Projektvorstellung – Neue Orte für Governance, Wissen und Widerstand im Kontext des Klimawandels
22.11.2018
12:00
Die politikwissenschaftliche Nachhaltigkeitsforschung untersucht Entscheidungsprozesse, Politiken, Institutionen, Strukturen, Interaktionen von politischen Akteuren und sozio-ökonomische Rahmenbedingungen mit Blick auf aktuelle Nachhaltigkeitsherausforderungen. Während die einen jedoch die Herausforderungen darin sehen, interdependente politische Probleme in ihrer Komplexität durch Integration von ökonomischen, sozialen und ökologischen Aspekten und einer Ausweitung demokratischer Governanceprozesse zu verstehen (Wandel), sehen andere die Herausforderung in der Bewältigung bzw. Abwendung von Umbrüchen, Instabilität, Krisen und Konflikten trotz des Klimawandels (Kontinuität). Die Schaffung neuer transdisziplinärer Nachhaltigkeitsplattformen im Kontext der Agenda 2030 wirft vor dem Hintergrund zunehmend komplexer Krisen durch Klimawandel und soziale Ungleichheiten im Zeitalter von Globalisierung und Digitalisierung und bei gleichzeitiger Rückbesinnung auf lokale Interessen und Misstrauen in Politik und Medien (Vgl. „Fake News“, „Fake Science“, „Wir sind das Volk“) neue theoretische und empirische Fragen über das Verhältnis von Wandel, Kontinuität und Nachhaltigkeit auf: Wo und unter welchen Bedingungen entstehen nachhaltige Politiken? Wer (welche Akteure und Institutionen) spielen dabei eine Rolle und inwiefern? Wie können „nachhaltige Politiken“ im Spannungsverhältnis von aktuellem Krisenmanagement, Bedürfnissen zukünftiger Generationen und planetaren Grenzen verstanden werden? Diese Fragen stehen im Zentrum des Forschungsvorhabens „Sustainabilising Policies – Neue Orte für Governance, Wissen und Widerstand im Kontext des Klimawandels“, das vorgestellt und insbesondere mit Blick auf die geplante Verbindung bisher separater deutscher und französischer Literatur zu Nachhaltigkeitsfragen diskutiert werden soll. Vortrag: Ulrike Zeigermann Moderation: Bahar Şen