Alice Lacoue-Labarthe
VITA
2026-2029: Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Walter A. Berendsohn Forschungsstelle für deutschsprachige Exilliteratur, DFG-Projekt „Verknüpfte Exile – Entangled Exile. Praktiken des Sammelns, der Intertextualität und des Erinnerns in der deutschsprachigen Literatur (19.-21. Jahrhundert)“.
2021-2025: Promotion an der Université de Picardie Jules Verne und an der Vrije Universiteit Brussel, unter der Leitung von Christine Meyer und Arvi Sepp.
2021-2023: Lehrbeauftragte an der Université de Picardie Jules Verne.
2019: 2. Staatsexamen (agrégation) in Germanistik (Schwerpunkt: Literatur).
2016-2018: Master in deutscher Literatur, Paris-Sorbonne (IV).
2015-2016: Bachelor in Germanistik, Paris-Sorbonne (IV).
2015-2021: Studium an der École Normale Supérieure de Paris.
Mutterinstitut:
Universität Hamburg
Forschung
Forschungsthemen
Exilliteratur
Narrative von Flucht, Exil und Migration
Transnationalität und Transkulturalität in der Literatur
Deutsch-Jüdische Literatur
Kulturwissenschaft / Literatur und Wissen
Literatur- und Kulturtheorie
Übersetzung
Literatursoziologie
Forschungsprojekt
Mitarbeit am Teilprojekt 3 des DFG-Projekts „Verknüpfte Exile – Entangled Exile“: „Rahmung, Einschreibung, Entgrenzung: Intertextuelle Konstitutionsprozesse der neuen Exilliteratur“
(Leitung: Prof. Dr. Doerte Bischoff)
Ausgegangen wird von dem Befund, dass sich zunehmend eine neue deutschsprachige Exilliteratur herausbildet, die nicht wie zuvor durch Verfolgung und Flucht aus Deutschland geprägt wird, sondern für die deutschsprachige Länder selbst zum Schreibort von Autor:innen geworden sind, die aus Diktaturen und Krisenregionen etwa im Nahen und Mittleren Osten und in Osteuropa geflüchtet sind. Das Korpus bilden vor allem bereits auf Deutsch geschriebene Texte;
da für viele relevante Autor:innen aber Sprachwechsel und Mehrsprachigkeit nicht nur biografisch bedeutsam, sondern häufig literarisch relevant sind, werden Sprach-Kriterien flexibel behandelt und ggf. Übersetzungen einbezogen. Untersucht wird, inwiefern die Texte sich auf frühere, in der deutschsprachigen Literatur reflektierte Exile beziehen und wie sie sich auf diese Weise in diese Tradition einschreiben. Zugleich wird nachvollzogen, inwiefern die Kontrastierungen west- und osteuropäischer Erinnerungsnarrative sowie Relektüren westlicher Orientkonzepte im Kontext aktueller Flucht- und Exilgeschichten auf Konstellationen multidirektionaler Erinnerung führen, die nationale Geschichte erweitern bzw. in ihrer vermeintlichen Linearität und Kohärenz herausfordern. Berücksichtigt wird auch, dass die Apostrophierung und Rahmung von Gegenwartstexten als Exilliteratur stark mit programmatischen Perspektivierungen und Aktivitäten von Institutionen wie Museen, Theater, Stiftungen oder Verlage verbunden sind. Neben den literarischen Texten werden deshalb auch diskursive Konstellationen im literarischen Feld der Gegenwart untersucht.
Stipendium
2025: Abschlussstipendium des Centre
2024-2025: Stipendium des DAAD
2024: Teilstipendium für Promovierende des CIERA
2021-2024: Doktorandenvertrag (CDSN) an der Université de Picardie Jules Verne
Titel der Dissertation:
Poetik deutschsprachiger Exilnarrative im Kontext der 'Flüchtlingskrise'
Institution der Dissertation:
Université de Picardie Jules Verne/Vrije Universiteit Brussel
Betreuer*in
Christine Meyer/Arvi Sepp
Publikationen
Wissenschaftliche Publikationen:
- « Récits d’exil et postmémoire dans Die Sommer de Ronya Othmann », in Trajectoires [en ligne], 16, 2023.
- mit Isabelle Lacoue-Labarthe, « La France, à mi-chemin entre l’Allemagne et les États-Unis ? Déplacements et reconfigurations de l’écriture post-migratoire chez Ruth Landshoff-Yorck », in Hommes et migrations, 2021/4 (n° 1335), 37-47.
- mit Isabelle Lacoue-Labarthe, « La trilogie Istanbul-Berlin d’Emine Sevgi Özdamar. Genre et écriture entre deux mondes », in Clio. Femmes, Genre, Histoire, 2020/1 (n° 51), 169-183.
Übersetzungen:
- Leyla Sophie Gleissner, « Bougie I / droit au silence », Übersetzung aus dem Deutschen, in Papier Machine, Nr. 13 ¾, Sonderausgabe « Dire mot », Bd. 2, Nov. 2023.
- Erich Hörl, « La pensée du suspens. Mélancolie et politique dans le sans-époque », Übersetzung aus dem Deutschen, in Jean-Luc Nancy (Hg.), Amitiés de Bernard Stiegler, Paris, Galilée, 2021, 45-68.
- Alexander García Düttmann, Qu’est-ce que l’art contemporain ?, Übersetzung aus dem Deutschen, Paris/Berlin, Diaphanes, 2019 (108 S.).