Katharina Schmitten
VITA
Biografie
Katharina Schmitten ist assoziierte Doktorandin am Centre Marc Bloch und seit Dezember 2018 Mitarbeiterin der Abteilung Filmarchiv des Bundesarchivs. Von Oktober 2013 bis Juli 2017 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Arbeitsgruppe „Urbane Gewalträume / Violences et Espaces“ des deutsch-französischen Forschungsverbundes „Saisir l’Europe / Europa als Herausforderung“. Im Mai und Juni 2015 forschte sie mit einem Stipendium des Deutschen Historischen Instituts in London. Sie studierte an der Universität Bielefeld (B.A. Geschichtwissenschaft / Sozialwissenschaften), dem University College Cork und der Humboldt-Universität zu Berlin (M.A. Geschichte). Ihre Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der vergleichenden Polizeigeschichte und Gewaltforschung.;
Depuis 10/2013 Doctorante dans le projet "Espaces et Violences / Urbane Gewalträume" (Réseau de recherche franco-allemand "Saisir l'Europe | Europa als Herausforderung") 08/2012-09/2013 Assistante scientifique au Sonderforschungsbereich 640 „Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel" 10/2009-08/2012 Master of Arts en histoire à l’université Humboldt de Berlin 09/2008-06/2009 Année d'études en mobilité ERASMUS à University College Cork, Irlande 10/2005-08/2008 Bachelor of Arts en histoire et en sciences sociales à l'université de Bielefeld;
05-06/2015 Stipendiatin des Deutschen Historischen Instituts London Seit 10/2013 Doktorandin im Projekt "Urbane Gewalträume | Espaces et Violences" des deutsch-französischen Forschungsverbundes "Saisir l'Europe" 08/2012-09/2013 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Sonderforschungsbereich 640 „Repräsentationen sozialer Ordnungen im Wandel" 10/2009-08/2012 Studium der Geschichtswissenschaften an der Humboldt-Universität zu Berlin (M.A.) Thema der Masterarbeit: "Eine Hölle voller Teufel" - Täuschungspraktiken und Gewalthandeln im Vernichtungslager Treblinka 09/2008-06/2009 Auslandsjahr am University College Cork, Irland 10/2007-03/2008 Stipendium als Forschungsstudierende am Graduiertenkolleg "Archiv, Macht, Wissen" 10/2005-08/2008 Studium der Geschichtswissenschaft und Sozialwissenschaften an der Universität Bielefeld (B.A.)
Zusammenfassung
Der zivile britische „Bobby“ auf der einen und der schwer bewaffnete preußische Schutzmann auf der anderen Seite scheinen die Gegensätze zwischen Großbritannien mit seiner langen parlamentarischen Tradition und dem deutschen Kaiserreich mit seinen obrigkeitsstaatlichen Strukturen geradezu zu versinnbildlichen. Richtet man den Blick jedoch auf den staatlichen Umgang mit inneren Unruhen und Massenstreiks in Industrieregionen wie dem Ruhrgebiet und dem englischen Black Country, zeigen sich ähnliche Planungen, Organisationen und Praktiken. Wie also organisierten zwei so unterschiedliche politische Systeme Polizei und „riot control“, und welche Bedeutung hatten die unterschiedlichen Polizeimodelle für die Praxis von Herrschaft im Industrierevier – im Alltag wie im Ausnahmezustand? Wie wirkten sich unterschiedliche Anweisungen, Autoritätsvorstellungen und Waffen auf die Interaktion zwischen Polizisten und Straßenpublikum, Demonstranten und Streikenden aus? Alltägliche Fälle sozialer (Un)Ordnung werden ebenso wie größere Unruhen mit einem mikrohistorischen und interaktionistischen Ansatz untersucht, der die bisher vernachlässigte situative Dynamik zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften und Eskalationsmomente von Gewalt beider Seiten in den Blick nimmt. Dabei wird auch das Verhältnis von Polizei und Militär sowie Akteuren wie Zechenschutz- und Einwohnerwehren thematisiert.;
Der zivile britische „Bobby“ auf der einen und der schwer bewaffnete preußische Schutzmann auf der anderen Seite scheinen die Gegensätze zwischen Großbritannien mit seiner langen parlamentarischen Tradition und dem deutschen Kaiserreich mit seinen obrigkeitsstaatlichen Strukturen geradezu zu versinnbildlichen. Richtet man den Blick jedoch auf den staatlichen Umgang mit inneren Unruhen und Massenstreiks in Industrieregionen wie dem Ruhrgebiet und dem nordenglischen Black Country, zeigen sich ähnliche Planungen, Organisationen und Praktiken. Wie also organisierten zwei so unterschiedliche politische Systeme Polizei und „riot control“, und welche Bedeutung hatten die unterschiedlichen Polizeimodelle für die Praxis von Herrschaft im Industrierevier – im Alltag wie im Ausnahmezustand? Wie wirkten sich unterschiedliche Anweisungen, Autoritätsvorstellungen und Waffen auf die Interaktion zwischen Polizisten und Straßenpublikum, Demonstranten und Streikenden aus? Alltägliche Fälle sozialer (Un)Ordnung werden ebenso wie größere Unruhen mit einem mikrohistorischen und interaktionistischen Ansatz untersucht, der die bisher vernachlässigte situative Dynamik zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften und Eskalationsmomente von Gewalt beider Seiten in den Blick nimmt. Dabei wird auch das Verhältnis von Polizei und Militär sowie Akteuren wie Zechenschutz- und Einwohnerwehren thematisiert.
