Robin CELIKATES : „Pathologien zweiter Ordnung – Von der Soziologie der Kritik zur kritischen Theorie“
29.05.2008
10:00
Robin CELIKATES, Pathologien zweiter Ordnung – Von der Soziologie der Kritik zur kritischen Theorie. Responsable: Soraya NOURAus guten methodologischen, empirischen und normativen Gründen stellt die Soziologie der Kritik, wie sie von Luc Boltanski in Abgrenzung von Pierre Bourdieus Konzeption einer kritischen Sozialwissenschaft entwickelt worden ist, die reflexiven Fähigkeiten der Akteure und ihre alltäglichen Praktiken der Rechtfertigung und der Kritik ins Zentrum. Dabei blendet sie aber die Möglichkeit aus, dass bestimmte soziale Bedingungen diese Fähigkeiten und Praktiken blockieren können. Solche Bedingungen können von der kritischen Theorie als "Pathologien zweiter Ordnung" analysiert werden. Der Vortrag skizziert eine Konzeption der kritischen Gesellschaftstheorie, die diese als soziale Praxis begreift, die keine epistemisch privilegierte Position voraussetzt und nicht im Bruch mit den, sondern im Anschluss an die sozialen Praktiken der Rechtfertigung und der Kritik verfährt.Robin CELIKATES ist wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Arbeitsgruppe Politische Theorie an der Universität Bremen. Seine Forschungsschwerpunkte sind Gesellschaftstheorie und Politische Philosophie. Die Dissertation mit dem Titel "Gesellschaftskritik als soziale Praxis. Kritische Theorie nach der pragmatischen Wende" erscheint im nächsten Jahr. Publikation: „From Critical Social Theory to a Social Theory of Critique. On the Critique of Ideology after the Pragmatic Turn“, in: Constellations, 13 (2006), 1, S. 21-40.