Rassismus. Zur Phänomenologie leibhaftig inferiorisierender Desozialisierung
18.10.2018
12:00
Michael Staudigl: Rassismus. Zur Phänomenologie leibhaftig inferiorisierender Desozialisierung, in: Liebsch, Hetzel, Sepp (Hg.): Profile negativistischer Sozialphilosophie (2011), 201-216. Vortrag: Bahar Sen Moderation: Ulrike Zeigermann Trotz integrativer Bemühungen gelingt es demokratischen Staaten und ihren rechtlichen Ordnungen nicht, latenten oder offenkundigen Rassismus in der Gesellschaft zu unterbinden und eine Befriedung herbeizuführen. Die Frage drängt sich auf, ob sich Rassismus, dessen Legitimationsmuster im Wandel der Zeit variieren können, überhaupt als ein Mangel an Werten und an positiver Sozialisierung begreifen lässt und somit schließlich aufhebbar wäre oder ob sich rechtliche, politische und soziale Ordnungen gerade sogar durch Konzepte des „Anderen“, des „Außer-ordentlichen“ und Mechanismen der Exklusion konstituieren? Michael Staudigl greift daher den Ausdruck der „Negativen Vergesellschaftung“ (Wulff. D. Hund) auf und untersucht den Rassismus nicht in seiner strukturellen und ideologischen Bedingtheit, sondern – im Ausgang Fanons, Levinas und Sartres – in seinen „prä-reflexiven Dimensionen gelebter Erfahrung.“ In der Sitzung soll es schließlich auch darum gehen, die von Staudigl beschriebenen Erscheinungsformen von „Rassismus“ zu überschreiten und in einen größeren Diskussionszusammenhang zu stellen.