Mutterinstitut:
Humboldt-Universität zu Berlin
FORSCHUNG
Forschungsthemen
Neuere europäische Geschichte, vergleichende Polizeigeschichte, Gewaltforschung;
Neuere europäische Geschichte, Polizeiforschung, Gewalt- und Genozidforschung, Täterforschung in Bezug auf Nationalsozialismus und Stalinismus, Vergleich und Transfer
Titel der Dissertation:
Riot Policing als soziale Praxis. Crowd Control in deutschen und britischen Industriestädten im Vergleich, 1889-1929
Institution der Dissertation:
Humboldt-Universität zu Berlin
Betreuer*in
Prof. Dr. Jörg Baberowski
Publikationen
Aufsätze
„Eine Hölle voller Teufel“. Täuschung und Gewalt im Vernichtungslager Treblinka, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 62 (2014), H. 9, S. 726-748.
Eskalation durch Interaktion? Polizisten und öffentliche (Un-)Ordnung zu Beginn des Ersten Weltkrieges, in: Bretschneider, Falk;
Jossin, Ariane;
Koloma Beck, Teresa;
Schönpflug, Daniel (Hrsg), Gewalt vor Ort | Violence située. Raum – Gewalt – Kommunikation | Espace – Violence – Communication, Frankfurt am Main: Campus 2020, S. 59-79.
Das Militär als Ordnungsmacht im Inneren? Das Polizieren der Bergarbeiterstreiks 1910/11 in Südwales und 1912 im Ruhrgebiet im Vergleich, in: Themenschwerpunkt „Militär und Politik“, hg. von Wencke Meteling/Christoph Nübel, Portal Militärgeschichte, 03. Januar 2022, URL: https://portal-militaergeschichte.de/schmitten_militaer, DOI: 10.15500/akm.03.01.2022
Rezensionen
David-Fox, Michael;
Holquist, Peter;
Martin, Alexander R. (Hrsg.), Fascination and Enmity. Russia and Germany as Entangled Histories, 1914–1945, Pittsburgh 2012, in: H-Soz-u-Kult, 18.06.2013, http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2013-2-202.
Berger, Sara, Experten der Vernichtung. Das T4-Reinhardt-Netzwerk in den Lagern Belzec, Sobibor und Treblinka, Hamburg 2013, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 63 (2015), H. 7-8, S. 707-708.
Emil Kerenji (Hrsg.), Jewish Responses to Persecution. Volume IV 1942-1943 (= Documenting Life and Destruction: Holocaust Sources in Context), Lanham 2015, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft 64 (2016), H. 12, S. 1101-1103.
Wisotzky, Klaus: Unruhige Zeiten. Politische und soziale Unruhen im Raum Essen 1916–1919. Münster 2019, in: H-Soz-Kult, 28.10.2021,
Tagungsberichte
Riots in Regions of Heavy Industry. Violence, Conflict and Protest in the 20th Century, 07.11.2014 – 08.11.2014 Tübingen, in: H-Soz-Kult, 18.02.2015, http://www.hsozkult.de/conferencereport/id/tagungsberichte-5836.
Organisation von Veranstaltungen
9.-10. Juni 2016: Workshop „Thick Comparison in der Gewaltforschung? Zu Möglichkeiten und Grenzen eines Vergleichs von Gewaltsituationen / Pour une «comparaison dense» de la violence? Possibilités et limites d’une approche comparée des situations de violence“, Junges Forum am Centre Marc Bloch, Konzeption und Organisation mit Janis Nalbadidacis.;
9.-10. Juni 2016: Workshop „Thick Comparison in der Gewaltforschung? Zu Möglichkeiten und Grenzen eines Vergleichs von Gewaltsituationen / Pour une «comparaison dense» de la violence? Possibilités et limites d’une approche comparée des situations de violence“, Junges Forum am Centre Marc Bloch, Konzeption und Organisation mit Janis Nalbadidacis.
Organisation von Veranstaltungen
Lehre: WS 2014/15 Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin Übung "Wege aus der Krise, Wege in die Diktatur? Ansätze einer vergleichenden Diktaturforschung" (mit Janis Nalbadidacis);
Lehre: WS 2014/15 Institut für Geschichtswissenschaften, Humboldt-Universität zu Berlin Übung "Wege aus der Krise, Wege in die Diktatur? Ansätze einer vergleichenden Diktaturforschung" (mit Janis Nalbadidacis)