Ouverture officielle du projet „Saisir l’Europe / Europa als Herausforderung“ en France

14.04.2013
22:00

Die deutsch-französische Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung wird am 15. April 2013 im Rahmen der Deutsch-Französischen Wissenschaftswoche an der Académie des sciences in Paris einen neuen Höhepunkt finden. Mit der Unterzeichnung eines bisher einmaligen deutsch-französischen Kooperationsvertrags bekräftigen sieben Hochschulen und Forschungsinstitutionen ihr Engagement in dem gemeinsamen Forschungsverbund „Saisir l´Europe – Europa als Herausforderung“. Das zunächst auf fünf Jahre angelegte Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und von seinem französischen Pendant, dem Ministère de l´Enseignement Supérieur et de la Recherche, mit insgesamt 3 Millionen Euro gefördert.Offizielle Eröffnung In Zeiten wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und politischer Krisen macht sich das Projekt zur Aufgabe, Europa und seine Gesellschaften neu zu denken: nicht als etwas Gegebenes, sondern als eine Herausforderung für Politik, Gesellschaft und Wissenschaft. Seit dem 1. Oktober 2012 arbeiten drei interdisziplinäre und internationale Forscherteams zu drei zentralen Herausforderungen der Zukunft Europas: Sozialstaat, Nachhaltigkeit und urbane Gewalt. Das Teilprojekt I „Herausforderung Sozialstaat“ untersucht gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen, die den nationalen Sozialstaat auf die Probe stellen (etwa alternde Gesellschaften, Verknappung der Mittel), ebenso wie Diskussionen über die Ausweitung einer gemeinsamen europäischen Sozialpolitik.Das Teilprojekt II „Herausforderung Nachhaltigkeit“ widmet sich Konzepten und Praktiken der nachhaltigen Entwicklung, die sich nicht allein auf den ökologischen Aspekt beschränken, sondern sich auch auf ökonomische und soziale Zusammenhänge erstrecken.Das Teilprojekt III „Herausforderung Urbane Gewalt“ nimmt aktuelle Gewaltprobleme europäischer Großstädte zum Anlass, sich mit der Konstruktion und Dekonstruktion von Gewalträumen durch Politik, Polizei, lokale Akteure und Medien in Vergangenheit und Gegenwart zu befassen. Ein wesentliches Ziel des Forschungsnetzwerkes besteht in der gemeinsamen Nachwuchsförderung. Im Rahmen der drei Teilprojekte arbeiten sechs Postdoktoranden, die Nachwuchsgruppen mit voraussichtlich zwölf Doktoranden leiten werden. Die jungen Forscher profitieren von einer erleichterten Mobilität zwischen den beteiligten Institutionen ebenso wie von der engen Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Partnern. Zum Forschungsverbund gehören das Centre Marc Bloch, die Humboldt Universität zu Berlin, die Goethe-Universität Frankfurt, das Institut français d’histoire en Allemagne in Frankfurt, das Deutsche Historische Institut in Paris, das Centre interdisciplinaire d’études et de recherches sur l’Allemagne (CIERA) mit seinen Mitgliedsuniversitäten und die Fondation Maison des Sciences de l’Homme. Sprecher des Projektes sind Prof. Dr. Gabriele Metzler, Humboldt-Universität zu Berlin, und Prof. Dr. Michael Werner, CIERA. Eine enge Zusammenarbeit und daraus entstehende Fördermöglichkeiten mit weiteren wissenschaftlichen Partnern sind bereits geplant. Der Forschungsverbund sieht sich somit als Basis und Ausgangspunkt für weitere kooperative, deutsch-französische und europäische Forschungsprojekte in den Geistes- und Sozialwissenschaften.