Dr. Julia Eichenberg

VITA

Biografie

Julia Eichenberg war im Jahr 2013/2014 als BMBF-Post-Doc am Centre Marc Bloch. Seit Juli 2012 ist sie wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Geschichte Westeuropas und der transatlantischen Beziehungen an der HU Berlin. Zuvor arbeitete sie als Research Fellow im IRCHSS/ERC Projekt ‘The Limits of Demobilization. Paramilitary Violence after the Great War' am Trinity College Dublin und University College Dublin zu den Unabhängigkeitsbewegungen in Polen und Irland. In ihrer vorangegangenen Promotion (Eberhard-Karls Universität Tübingen) beschäftigte sie sich mit polnischen Veteranen des Ersten Weltkriegs, der Debatte um ihre Sozialversorgung und ihren Kontakten in der internationalen Veteranenbewegung. 2014 wurde ihr für ihr Projekt "The London Moment" ein Freigeist-Fellowship der Volkswagen-Stiftung verliehen.

Mutterinstitut:

Humboldt Universität zu Berlin / Centre Marc Bloch

Forschung

Institution der Dissertation:

HU Berlin

Fachbereich

Institut f. Geschichtswissenschaften

Organisation von Veranstaltungen

The London Moment - Europäische Exilregierungen in London, 1940-1945 Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges und die Ausbreitung des nationalsozialistischen Reiches in Europa machte London zu einem politischen Novum: Die britische Hauptstadt wurde Regierungssitz einer Anzahl europäischer Länder, deren Territorium sich nun unter deutscher Besatzung befand. Es entstand ein transnationales Netzwerk, welches die Regierungen untereinander sowie mit zentralen Akteuren der britischen Regierung (insbesondere Foreign Office und War Cabinets Office) und führenden militärischen Persönlichkeiten verknüpfte. Hauptaufmerksamkeit meines Projekts gilt dem transnationalen Mikrokosmos und der Zusammenarbeit der Exilregierungen Polens, Frankreichs, Belgiens, Luxemburgs, der Niederlande und der Tschechoslowakei. Die Geschichte der Londoner Exilregierungen soll auf dreierlei Weise geschrieben werden: Als transnationales politisches und militärisches Kommunikationsnetzwerk im Rahmen der Ausformung eines Diplomatischen Corps aus tatsächlichen Regierungen, als Mikrohistorie mit Blick auf London im Krieg und als Moment eines wandelnden Politikverständnisses in den europäischen West-Ost-Beziehungen im 20. Jahrhundert. Die Studie setzt die Kriegsjahre in London als ein Scharnier zwischen dem sogenannten „dreißigjährigen Krieg“ der Zwischenkriegszeit (ein Begriff, der insbesondere durch eine Radioansprache de Gaulles in London im September 1941 bekannt wurde) und den Ursprüngen und politischen Entwicklungen des Kalten Krieges und der späteren europäischen Zusammenarbeit (EWG, EU, aber auch UN).