Friederike Kuntz: Globalisierungskritik von rechts: Die Neue Rechte und ihre Kritik der liberalen Globalisierung
4.07.2019
10:00
Friederike Kuntz (Freie Universität Berlin) Modération : Andrea Kretschmann Der Aufstieg rechter Globalisierungskritik wird zumeist auf die 1990er-Jahre datiert. Rechte Stimmen wirken jedoch nicht erst seit dieser Zeit an der sozialen Konstruktion der Wirklichkeit von Globalisierung mit. Auf diese Weise haben rechte Kräfte die Herausbildung eines Echo- und Aktionsraums für sich selber forciert. Im Blick auf Europa ist davon auszugehen, dass Globalisierungskritik gerade für die sogenannte Neue Rechte(NR) – eine rechtsintellektuelle Bewegung, die Ende der 1960er von Frankreich ausging – von Beginn an konstitutiv war. Das Projekt untersucht daher die Genese und Entwicklung rechter Globalisierungskritik in Europa am Beispiel der NR seit ihren Anfängen bis heute. Dabei liegt der Fokus auf den Denksystemen und Öffentlichkeitsstrategien der französischen und der deutschen NR und ihrem Vergleich. Das Projekt trägt zu einem besseren Verständnis der NR als eine wirkmächtige, ideologische Gegenspielerin von liberaler Globalisierung im Nachkriegseuropa, einschließlich der politischen Implikationen ihrer intellektuellen Arbeit und ihrer Wirkweise, bei sowie zu einer politiktheoretischen Klärung der Bedingungen ihrer effektiven Kritik.