Marginales und Marginalität in der zeitgenössischen Kunst
8.10.2013 – 10.10.2013
22:00
Diese Tagung beschäftigt sich mit der Rolle, welche das Marginale bzw. die Marginalität in den Definitionen der zeitgenössischen Kunst spielt, und besonders in denjenigen, die ihre Akteure formulieren. Dabei wären das Marginale und die Marginalität auf zwei Ebenen zu behandeln: auf der von programmatischen Stellungnahmen wie als auferlegte Stellung im Feld. Hinsichtlich der Kunstproduktion soll der Blick auf künstlerische Praktiken gelenkt werden, welche Phänomenen Aufmerksamkeit schenken, die an den Rändern der traditionellen Domäne der Kunst angesiedelt sind und somit danach trachten, Grenzen zu verschieben und eingespielte Konzeptionen aufzuheben. Diese Fragestellung öffnet mehrere Denkfelder, die in einer interdisziplinären Perspektive an der Kreuzung von Soziologie, Philosophie, Kunstgeschichte und Geographie diskutiert werden sollen. Unser Vorschlag umfasst vier Achsen, die es erlauben, diese Begriffe an der Schnittstelle von wissenschaftlichen Traditionen verschiedener Länder zusammen zu denken. Die erste Achse fasst die Bezüge zwischen marginalen Stellungnahmen im Kunstfeld und denen, die außerhalb erfolgen, in den Blick. Insbesondere soll hier die Reaktivierung der Kategorie der Marginalität in den Strategien sozialer Aufwertung untersucht werden. Ein zweiter Schwerpunkt liegt auf den Wechselbeziehungen zwischen Marginalem bzw. Marginalität und Institutionen und möchte die Rolle der letzteren bei der Definition und Anerkennung von Marginalem analysieren. Drittens werden der Umgang mit Marginalität als künstlerische Strategie und viertens deren Rolle und Definition die Dynamiken zwischen Zentren, Peripherien und Halb-Peripherien in einem „globalisierten“ Kunstkontext untersucht. Diesen vier Achsen entsprechen vier Panels, worin jeweils spezifische Fragen diskutiert werden, die in Bezug mit der Problemstellung der Tagung stehen. Diese Tagung wendet sich vorrangig an junge Wissenschaftler/innen, die sich mit Begriff und Problemen der ‚Marginalität‘ und des ‚Marginalem‘ in der zeitgenössischen Kunst auseinandersetzen. Ziel ist es, einen Diskussionsraum zwischen wissenschaftlichen Disziplinen, aber auch zwischen jungen und arrivierten Wissenschaftler/innen zu öffnen. Die eingeladenen Referent/innen sind bislang: Prof. Dr. Jean-Michel Decroly (ULB – IGEAT Bruxelles), Prof. Dr. Bettina Gockel (Universität Zürich), Prof. Dr. Boris Grésillon (Université de Provence), Prof. Dr. Piotr Piotrowski (Adam Mickiewicz University Poznań), PD. Dr. Ulf Wuggenig (Leuphana Universität Lüneburg), Béatrice von Bismarck (Hochschule für Grafik und Buchkunst, Leipzig). Comité scientifique / Wissenschaftliches Komitee: Peter Geimer, Boris Grésillon, Béatrice Joyeux-Prunel, Bénédicte Savoy, Patrice Veit, Ulf Wuggenig Comité d’organisation / Organisationsteam: Léa Barbisan, Camille Boichot, Maria Bremer, Séverine Marguin