Dr. Esperantos „Internationale Sprache“: die zwölf Sprachen eines universalistischen Manifests (1887)
6.06.2019
14:00
1887 erschien in Warschau das „Erste Buch“ für Esperanto: ein Manifest mit dem nüchternen Titel „Internationale Sprache. Vorrede und vollständiges Lehrbuch“. Im Zentrum des Seminars steht eine vergleichende Untersuchung der verschiedenen und in unterschiedlichen Sprachen (Russisch, Polnisch, Französisch, Deutsch, Hebräisch, Jiddisch, Englisch, Schwedisch, Litauisch, Lettisch…) quasi gleichzeitig erschienen Versionen dieses Manifests. Ziel ist es, das universalistische Projekt des Verfassers, Ludwik Zamenhof, und den Erscheinungskontext des Manifests im „Europa der Grenzen“ am Ende des 19. Jahrhunderts in den Blick zu nehmen. Der Fokus richtet sich insbesondere auf die weniger bekannten Versionen (vor allem die jiddische) und auf die Frage, was jene über Zamenhofers Versuch aussagen, sich an verschiedene „Öffentlichkeiten“ und Nationalitäten in Europa zu wenden, ohne den universalistischen Anspruch des Projekts aus den Augen zu verlieren.