie und Schutz des Kulturerbes in Mexiko: die Entstehung eines neuen Feldes staatlicher Intervention]Kommentar : Jakob Vogel (Universität Köln)SAMSTAG, 21. JUNI 2008Empfang der Teilnehmer 9 :30 – 10 Uhr10:30- 13 Uhr Panel 3:Formen der Mobilisierung von Wissen, jenseits der Expertise – MARTINE KALUSZINSKI : Le droit, science du gouvernement ? [Recht als Regierungswissenschaft?] – VINCENT GAYON : Jobs study et Jobs strategy de l’OCDE dans leurs circuits de transformation et de légitimation (1994-1998) [Jobs study und Jobs strategy der OECD zwischen Transformation und Legitimation]- SARAH DORNHOF: Muslime in Deutschland als Wissensobjekt über den Zusammenhang von Sicherheit, Integration und Religion- Gábor Eröss (Universität Budapest – FU Berlin): Broker des Unwissens. Die Theorie der postbürokratischen Expertise im Spiegel des ungarischen Gesundheits- und SchulwesensKommentar: Frédéric Lebaron (Université de Picardie-CURAPP)